Pallade Veneta - Londons Bürgermeister: Britische Regierung soll Brexit-Schäden eingestehen

Londons Bürgermeister: Britische Regierung soll Brexit-Schäden eingestehen


Londons Bürgermeister: Britische Regierung soll Brexit-Schäden eingestehen
Londons Bürgermeister: Britische Regierung soll Brexit-Schäden eingestehen / Foto: Hollie Adams - AFP/Archiv

Londons Bürgermeister Sadiq Khan fordert die britische Regierung auf, die "immensen Schäden" des Brexit für die britische Wirtschaft einzugestehen. "Nach zwei Jahren des Leugnens und Ausweichens müssen wir uns nun der harten Wahrheit stellen: Der Brexit funktioniert nicht", heißt es in einer Rede, die Khan am Donnerstag vor Politikern und Wirtschaftsvertretern halten wollte und die AFP in Auszügen vorlag. Khan ist Mitglied der oppositionellen Labour-Partei und ein langjähriger Gegner des Brexit.

Textgröße ändern:

Der Versuch, aus dem Brexit mit aller Macht eine Erfolgsgeschichte zu machen oder seine Auswirkungen einfach zu ignorieren, sei keine Strategie, die Wohlstand für London oder eine bessere Zukunft für Großbritannien bringen werde, heißt es weiter. "Wir können nicht guten Gewissens so tun, als würde es unseren Leuten und unseren Unternehmen nicht schaden."

Khan zufolge belaufen sich die geschätzten Kosten für das Finanzministerium durch entgangene Steuereinnahmen auf 40 Milliarden Pfund (rund 45 Milliarden Euro). "Als Bürgermeister (...) nichts zu sagen, wäre eine Pflichtverletzung." Er sei mit dem Versprechen gewählt worden, sich für alle Londoner und die Geschäftswelt einzusetzen, heißt es in dem Redetext. "Daher kann kann ich den immensen Schaden, den der Brexit anrichtet, einfach nicht verschweigen."

Dieser sei allerdings "nicht irreparabel". Khan fordert eine "stärkere Angleichung an unsere europäische Nachbarn - eine Abkehr von diesem extremen und harten Brexit". Dies bedeute insbesondere eine "pragmatische Debatte" über die Vorteile, zur Zollunion und zum Binnenmarkt zu gehören.

Mehr als sechs Jahre nach dem Brexit-Referendum ist das Thema in Großbritannien immer noch hochumstritten. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im November glaubten weniger als ein Drittel der Briten, dass der Brexit die richtige Entscheidung war.

A.Fallone--PV

Empfohlen

Trump will Kongresswahl-Ergebnisse akzeptieren - wenn sie "ehrlich" sind

Eine Woche vor den Kongresswahlen in den USA hat Präsident Donald Trump erneut Zweifel an einem korrekten Ablauf gesät. Trump sagte am Dienstag, er werde die Ergebnisse akzeptieren - "wenn es ehrliche Wahlen sind". Trump hat den Demokraten immer wieder unterstellt, sie wollten die Wahlergebnisse manipulieren. Meinungsforscher gehen davon aus, dass die Demokraten das Repräsentantenhaus und womöglich auch den Senat erobern.

Parlamentswahl in Israel: Streit um Wahlbetrugsvorwürfe von Netanjahu

Am Tag der Parlamentswahl in Israel haben sich Regierungschef Benjamin Netanjahu und die arabische Raam-Partei gegenseitig Betrugsvorwürfe gemacht. Netanjahu beschuldigte die Partei am Dienstag, die Wahl "stehlen" zu wollen. Raam-Chef Mansur Abbas wiederum warf dem Ministerpräsidenten vor, mit solchen "Lügen" Stimmung zu seinen Gunsten zu machen.

Netanjahus Likud-Partei beantragt verlängerte Öffnungszeiten von Wahllokalen

Bei der Parlamentswahl in Israel hat die Likud-Partei von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu eine Verlängerung der Öffnungszeiten der Wahllokale beantragt. "Wir haben einen Antrag gestellt, um die Zeiten für die Stimmabgabe zu verlängern", erklärte die konservative Partei am Dienstag im Onlinedienst Telegram. Die Netanjahu-Partei versuchte zudem, ihre Wähler zu mobilisieren: "Wählt nur Likud", schrieb sie auf Telegram.

Anschlag bei Paris: Nationalversammlung hält Schweigeminute für Opfer ab

Nach dem rassistischen Anschlag nahe Paris mit einem Toten und fünf Verletzten haben die Abgeordneten der französischen Nationalversammlung am Dienstag eine Schweigeminute für die Opfer abgehalten. "Rassismus tötet, der Hass auf den anderen tötet", sagte die Vorsitzende der Nationalversammlung, Yaël Braun-Pivet. Premierminister Sébastien Lecornu warnte seinerseits vor "Wörtern, die zu Waffen werden". Zuvor hatten bereits etwa 100 Persönlichkeiten aus Kultur und Sport gegen Rassismus protestiert.

Textgröße ändern: