Pallade Veneta - Privatkliniken sehen durch Lauterbachs Reformpläne viele Krankenhäuser bedroht

Privatkliniken sehen durch Lauterbachs Reformpläne viele Krankenhäuser bedroht


Privatkliniken sehen durch Lauterbachs Reformpläne viele Krankenhäuser bedroht
Privatkliniken sehen durch Lauterbachs Reformpläne viele Krankenhäuser bedroht / Foto: John MACDOUGALL - AFP/Archiv

Vertreter der privaten Kliniken in Deutschland äußern scharfe Kritik an der von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) angestoßenen Krankenhausreform. Eine unveränderte Umsetzung würde dazu führen, dass "bis zu einem Drittel der Krankenhäuser, vor allem kleinere Krankenhäuser, geschlossen" oder in ein höheres Krankenhauslevel umgewandelt werden müssten, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Deutscher Privatkliniken (BDPK), Thomas Bublitz, der "Welt am Sonntag" laut Vorabmeldung vom Samstag. Die Schließung sei dabei die "wahrscheinlichste Option".

Textgröße ändern:

"Die Auswirkungen dürften vor allem für die Bevölkerung in ländlichen Regionen spürbar sein", sagte Bublitz weiter. Dort fehle es "an Versorgungsalternativen im ambulanten und stationären Bereich".

Wenn die Vorschläge umgesetzt würden, "werden bis zu tausend Kliniken in Deutschland durch Insolvenz bedroht", sagte auch der Vorstandschef der privaten Klinikkette Asklepios, Kai Hankeln, der Zeitung. Besonders betroffen wären seiner Meinung nach Bayern und Nordrhein-Westfalen, weil es dort besonders viele kleinere Kliniken gebe.

"Durch die geänderte Finanzierung werden insbesondere kleinere Krankenhäuser, die Lauterbach unter den Levels 1n und 1i zusammenfasst, aber auch Fachkliniken, nicht überleben können", sagte Hankeln. "Die einzige Rettung für diese Krankenhäuser wäre, dass die Kommunen sie einmal mehr finanziell auffangen."

Das Bundesgesundheitsministerium widersprach. Es gebe "keine Anhaltspunkte" dafür, dass eine Umsetzung des Vorschlags der Regierungskommission Krankenhaus zu einer Verschärfung der Finanzprobleme dieser Krankenhäuser führen würde, teilte es der "Welt am Sonntag" mit. Vielmehr würde es ohne Reformmaßnahmen zu einer "Vielzahl ungesteuerter Insolvenzen und Schließungen" kommen.

Lauterbach hatte die Vorschläge der Regierungskommission Anfang Dezember vorgestellt. Er verspricht sich von den Änderungen mehr Qualität in der medizinischen Versorgung und zugleich weniger Kostendruck bei den Behandlungen.

Künftig sollen der Kommission zufolge Krankenhäuser in drei Level eingeordnet und entsprechend gefördert werden. Level 1 sieht die Grundversorgung vor, also medizinisch und pflegerische Basisversorgung, zum Beispiel grundlegende chirurgische Eingriffe und Notfälle. Dabei wird unterschieden in Krankenhäuser, die Notfallversorgung sicherstellen (1n) und solche, die integrierte ambulant-stationäre Versorgung anbieten (1i).

Level zwei umfasst die Regel- und Schwerpunktversorgung; dabei geht es um Krankenhäuser, die im Vergleich zur Grundversorgung noch weitere Leistungen anbieten. Level drei sieht eine Maximalversorgung etwa in Universitätskliniken vor. Für jedes Level sollen künftig einheitliche Mindestvoraussetzungen gelten. Geplant ist zugleich eine weitreichende Neugestaltung der Finanzierung.

B.Fortunato--PV

Empfohlen

Studierendenliste gewinnt Parlamentswahl in Serbien klar

Studierendenliste gewinnt Parlamentswahl in Serbien klar. 14 Jahre lang war die von Aleksandar Vučić mitgegründete SNS an der Macht.

Steinmeier wirbt für Zusammenarbeit mit China bei Entwicklung von E-Autos

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat zum Auftakt seines Staatsbesuchs in China für eine engere Kooperation im Automobil-Bereich geworben. "Wir sollten selbstbewusst sein, was die technologische Zusammenarbeit mit China angeht", sagte Steinmeier am Dienstag nach dem Besuch eines Entwicklungszentrums von Volkswagen in der östlichen Provinz Anhui. Wenn Entwicklungen in China erfolgreich seien, könnten sie nach Deutschland und Europa übernommen werden.

Staatenlenker Finnlands und Norwegens telefonieren mit Putin - Waffenruhe in Oleschky

Erstmals seit mehr als einem Jahr haben Staatenlenker von europäischen Verbündeten der Ukraine mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin gesprochen. Der finnische Präsident Alexander Stubb bezeichnete das Telefonat zum Ukraine-Krieg am Dienstag zwar als "ehrlich und gehaltvoll", Norwegens Regierungschef Jonas Gahr Störe sprach jedoch von "großen" Meinungsverschiedenheiten mit Putin. Dieser kritisierte die EU- und Nato-Staaten scharf. Derweil schien eine in der russisch besetzten südukrainischen Stadt Oleschky in Kraft getretene örtlich begrenzte Waffenruhe vorläufig zu halten.

Rekordbeteiligung bei Parlamentswahl in Israel - Enges Rennen erwartet

Schicksalswahl mit Rekordbeteiligung: Bei der ersten Parlamentswahl in Israel seit dem Hamas-Überfall auf das Land sind die Menschen am Dienstag in großer Zahl zu den Wahlurnen geströmt. In dem tief gespaltenen Land entscheidet die Abstimmung über die Zukunft des langjährigen Ministerpräsidenten Benjamin Netanhaju. Erwartet wurde ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen seinem rechtsgerichteten Lager und dem Block des Mitte-Rechts-Oppositionspolitikers Gadi Eisenkot.

Textgröße ändern: