Pallade Veneta - Griechische Regierung übersteht Misstrauensvotum nach Abhörskandal

Griechische Regierung übersteht Misstrauensvotum nach Abhörskandal


Griechische Regierung übersteht Misstrauensvotum nach Abhörskandal
Griechische Regierung übersteht Misstrauensvotum nach Abhörskandal / Foto: Louisa GOULIAMAKI - AFP

Die konservative griechische Regierung hat ein parlamentarisches Misstrauensvotum wegen des seit Monaten für Wirbel sorgenden Abhörskandals überstanden. 156 Abgeordnete des 300 Sitze umfassenden Parlaments sprachen Regierungschef Kyriakos Mitsotakis am Freitag ihr Vertrauen aus, 143 stimmten für den Misstrauensantrag, teilte das Parlamentspräsidium in Athen mit. Das Misstrauensvotum hatte der oppositionelle Syriza-Chef und Ex-Ministerpräsident Alexis Tsipras beantragt.

Textgröße ändern:

Dem Antrag war ein Bericht der Datenschutzbehörde ADAE vorausgegangen. Wie sie auf Anfrage von Tsipras berichtete, hatte der griechische Geheimdienst EYP monatelang die Telefone von Oppositionspolitikern, Ministern, hohen Militärs, Unternehmern und Journalisten abgehört - darunter der frühere Energieminister, der Armeechef und der ehemalige Nationale Sicherheitsberater. Dem Bericht zufolge setzte der Geheimdienst dabei die in Israel entwickelte Spionagesoftware Predator ein.

Tsipras bezeichnete Mitsotakis als "Drahtzieher und Anführer" eines "kriminellen Netzwerks". Er warf dem Regierungschef vor, sechs Monate lang "bewusst gelogen" zu haben. Mitsotakis beteuerte seinerseits, die Abhöraktionen seien von einem Staatsanwalt genehmigt und insofern legal gewesen. Im Frühjahr stehen in Griechenland Parlamentswahlen an.

Der Abhörskandal war im vergangenen Sommer ins Rollen gekommen: Damals reichte Nikos Androulakis, Europaabgeordneter und Chef der sozialistischen Oppositionspartei Pasok, beim Obersten Gericht Klage wegen eines Spähangriffs mit Predator auf sein Handy ein.

Mitsotakis räumte das Abhören von Androulakis durch den Geheimdienst ein und bezeichnete dies als "Fehler". Er bestritt jedoch, dass dies mit der Software Predator geschehen sei. Im Zuge des Skandals traten Geheimdienstchef Panagiotis Kontoleon und ein enger Berater des Regierungschefs zurück.

Y.Destro--PV

Empfohlen

Merz zum Auftakt seiner Asienreise in Singapur

Zum Auftakt seiner mehrtägigen Asienreise wird Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) am Dienstag in Singapur erwartet. In dem Stadtstaat wird der Kanzler unter anderem Premierminister Lawrence Wong und Präsident Tharman Shanmugaratnam treffen. Beim Institute for Southeast Asian Studies soll Merz die sogenannte Singapore Lecture halten. Bei der Rede dürfte er sich ausführlicher zu den Beziehungen zu den Staaten des Indopazifik äußern. Auch ein Besuch des Hafens PSA Horizons ist geplant.

Israelis wählen neues Parlament - Netanjahu unter Druck

In Israel wird am Dienstag ein neues Parlament gewählt. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu tritt nach insgesamt mehr als 19 Jahren als Regierungschef erneut als Spitzenkandidat seiner konservativen Likud-Partei an. Seinen Herausforderern werden gute Chancen eingeräumt, vor allem dem Mitte-rechts-Kandidaten und ehemaligen Armeechef Gadi Eisenkot. Es wird ein enges Rennen erwartet.

Erklärung: Partei von Flávio Bolsonaro erkennt Lulas Wiederwahl in Brasilien an

Die Partei des brasilianischen Präsidentschaftskandidaten Flávio Bolsonaro hat dessen Niederlage bei der Stichwahl gegen Amtsinhaber Luiz Inácio Lula da Silva eingeräumt. "Wir erkennen das vom Obersten Wahlgericht (TSE) verkündete Ergebnis der Präsidentschaftswahl an", erklärte Bolsonaros Liberale Partei am späten Montagabend (Ortszeit). Sie sei "jedoch der Ansicht, dass die vorgebrachten Bedenken im Rahmen einer ausgewogenen und demokratischen politischen Debatte angemessen berücksichtigt werden müssen".

Begrenzte Waffenruhe in russisch besetzter ukrainischer Stadt Oleschky in Kraft getreten

In der russisch besetzten südukrainischen Stadt Oleschky ist eine örtlich begrenzte Waffenruhe in Kraft getreten. Die russischen Streitkräfte hätten am Dienstag "in der Region Oleschky im Gebiet Cherson ab 04.00 Uhr Moskauer Zeit" (03.00 Uhr Ortszeit, 02.00 Uhr MEZ) das Feuer eingestellt, teilte das russische Verteidigungsministerium im Onlinedienst Telegram mit. Dies geschehe "im Rahmen der Vorbereitungen für einen humanitären Einsatz".

Textgröße ändern: