Pallade Veneta - Buchhandel wirft Kulturstaatsminister Weimer Untätigkeit bei KI vor

Buchhandel wirft Kulturstaatsminister Weimer Untätigkeit bei KI vor


Buchhandel wirft Kulturstaatsminister Weimer Untätigkeit bei KI vor
Buchhandel wirft Kulturstaatsminister Weimer Untätigkeit bei KI vor / Foto: Daniel ROLAND - AFP/Archiv

Der Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Sebastian Guggolz, hat Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) Untätigkeit beim Schutz der Verlage vor den Folgen von Urheberrechtsverletzungen durch Künstliche Intelligenz (KI) vorgeworfen. Vor einem Jahr habe Weimer auf der Frankfurter Buchmesse "sehr engagiert" Lösungsvorschläge und ein geseztliches Vorgehen in europäischer Abstimmung angekündigt, sagte Guggolz am Dienstag vor Eröffnung der diesjährigen Buchmesse. Passiert sei nichts - "wir sind praktisch auf dem gleichen Stand wie im vergangenen Jahr".

Textgröße ändern:

Guggolz forderte ein "schnelles und entschiedenes Vorgehen" der Politik, um die Schäden für die Verlage zu stoppen. Es müssten Regeln aufgestellt, Datentransparenz geschaffen und Lizenzierungsanreize eingeführt werden. Die Buchbranche sollte sich nicht von den Techkonzernen die Bedingungen diktieren lassen, zumal diese oft gar nicht in Europa säßen und ihnen erkennbar die ethischen Maßstäbe fehlten.

Wie der Vorsteher des Börsenvereins sagte, wird der Buchmarkt inzwischen auch von "KI-Schrott" überschwemmt. Gerade im Bereich von Reiseführern und Ratgebern drängten über die einschlägigen Onlineplattformen "massenhaft" mit KI erstellte Bücher in den Markt und beschädigten ihn.

Außerdem nutzten KI-Unternehmen ohne Einwilligung und Vergütung urheberrechtlich geschützte Werke, um ihre Systeme zu trainieren. Guggolz verwies auf den sogenannten Frankfurter Appell, in dem mittlerweile 120 Verlage von der EU-Kommission und der Bundesregierung wirksame Instrumente zur Durchsetzung des Urheberrechts fordern.

Als weiteres großes Problem der Buchbranche bezeichnete Guggolz die nachlassende Lesekompetenz der Schülerinnen und Schüler. Dies drohe zu massiven Folgen für die Gesellschaft zu führen. "Wir sind dabei, unsere Selbstbestimmung zu verlieren."

Lesekompetenz müsse bildungspolitisch verankert werden. Konkret könne das etwa über eine tägliche Leseviertelstunde an den Schulen passieren. Medienkompetenz müsse zudem als Pflichtfach an den Schulen eingeführt werden.

Derweil kündigte Kulturstaatsminister Weimer eine neue Auszeichnung für ein "Literarisches Wort des Jahres" an. In Zusammenarbeit mit der Grimmelshausen-Gesellschaft solle dieses Wort künftig jährlich prämiert werden. "Ist es nicht an der Zeit, die einzigartigen Möglichkeiten der Sprache und Literatur zu feiern und dem Unwort des Jahres sein positives Pendant gegenüberzustellen?", erklärte Weimer dazu.

Gemeinsam mit einer Jury, die neben älterer Literatur auch Neuerscheinungen auf Sprachschöpfungen durchsuche, wolle er dieses "Literarische Wort des Jahres" küren – "ein Wort, das die Kraft der Veränderung in sich trägt".

Die Frankfurter Buchmesse öffnet am Mittwoch für das Fachpublikum und am Freitag für das allgemeine Publikum, es ist die größte Bücherschau der Welt. Gastland ist in diesem Jahr Tschechien.

H.Lagomarsino--PV

Empfohlen

Britischer Bestsellerautor Jeffrey Archer im Alter von 86 Jahren gestorben

Der britische Bestsellerautor und ehemalige Politiker Jeffrey Archer ist tot. Der Schriftsteller starb unerwartet im Alter von 86 Jahren, wie sein Verlag Harper Collins am Montag mitteilte. Demnach starb Archer "friedlich in seinem Zuhause zwischen zwei Schreibphasen". Die Lektorin Kate Elton würdigte ihn als "Meistererzähler und Traum eines jeden Lektors".

Deutscher Buchpreis geht an Shida Bazyar und "Die Lücken"

Der Deutsche Buchpreis geht in diesem Jahr an die Schriftstellerin Shida Bazyar und ihren Roman "Die Lücken". Bazyar wurde am Montagabend für ihre Erzählung über jüdisches Leben und die NS-Vergangenheit im Hunsrück ausgezeichnet.

Oktoberfest-Bilanz: Neuer Wiesn-Rekord mit 7,4 Millionen Besuchern

Mit rund 7,4 Millionen Besuchern hat das Münchner Oktoberfest in diesem Jahr einen neuen Rekord erzielt. Nach ersten Schätzungen zog es an allen 16 Tagen bis einschließlich Sonntag so viele Gäste wie noch nie zum weltweit größten Volksfest auf die Theresienwiese, wie die Stadt München mitteilte. Im vergangenen Jahr waren es insgesamt rund 6,5 Millionen.

Wiesn-Bilanz: Neuer Oktoberfest-Rekord mit 7,4 Millionen Besuchern

Das Oktoberfest in München hat einen neuen Besucherrekord erzielt. Nach ersten Schätzungen der Festleitung kamen an allen 16 Tagen bis einschließlich Sonntag rund 7,4 Millionen Gäste auf die Theresienwiese, wie die Stadt München mitteilte. Im vergangenen Jahr waren es insgesamt rund 6,5 Millionen Gäste. Damit sei die Wiesn 2026 "die bislang meistbesuchte in ihrer Geschichte".

Textgröße ändern: