Pallade Veneta - Deutsche Filmemacherin Grisebach mit Preis der Jury in Cannes geehrt

Deutsche Filmemacherin Grisebach mit Preis der Jury in Cannes geehrt


Deutsche Filmemacherin Grisebach mit Preis der Jury in Cannes geehrt
Deutsche Filmemacherin Grisebach mit Preis der Jury in Cannes geehrt / Foto: Olivier CHASSIGNOLE - AFP

Erfolg für den deutschen Film beim Filmfestival von Cannes: Der Streifen "Das geträumte Abenteuer" von Valeska Grisebach ist in Südfrankreich mit dem Preis der Jury gewürdigt worden. Die Auszeichnung sei "ein großer Erfolg für die Regisseurin und eine wichtige Anerkennung für den deutschen Film auf internationaler Bühne", erklärte Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) am Samstagabend. Neben Grisebachs Film wurden in Cannes noch weitere Filme mit deutscher Beteiligung geehrt. Den Hauptpreis des Festivals gewann mit der Goldenen Palme der Film "Fjord" des rumänischen Regisseurs Cristian Mungiu.

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Weimer erklärte weiter, die Jury würdige mit der Auszeichnung für Grisebach "einen Film, der mit großer Genauigkeit und außergewöhnlicher atmosphärischer Kraft menschliche Beziehungen und gesellschaftliche Wirklichkeiten erkundet." Grisebach gelinge es, "mit leisen Tönen und eindringlichen Bildern eine besondere Nähe zu ihren Figuren entstehen zu lassen."

Grisebachs mit Bundesmitteln geförderter Film erzählt die Geschichte einer Archäologin, die in ihre Heimat im Grenzgebiet zwischen Bulgarien, der Türkei und Griechenland zurückkehrt. "Europa steht für mich für die Zusammenarbeit zwischen den Ländern", sagte die Regisseurin in ihrer Dankesrede und dankte ihrem internationalen Team, zu dem mehrere Laiendarsteller zählten.

Die Präsidentin der deutschen Filmförderungsanstalt, Kirsten Niehuus, hob hervor, dass es nunmehr schon das zweite Mail in Folge sei, dass ein deutscher Film in Cannes mit dem Preis der Jury ausgezeichnet werde: "Dass nur ein Jahr nach Mascha Schilinski schon die zweite deutsche Regisseurin diesen Preis gewinnt, ist eine Sensation", erklärte Niehuus.

Mungius' Siegerfilm "Fjord" erzählt die Geschichte einer rumänischen Familie, die sich in Norwegen niederlässt und dort in den Verdacht der Kindesmisshandlung gerät. Der Rumäne war 2007 bereits für den Film "4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage" mit der Goldenen Palme ausgezeichnet worden.

Die russisch-lettisch-deutsche Koproduktion "Minotaur" des in Paris im Exil lebenden russischen Regisseurs Andrei Petrowitsch Swjaginzew wurde mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet. Der Film ist eine moderne Version des französischen Filmklassikers "Die untreue Frau" von Claude Chabrol und zugleich eine bittere Kritik an den Verhältnissen in Russland.

"Millionen Menschen auf beiden Seiten der Kontaktlinie hoffen darauf, dass das Morden endlich aufhört. Und die einzige Person, die diesem Blutvergießen ein Ende setzen kann, ist der Präsident der Russischen Föderation. Die ganze Welt wartet darauf", sagte Swjaginzew in seiner Dankesrede.

Der Film "Vaterland" mit der deutschen Star-Schauspielerin Sandra Hüller erhielt den Preis für die Beste Regie. Der Streifen des polnischen Filmemachers Pawel Pawlikowski erzählt die Rückkehr von Thomas Mann und seiner Tochter Erika 1949 aus den USA nach Deutschland. Die männlichen Hauptrollen spielen Hanns Zischler und August Diehl. Die deutsch-österreichische Koproduktion "Everytime" von Sandra Wollners gewann den Hauptpreis in der Nebenreihe "Un Certain Regard".

Die US-Schauspielerin und Sängerin Barbra Streisand wurde in Abwesenheit mit einer Ehrenpalme für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. "Sie hat sich immer dagegen gewehrt, dass andere für sie entscheiden. Sie hat oft Nein gesagt - deshalb lieben wir sie so sehr", sagte die Schauspielerin Isabelle Huppert in ihrer Hommage. Die 84 Jahre alte Streisand hatte ihre Reise nach Cannes wegen Knieproblemen absagen müssen.

Zu Beginn des Festivals waren bereits "Herr der Ringe"-Regisseur Peter Jackson und Hollywood-Star John Travolta mit Ehrenpalmen ausgezeichnet worden. Überschattet wurden die Filmfestspiele von einer Debatte um den zunehmenden Einfluss des rechtsaußen stehenden Geschäftsmanns Vincent Bolloré in Frankreich. Der Chef des Fernsehsenders Canal+, Maxime Saada, hatte Filmschaffenden, die gegen Bolloré protestiert hatten, mit einem Ende der Zusammenarbeit gedroht.

F.Dodaro--PV

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