Pallade Veneta - Lula verspricht bei erstem Kabinettstreffen "Wiederaufbau" Brasiliens nach Bolsonaro

Lula verspricht bei erstem Kabinettstreffen "Wiederaufbau" Brasiliens nach Bolsonaro


Lula verspricht bei erstem Kabinettstreffen "Wiederaufbau" Brasiliens nach Bolsonaro
Lula verspricht bei erstem Kabinettstreffen "Wiederaufbau" Brasiliens nach Bolsonaro / Foto: EVARISTO SA - AFP

Beim ersten Treffen seines Kabinetts hat Brasiliens neuer Präsident Luiz Inácio Lula da Silva nach holprigen ersten Tagen im Amt am Freitag den "Wiederaufbau" des Landes nach der Regierungszeit seines rechtsradikalen Vorgängers Jair Bolsonaro versprochen. "Wir stehen vor einer mühsamen, aber edlen Aufgabe", sagte der linksgerichtete Staatschef. "Wir werden dieses Land besser, gesünder und wohlhabender hinterlassen müssen (...) mit besserer Bildung und einer Rückkehr zum Anstand."

Textgröße ändern:

"Wir werden uns die Hände schmutzig machen müssen", sagte der 77-Jährige. Lula versprach, nach den Jahren der Bolsonaro-Regierung für den "Wiederaufbau des Landes" zu kämpfen und insbesondere den Regenwald zu schützen. Seinem Vorgänger warf er vor, die Demokratie untergraben zu haben und machte ihn für die bislang fast 700.000 Toten infolge der Corona-Pandemie in Brasilien verantwortlich.

Lula, der seit Jahren als Idol der lateinamerikanischen Linken gilt, hatte sich am 30. Oktober in der Stichwahl um das Präsidentenamt mit hauchdünnem Vorsprung gegen Bolsonaro durchgesetzt. Lulas Kabinett besteht aus 37 Ministern - 14 mehr als unter Bolsonaro. Darunter sind elf Frauen, fünf schwarze Menschen und zwei Indigene. Auch das ist ein Bruch im Vergleich zu Bolsonaros von weißen Männern dominierter Regierung.

Lulas Kabinett steht indes vor großen Herausforderungen in dem politisch gespaltenen und wirtschaftlich angeschlagenen Land. Schon in der ersten Woche hatte es mit Schwierigkeiten zu kämpfen: Der wichtigste brasilianische Aktienindex fiel am Montag um mehr als drei Prozent. Investoren reagierten nervös auf die Zweifel, wie Lula seine im Wahlkampf versprochenen Sozialausgaben angesichts knapper Ressourcen in der Staatskasse finanzieren will.

Zudem kam es zu mehreren Kommunikationspannen. So erklärte Finanzminister Fernando Haddad, er wolle die von der Bolsonaro-Regierung eingeführte Senkung der Treibstoffsteuer rückgängig machen - um so Brasiliens Staatshaushalt zu entlasten. Letztlich entschied die Regierung aber, den niedrigeren Steuersatz für mindestens zwei weitere Monate beizubehalten. Beobachter gehen davon aus, dass das Kabinett so einen Einbruch der Umfragewerte schon zu Beginn von Lulas Amtszeit vermeiden wollte.

P.Colombo--PV

Empfohlen

Putin spricht mit iranischem Präsidenten über Iran-Krieg

Der iranische Präsident Massud Peseschkian hat mit Russlands Staatschef Wladimir Putin über den Iran-Krieg gesprochen. Peseschkian und Putin trafen sich am Dienstag am Rande eines Treffens Erdgas-exportierender Länder in Moskau.

Fünf mögliche Wege zu einer neuen israelischen Regierung

Fünf mögliche Wege zu einer neuen israelischen Regierung. Wenn an diesem Dienstag die Bürgerinnen und Bürger in Israel die Knesset, das israelische Parlament, wählen, bekommen Mandate nur die Parteien, die über die Hürde von 3,25 Prozent kommen.

Linken-Fraktionsspitze vertagt Entscheidung zu umstrittener Abgeordneter Emde

Die Führungsspitze der Linken-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus hat eine Entscheidung über den Umgang mit der wegen anti-israelischer Positionen umstrittenen Abgeordneten Vanessa Emde vertagt. Er sehe weiterhin keine "gemeinsame Arbeitsgrundlage", teilte der Fraktionsvorstand nach einer Gespräch mit Emde am Dienstag in der Hauptstadt mit. "Daraus resultierende Prozesse werden wir in den Gremien weiter beraten."

Rekordbeteiligung bei Israel-Wahl - Streit um Betrugsvorwürfe

Bei der ersten Parlamentswahl in Israel seit dem Hamas-Überfall von 2023 hat sich eine Rekord-Wahlbeteiligung abgezeichnet. Bis 18.00 Uhr (Ortszeit; 17.00 Uhr MEZ) hatten 66,7 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben, wie die Zentrale Wahlkommission am Dienstag mitteilte. Erwartet wurde ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem rechtsgerichteten Lager von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und dem Oppositionsblock des Mitte-Rechts-Politikers Gadi Eisenkot. Netanjahus Likud-Partei forderte eine längere Öffnung der Wahllokale, der Regierungschef erhob zudem Betrugsvorwürfe.

Textgröße ändern: