Pallade Veneta - Pflegerat: Verlegung von Personal in Kinderkliniken ist "Verzweiflungstat"

Pflegerat: Verlegung von Personal in Kinderkliniken ist "Verzweiflungstat"


Pflegerat: Verlegung von Personal in Kinderkliniken ist "Verzweiflungstat"
Pflegerat: Verlegung von Personal in Kinderkliniken ist "Verzweiflungstat" / Foto: MICHELE TANTUSSI - AFP/Archiv

Die von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) wegen der angespannten Situation in Kinderkliniken vorgeschlagene Verlegung von Pflegekräften aus Erwachsenen- in Kinderstationen wird vom Deutschen Pflegerat (DPR) scharf kritisiert. "Das kann man nur als Verzweiflungstat bezeichnen", sagte DPR-Präsidentin Christine Vogler dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Mittwochsausgaben). "In den Kliniken kann bereits jetzt nur die Minimalversorgung gesichert werden. Wir haben keine Station mehr, wo man Pflegepersonal abziehen kann."

Textgröße ändern:

Pflegekräfte aus anderen Abteilungen würden zwar die Grundlagen ihres Berufes kennen, sagte Vogler. Sie hätten aber beispielsweise nicht automatisch die Qualifikation zu Versorgung im pädiatrischen Intensivbereich. "Diese Vorstellung, dass Pflegefachpersonen mit ihrer Qualifizierung mal eben überall in Spezialabteilungen eingesetzt werden könnten, das ist ein irriger Gedanke in der Bevölkerung, der aufhören muss", sagte die Präsidentin des Pflegerates.

Viele Kinderstationen können derzeit keine oder kaum mehr Patienten aufnehmen. Lauterbach hatte deshalb in der vergangenen Woche angekündigt, dass "Personal aus den regulären Erwachsenenstationen in die Kinderstationen" verlegt werden solle. Dabei geht es insbesondere um Pflegekräfte. Um diese Verlegung zu ermöglichen, bat Lauterbach die Krankenkassen, vorübergehend die Personaluntergrenzen nicht mehr zu überprüfen.

Dieses Herangehen hält der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) für "unzumutbar". Die Vorsitzende Christel Bienstein sagte dem RND: "Die Untergrenzen sind die rote Linie, die das Minimum an Versorgung markiert." Sie dienten vor allem der Sicherheit der Patienten in den Kliniken. Ein Unterschreiten der Grenzen wäre "eine enorme Zumutung an die Kolleginnen und Kollegen - mit allen daraus erwachsenden Konsequenzen bis zur Berufsflucht", sagte Bienstein.

N.Tartaglione--PV

Empfohlen

Bolsonaro setzt sich nach Wahlniederlage aus Brasilien ab - Aufenthaltsort unklar

Nach seiner Niederlage bei der Präsidentschaftswahl in Brasilien hat sich der Rechtspopulist Flávio Bolsonaro trotz eines richterlichen Ausreiseverbots ins Ausland abgesetzt. Über seinen Aufenthaltsort herrschte am Mittwoch jedoch Unklarheit: Nach argentinischen Angaben reiste er über Argentinien nach Ecuador. Laut der Website FlightAware war sein Flugzeug auf dem Weg nach Miami. Zuvor hatten US-Medien berichtet, der unterlegene Präsidentschaftskandidat sei in den USA eingetroffen. Die USA erklärten sich zur Aufnahme Bolsonaros bereit und wollten ihm und seiner Familie Visa ausstellen.

Merz: Deutschland wird Rüstungskooperation mit Japan verstärken - Kampfjetbau ausloten

Deutschland will nach den Worten von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) die Rüstungskooperation mit Japan verstärken. Merz nannte am Mittwoch bei einer Pressekonferenz mit der japanischen Regierungschefin Sanae Takaichi in Tokio etwa "gemeinsame Entwicklungen für eine innovative Verteidigung der Zukunft". Beide Länder wollen Merz zufolge auch "ausloten, ob eine Zusammenarbeit im Kampfflugzeugbau möglich ist". Ein entsprechender Prüfauftrag sei "vorbereitet".

Nach Ausschreitungen in Frankreich: Randalierer sollen für Schäden zahlen

Vor dem Hintergrund der jüngsten Ausschreitungen in Frankreich sollen Randalierer und Mitläufer künftig für die entstandenen Schäden aufkommen. Der mehrheitlich rechte Senat verabschiedete einen entsprechenden Gesetzesvorschlag in der Nacht zu Mittwoch mit 229 zu 105 Stimmen. Für das Begleichen der Kosten sollen auch Sozialleistungen herangezogen werden können.

Ukrainischer Präsident Selenskyj wird in Hessen mit Medaille geehrt

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wird in Hessen mit der höchsten Auszeichnung des Landes geehrt. Der hessische Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) würdigte Selenskyj am Mittwoch in Wiesbaden als "eine der herausragenden internationalen politischen Persönlichkeiten der Gegenwart". Die Verleihung der Wilhelm-Leuschner-Medaille ist für den 1. Dezember geplant.

Textgröße ändern: