Pallade Veneta - EU darf nicht die Sprachen Englisch, Französisch und Deutsch bevorzugen

EU darf nicht die Sprachen Englisch, Französisch und Deutsch bevorzugen


EU darf nicht die Sprachen Englisch, Französisch und Deutsch bevorzugen
EU darf nicht die Sprachen Englisch, Französisch und Deutsch bevorzugen / Foto: INA FASSBENDER, - - AFP/Archiv

Bei der Auswahl ihrer Beamten darf die EU nicht automatisch Bewerber mit Englisch-, Französisch- oder Deutschkenntnissen bevorzugen. Solche Anforderungen müssen für die jeweilige Tätigkeit begründet sein, wie der Europäische Gerichtshof (EuGH) am Donnerstag in Luxemburg entschied. (Az. C-623/20 P und C-635/20 P)

Textgröße ändern:

Konkret geht es um Stellen im Qualitätsmanagement sowie Beamte für die Ausgabenverwaltung, Korruptionsbekämpfung, Handel und Zoll. Das Europäische Amt für Personalauswahl (EPSO) hatte für die Einstellung Sprachkenntnisse in einer beliebigen der 24 Amtssprachen der EU auf dem Niveau C1 verlangt; dieses beschreibt eine "kompetente Sprachanwendung in breiten Themenbereichen". Die Anforderung wird meist durch die Muttersprache erfüllt.

Als zweite Sprache mussten die Bewerber Kenntnisse in Englisch, Französisch oder Deutsch auf dem Niveau B1 nachweisen. Dieses wird als "selbstständige Sprachanwendung in vertrauten Themenbereichen" beschrieben.

Italien und Spanien fühlten sich und ihre Sprachen übergangen und klagten. Wie schon 2020 das erstinstanzliche Gericht der Europäischen Union (EuG) gab nun auch der EuGH den Klagen statt. Die unterschiedliche Behandlung aufgrund der Sprache sei nicht gerechtfertigt.

Zwar habe das EPSO angegeben, die Beamten sollten sofort einsetzbar sein. Die EU-Kommission und ihre Behörde hätten aber nicht nachgewiesen, dass dafür durchgehend Sprachkenntnisse in Englisch, Französisch oder Deutsch erforderlich sind.

Maßgeblich für die Sprachanforderungen müsse sein, welche Sprachen bei der täglichen Arbeit als "Verfahrenssprachen" verwendet werden, befand der EuGH. Nach den vorgelegten Unterlagen könnten im Bereich des Qualitätsmanagements Englischkenntnisse von Vorteil sein. Vorteile für Französisch oder Deutsch seien hingegen für keines der beiden Tätigkeitsfelder belegt.

E.M.Filippelli--PV

Empfohlen

Zentralkomitee der KP tagt in China - Verschärfung der Disziplin geplant

In China hat Präsident Xi Jinping am Montag eine mehrtägige Sitzung der Eliten der Kommunistischen Partei eröffnet, bei der unter anderem die Disziplin in den eigenen Reihen verschärft werden soll. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua nehmen an dem Treffen etwa 300 Mitglieder des Zentralkomitees der regierenden Kommunistischen Partei teil. Berichten zufolge soll es dabei unter anderem um eine Eindämmung von Korruption und eine Steigerung der Effektivität und Loyalität gehen.

Lula gewinnt Präsidentenwahl in Brasilien - Bolsonaro erkennt Niederlage nicht an

Entgegen vieler Erwartungen hat der linksgerichtete Staatschef Luiz Inácio Lula da Silva die Präsidentschaftswahl in Brasilien gewonnen. Er setzte sich in der Stichwahl knapp gegen seinen rechtsgerichteten Herausforderer Flávio Bolsonaro durch, der das Ergebnis jedoch nicht anerkennen will. Staats- und Regierungschefs aus aller Welt gratulierten Lula am Montag zu seinen Wahlsieg.

Steinmeier-Nachfolge: Unterstützung für Aigner aus Ländern - CDU wartet ab

In der Debatte um die Nachfolge von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erhält die CSU-Politikerin Ilse Aigner weitere Unterstützung aus den Bundesländern - die CDU will sich aber weiterhin nicht positionieren. Aigner bringe "die notwendigen Voraussetzungen mit", sagte Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) am Sonntagabend. Als "ganz herausragende Persönlichkeit" bezeichnete auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) Aigner. Die Bundes-CDU verweist jedoch auf "gute Kandidatinnen und Kandidaten in den eigenen Reihen".

Merz zu mehrtägiger Asienreise gestartet - Steinmeier reist parallel nach China

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) ist am Montag zu einer mehrtägigen Asienreise aufgebrochen. Bis Ende der Woche wird der Kanzler Singapur, Japan und Südkorea besuchen. Merz wird dabei von einer Wirtschaftsdelegation begleitet. Die Reise dient nach Regierungsangaben insbesondere der Vertiefung der sicherheitspolitischen und wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit den asiatischen Staaten. Sie fällt zeitlich zusammen mit einem Besuch von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in China.

Textgröße ändern: