Pallade Veneta - Sorben-Dachverband bietet Tausch von Reichsflagge gegen Geschichtsbuch an

Sorben-Dachverband bietet Tausch von Reichsflagge gegen Geschichtsbuch an


Sorben-Dachverband bietet Tausch von Reichsflagge gegen Geschichtsbuch an
Sorben-Dachverband bietet Tausch von Reichsflagge gegen Geschichtsbuch an / Foto: John MACDOUGALL - AFP/Archiv

Der sorbische Dachverband Domowina bietet im Tausch für sogenannte Reichsflaggen Geschichtsbücher an. Die Aktion am Montag richtet sich vor allem an Teilnehmer der sogenannten Montagsdemonstrationen, auf denen diese Flaggen regelmäßig auftauchen, wie die Domowina am Freitag in Bautzen mitteilte. Im Tausch für Reichsflaggen erhalten diese Bürgerinnen und Bürger ein Geschichtsbuch, etwa über Verschwörungsmythen oder Rechtspopulismus.

Textgröße ändern:

Mit der schwarz-weiß-roten Reichsflagge demonstrieren Reichsbürger ihre Ablehnung der Bundesrepublik Deutschland. Reichs- und Reichskriegsflaggen dienen auch schon seit langem als Erkennungszeichen von Rechtsextremen und anderen Demokratiegegnern. Es handelt sich um die Symbole des Deutschen Kaiserreichs, die teilweise auch noch in den Anfangsjahren der NS-Diktatur in offizieller staatlicher Funktion verwendet wurden.

In Bautzen wie in zahlreichen weiteren sächsischen Städten gehen nach wie vor montags hunderte Menschen auf die Straße. Anfangs richteten sich die Proteste vor allem gegen die Corona-Einschränkungen, inzwischen wird dort auch ein Ende der Energiewende und der Sanktionen gegen Russland gefordert. An den Demonstrationen beteiligt sich die AfD ebenso wie die rechtsextreme Partei "Freien Sachsen".

Die Reichsflagge symbolisiere die Ablehnung der Demokratie, erklärte Dawid Statnik, Vorsitzender der Domowina. "Diese Fahnen können nicht Bestandteil eines demokratischen Dialogs sein."

Die Domowina ist ein politisch unabhängiger Bund der Sorben und Dachverband sorbischer Vereine in der Lausitz. Die Sorben sprechen eine slawische Sprache, die mit dem Polnischen, Tschechischen und Slowakischen verwandt ist. Sie kamen vor rund 1500 Jahren in das Gebiet zwischen Ostsee und Erzgebirge. Heute leben sie vor allem in der Ober- und Niederlausitz, wo sie sich kulturelle Eigenarten bewahrten.

Die Umtauschaktion wird von tvBUNT als Netzwerk für Demokratie und Vielfalt im Landkreis Bautzen mitgetragen und unter anderem unterstützt von der Amadeu-Antonio-Stiftung. Auch nach dem Aktionstag soll die Initiative fortgeführt werden.

J.Lubrano--PV

Empfohlen

Brandsätze auf Rüstungsfirmen in München: Polizei geht von politischem Motiv aus

Nach einer versuchten nächtlichen Brandsatzattacke auf ein Firmengebäude mit Rüstungsunternehmen in München gehen Ermittler von einem politischen Hintergrund aus. Das bayerische Landeskriminalamt (LKA) und die Münchner Generalstaatsanwaltschaft übernahmen deshalb den Fall, wie ein LKA-Sprecher am Donnerstag in der Landeshauptstadt sagte. Demnach wurden die Brandsätze in der Nacht aus einem Auto geworfen. Zwei Verdächtige wurden später an einer Tankstelle festgenommen.

Bundesfinanzhof: Beiträge an Schulförderverein können steuerlich absetzbar sein

Eltern, die Beiträge an den Förderverein der Privatschule ihrer Kinder zahlen, können diese unter Umständen von der Steuer absetzen. Wie der Bundesfinanzhof (BFH) am Donnerstag in München mitteilte, können unter bestimmten Voraussetzungen 30 Prozent des Schulgelds, höchstens aber 5000 Euro pro Kind, als Sonderausgaben bei der Einkommensteuererklärung berücksichtigt werden. (Az. X R 27/23)

Deutschland sagt weitere 250 Millionen Euro für Energieversorgung in Ukraine zu

Deutschland stellt der Ukraine weitere 250 Millionen Euro zur Sicherung ihrer von Russland angegriffenen Energieversorgung zur Verfügung. Mit dem Geld sollten "akute Reparaturbedarfe" im kommenden Winter finanziert werden, erklärte das Bundeswirtschaftsministerium am Donnerstag in Berlin. Hintergrund ist, dass Russland bei seinen Angriffen oftmals gezielt ukrainische Kraftwerke zerstört. Der Ausfall der Wärmeversorgung macht den Menschen in dem Land vor allem im Winter schwer zu schaffen.

Moskau kündigt Schließung von russischen Standorten des Goethe-Instituts an

Als Reaktion auf die Schließung des Russischen Hauses in Berlin hat die russische Regierung eine Schließung der Standorte des Goethe-Instituts in Russland angekündigt. Die Zweigstellen des deutschen Kulturinstituts in Moskau, St. Petersburg und Jekaterinburg würden "natürlich" geschlossen, sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow am Donnerstag nach Angaben russischer Nachrichtenagenturen. Die Bundesregierung hatte die Schließung des Russischen Hauses mit dem mutmaßlich russischen Anschlagsversuch am Flughafen in Leipzig begründet.

Textgröße ändern: