Pallade Veneta - Kiew in der Nacht von russischen Drohnenangriffen überzogen

Kiew in der Nacht von russischen Drohnenangriffen überzogen


Kiew in der Nacht von russischen Drohnenangriffen überzogen
Kiew in der Nacht von russischen Drohnenangriffen überzogen / Foto: Sergei CHUZAVKOV - AFP

Die ukrainische Hauptstadt Kiew ist in der Nacht zum Montag nach ukrainischen Angaben von der russischen Armee mit einer Serie von Drohnenangriffen überzogen worden. Es seien "23 feindliche Drohnen über der Hauptstadt registriert" und "18 von ihnen abgeschossen" worden, erklärte die Kiewer Militärverwaltung am Montag auf Telegram. Die russischen Streitkräfte setzten demnach Schahed-Drohnen iranischer Bauart ein. Derweil wurde der russische Präsident Wladimir Putin in Minsk erwartet, wo er den belarussischen Staatschef Alexander Lukaschenko treffen wollte.

Textgröße ändern:

Die nächtlichen Angriffe galten nach Angaben des staatlichen Stromversorgers Ukrenergo vor allem "Energieanlagen im ganzen Land". In Kiew und zehn weiteren Regionen seien daraufhin "Notabschaltungen eingeleitet" worden, darunter in Sumi, Charkiw, Dnipropetrowsk und Saporischschja.

Um 01.56 Uhr gab die Zivilverwaltung der Hauptstadt einen ersten Luftalarm aus, der etwas länger als drei Stunden andauerte. Ein zweiter Alarm um 05.24 Uhr wurde nach einer halben Stunde wieder aufgehoben. Regionalgouverneur Oleksij Kuleba berichtete, dass "mehrere Infrastrukturen und Privathäuser" "beschädigt" und mindestens zwei Menschen verletzt worden seien.

Ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP sah, wie die Rettungskräfte vor dem Morgengrauen in einem Stadtteil im Westen der Hauptstadt versuchten, ein Feuer in einer Anlage für elektrische Transformatoren zu löschen. Erst am Freitag war Ukrenergo nach einem massiven Angriff auf mehrere Städte mit mehr als 70 Raketen gezwungen gewesen, Notabschaltungen zu verhängen, um das beschädigte Stromnetz zu reparieren. Die Regierung in Kiew und westliche Verbündete bezeichnen die russischen Angriffe auf die zivile Infrastruktur der Ukraine als Kriegsverbrechen.

Die USA zeigten sich angesichts der Militärpartnerschaft zwischen Russland und dem Iran besorgt. Moskau biete Teheran im Gegenzug für Drohnen "ein beispielloses Maß an militärischer und technischer Unterstützung" an, hieß es aus Washington. Der Iran erwiderte am Sonntag, er benötige von niemandem eine "Erlaubnis", um seine Beziehungen zu Russland auszubauen.

Mit Blick auf den bevorstehenden Besuch des russischen Präsidenten Putin am Montag in der belarussischen Hauptstadt Minsk sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in seiner täglichen Videobotschaft, der "Schutz der Grenze zu Russland und Belarus" sei eine "feste Priorität". "Wir bereiten uns auf alle möglichen Verteidigungsszenarien vor", fügte er hinzu.

Putin wollte sich zu einem Arbeitsbesuch mit seinem Kollegen Lukaschenko treffen. Der Kreml-Verbündete ist seit 1994 in Belarus an der Macht. Zuvor hatte die Nachrichtenagentur Interfax das Verteidigungsministerium in Moskau mit der Aussage zitiert, russische Truppen würden in Belarus Militärübungen abhalten. Zum Zeitpunkt und Ort der Übungen machte das Ministerium jedoch keine Angaben.

Das russische Verteidigungsministerium teilte derweil mit, die russische Armee habe im Luftraum über der Grenzregion zur Ukraine vier Raketen aus US-Produktion abgeschossen. "Vier amerikanische Anti-Radar-Raketen vom Typ HARM wurden im Luftraum über der Region Belgorod abgeschossen", hieß es aus Moskau. Die Region wird nach russischen Angaben regelmäßig von den ukrainischen Streitkräften angegriffen.

Eine internationale Ukraine-Konferenz in Paris hatte vergangene Woche Hilfszusagen von gut einer Milliarde Euro erbracht. Die Soforthilfen sollen auch dem Aufbau der bei den russischen Angriffen beschädigten Infrastruktur zugute kommen. Kiew fordert vor allem mehr Waffen, insbesondere Artillerie und Luftverteidigungssysteme.

R.Lagomarsino--PV

Empfohlen

Nach knappem Wahlausgang in Israel beanspruchen beide Blöcke die Regierungsbildung

Nach dem knappen Ausgang der Parlamentswahl in Israel haben beide Blöcke die Regierungsbildung für sich beansprucht. Sowohl Ministerpräsident Benjamin Netanjahu als auch der wichtigste Oppositionspolitiker Gadi Eisenkot kündigten am Mittwoch an, eine neue Regierung bilden zu wollen. Allerdings verfehlten beide Blöcke die dafür erforderliche Mehrheit von 61 Sitzen. Prognosen zufolge lagen sie gleichauf. Deutliche Zugewinne verzeichneten dagegen die beiden Listen der arabischen Staatsbürger - sie könnten nun zum Königsmacher werden.

Kurz vor Midterms: Rubio begleitet Trump bei Wahlkampfauftritt in Texas

Wenige Tage vor den Zwischenwahlen zum US-Kongress am 3. November hat sich Außenminister Marco Rubio einem Wahlkampfauftritt von Präsident Donald Trump angeschlossen - was bisher eher selten vorkam. Gemeinsam besuchten die beiden republikanischen Politiker am Dienstag zunächst einen mit venezolanischem Rohöl beladenen Öltanker im Bundesstaat Texas. Anschließend holte Trump Rubio in der Hafenstadt Corpus Christi mit den Worten auf die Bühne: "Er ist so beliebt."

Merz im Rahmen seiner Asien-Reise in Japan

Bei seiner mehrtägigen Asienreise wird Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) am Mittwoch in Japan erwartet. Der Kanzler wird in Tokio von Ministerpräsidentin Sanae Takaichi empfangen und nimmt an einem deutsch-japanischen Wirtschaftsgipfel teil. Am Donnerstag stehen ein Unternehmertreffen und ein sicherheitspolitischer Dialog auf dem Programm sowie der Besuch eines Technologieunternehmens für Kernfusion.

Netanjahu will "starke" neue rechtsgerichtete Regierung bilden

Nach dem knappen Ausgang der Parlamentswahl in Israel hat sich Regierungschef Benjamin Netanjahu zuversichtlich gezeigt, auch künftig die Regierung anzuführen. "Wir müssen eine starke Regierung des rechten Lagers bilden", sagte Netanjahu am Mittwoch vor seinen Anhängern in Jerusalem. Zudem sprach er sich gegen jede "Regierung mit der Unterstützung der israelischen Araber" aus, deren Parteien bei der Wahl massive Zugewinne erzielt hatten.

Textgröße ändern: