Pallade Veneta - London hält wegen politischer Blockade Neuwahlen in Nordirland für möglich

London hält wegen politischer Blockade Neuwahlen in Nordirland für möglich


London hält wegen politischer Blockade Neuwahlen in Nordirland für möglich
London hält wegen politischer Blockade Neuwahlen in Nordirland für möglich / Foto: Paul Faith - AFP

Nordirland könnte nach Angaben von London auf Neuwahlen zusteuern, wenn die Frist zur Bildung einer neuen Regierung am Donnerstag um Mitternacht erfolglos abläuft. Er werde "sorgfältig alle Optionen prüfen", wenn die politische Pattsituation bei der Frage um Nordirlands Status infolge des Brexit anhalte, betonte der für Nordirland zuständige Minister Chris Heaton-Harris am Donnerstag in der "Irish Times".

Textgröße ändern:

Die Wiederherstellung der Regierung in Nordirland sei "eine absolute Priorität für meine Regierung", erklärte Heaton-Harris vor einer britisch-irischen Konferenz in Dublin. "Wenn diese Pattsituation anhält, werde ich leider mehr tun müssen", fügte er hinzu.

Nordirland hat seit Februar keine arbeitsfähige Regierung, weil die pro-britische Democratic Unionist Party (DUP) aus Protest gegen das Nordirland-Protokoll im Brexit-Abkommen eine Beteiligung an der Exekutive verweigert.

Mit der Vereinbarung bleibt Nordirland Teil des Europäischen Binnenmarktes, wodurch eine De-facto-Zollgrenze mit der Insel Großbritannien entsteht. Die DUP verlangt, dass das Abkommen überarbeitet oder ganz gestrichen wird. Sie fürchtet um die Zugehörigkeit Nordirlands zum Vereinigten Königreich.

Die Regionalregierung in Belfast muss gemäß dem Friedensabkommen von 1998 von katholischen Nationalisten und protestantischen Unionisten gemeinsam geführt werden. "Die DUP versteckt sich hinter dem Protokoll", sagte die Vorsitzende der pro-irischen Sinn-Fein-Partei, Michelle O'Neill, auf einer Pressekonferenz in London. Ihre Partei war nach der Wahl im vergangenen Mai stärkste Kraft im Parlament geworden. Sie warf der DUP vor, eine Regierungsbildung zu blockieren, weil sie nicht mit ihrer Rolle als Juniorpartner zufrieden sei.

Sollte keine Regierung zustande kommen, ist Heaton-Harris gesetzlich verpflichtet, ab Freitag einen Termin für Neuwahlen innerhalb der nächsten sechs Wochen bekannt zu geben.

Nach dem derzeitigen Gesetz würde dies bedeuten, dass die Wahlen spätestens am 13. April stattfinden müssten - drei Tage nach dem 25. Jahrestag des 1998 geschlossenen Karfreitagsabkommen, das den 30 Jahre dauernden Konflikt zwischen pro-britischen Protestanten und irisch-nationalistischen Katholiken mit Tausenden Toten beendet hatte.

Es wird jedoch erwartet, dass die britische Regierung die Frist für eine Regierungsbildung erneut verlängert, um mögliche Neuwahlen hinauszuzögern. Dies würde Großbritannien und der EU mehr Zeit geben, bei den Verhandlungen über das Nordirland-Protokoll doch noch einen erfolgreichen Abschluss zu erzielen.

O.Mucciarone--PV

Empfohlen

Asienreise des Kanzlers: Merz wirbt für Investitionen in Deutschland und Europa

Zum Beginn seiner Reise in drei Länder Asiens hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) in Singapur für Deutschland und Europa als Investitionsstandort geworben. Er könne "alle Sorgen zerstreuen, dass es Unsicherheiten in Europa gibt", sagte Merz am Dienstag nach einem Treffen mit Singapurs Regierungschef Lawrence Wong. "Mit der von mir geführten Bundesregierung werden die Investitionsmöglichkeiten auch kontinuierlich verbessert", fügte Merz hinzu.

Partei von Flávio Bolsonaro erkennt Lulas Wiederwahl in Brasilien an

Anders als der unterlegene Präsidentschaftskandidat Flávio Bolsonaro hat dessen Partei seine Niederlage bei der Stichwahl in Brasilien gegen Amtsinhaber Luiz Inácio Lula da Silva eingestanden. "Wir erkennen das vom Obersten Wahlgericht (TSE) verkündete Ergebnis der Präsidentschaftswahl an", erklärte Bolsonaros rechtsgerichtete Liberale Partei am späten Montagabend (Ortszeit). Flávio Bolsonaro teilte derweil mit, er habe seinen Pass abgeben müssen und dürfe das Land nicht verlassen. Hintergrund sind Ermittlungen der Justiz gegen ihn wegen Korruption und Geldwäsche.

Wirtschaftsministerin Reiche sagt Südkorea-Reise wegen Corona-Erkrankung ab

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hat ihre für diese Woche geplante Reise nach Südkorea wegen einer Corona-Erkrankung abgesagt. Das teilte eine Ministeriumssprecherin am Dienstag mit. Reiche sollte am Mittwoch nach Ostasien reisen und ab Donnerstag in Seoul an der Asien-Pazifik-Konferenz der deutschen Wirtschaft teilnehmen.

Richtungsweisende Parlamentswahl in Israel - Enges Rennen erwartet

In Israel wählen die Menschen erstmals seit dem Hamas-Überfall auf das Land ein neues Parlament: Direkt nach der Öffnung der Wahllokal am Dienstagmorgen herrschte großer Andrang, die Wahlbehörde sprach von der höchsten Wahlbeteiligung in den ersten drei Stunden seit 1981. Die Abstimmung gilt als Richtungswahl in dem stark gespaltenen Land. Erwartet wird ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem rechtsgerichteten Lager des langjährigen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und dem Block des Mitte-Rechts-Oppositionspolitikers Gadi Eisenkot. Mit ersten Hochrechnungen wird nach Schließung der Wahllokale um 22.00 Uhr (Ortszeit, 21.00 Uhr MEZ) gerechnet.

Textgröße ändern: