Pallade Veneta - SPD kann nach Berliner Wahl zweiten Platz vor Grünen nur knapp verteidigen

SPD kann nach Berliner Wahl zweiten Platz vor Grünen nur knapp verteidigen


SPD kann nach Berliner Wahl zweiten Platz vor Grünen nur knapp verteidigen
SPD kann nach Berliner Wahl zweiten Platz vor Grünen nur knapp verteidigen / Foto: John MACDOUGALL - AFP/Archiv

Gut zwei Wochen nach der Wiederholungswahl zum Berliner Abgeordnetenhaus hat der Landeswahlausschusses am Montag das amtliche Wahlergebnis bekannt gegeben: Die Rangfolge der Parteien blieb dabei gleich - der Abstand zwischen SPD und Grünen verringerte sich aber deutlich. Die zweitplazierten Sozialdemokraten liegen demnach nur noch mit 53 Stimmen vor den Grünen. Deutlicher Gewinner der Wahl vom 12. Februar ist die CDU mit 28,2 Prozent.

Textgröße ändern:

Zwischen SPD und Grünen, die beide 18,4 Prozent erreichten, war es hingegen knapp: Am Wahlabend hatte der Abstand noch 105 Stimmen betragen, er verringerte sich jedoch bereits wenige Tage später aufgrund von Nachzählungen im Bezirk Lichtenberg auf weniger als hundert.

Mit dem amtlichen Endergebnis haben die Parteien nun Gewissheit für ihre Sondierungen. Die amtierende Regierende Bürgermeisterin und SPD-Spitzenkandidatin Franziska Giffey dürfte im Fall einer Neuauflage der Regierungskoalition mit den Grünen und der mit 12,2 Prozent viertplatzierten Linken auf ihrem Führungsanspruch bestehen.

Die drei Parteien trafen sich am Montag zeitgleich zur Sitzung des Wahlausschusses bereits zum dritten Mal, um über eine mögliche Fortführung ihres Bündnisses zu sprechen. Die Grünen-Spitzenkandidatin Bettina Jarasch äußerte bereits ihre Präferenz für die Fortsetzung. Rechnerisch möglich wäre jedoch auch eine Koalition der CDU mit der SPD oder den Grünen.

CDU-Spitzenkandidat Kai Wegner lud deshalb als Wahlsieger die beiden Parteien bereits zu Sondierungen ein. Mit den Sozialdemokraten fanden schon drei Gespräche statt, das dritte mit den Grünen folgt am Dienstag. Eine Präferenz für eine der beiden Parteien wollte Wegner noch nicht nennen. "Ende der Woche entscheiden wir, ob wir Koalitionsverhandlungen mit der SPD oder mit den Grünen aufnehmen wollen", kündigte der 50-Jährige am Sonntagabend an.

Zunächst war am Montag ungewiss, ob der Landeswahlausschuss das Endergebnis würde verkünden können. Eine Beisitzerin des Ausschusses, Sylvia Müller, forderte eine teilweise Nachzählung in einem Wahlkreis des Bezirks Lichtenberg, wo der Kandidat der CDU das Direktmandat nur mit zehn Stimmen Vorsprung vor der Linken-Bewerberin gewonnen hatte. Das Gremium folgte jedoch der Empfehlung der Landeswahlleitung, die Neuauszählung abzulehnen.

Die Wahlleitung hatte keine Anhaltspunkte für Zähl- oder Übertragungsfehler gesehen, welche eine Nachzählung rechtfertigen würden. Landeswahlleiter Stephan Bröchler zeigte sich am Montag insgesamt zufrieden mit der Abstimmung: "Die Durchführung der ersten vollständigen Wiederholungswahl war ein Erfolg", sagte er. Sie habe gezeigt: "Berlin kann Wahlen." Dass das vorläufige Ergebnis vom Wahlabend vom endgültigen Ergebnis abweiche, sei normal.

Die Wiederholung der Abgeordnetenhauswahl und der Bezirkswahlen war vom Berliner Verfassungsgerichtshof angeordnet worden, weil es bei den ursprünglichen Wahlen im September 2021 zahlreiche Pannen gegeben hatte. Im neuen Landesparlament ist als fünfte Partei auch die AfD vertreten - sie holte 9,1 Prozent der Stimmen. Die FDP scheiterte hingegen mit 4,6 Prozent an der Fünfprozenthürde.

M.Jacobucci--PV

Empfohlen

Venezuela: Oppositionspolitikerin Machado nach fast einem Jahr Exil heimgekehrt

Nach knapp einem Jahr im Exil ist die führende venezolanische Oppositionspolitikerin und Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado überraschend in ihr Heimatland zurückgekehrt. Am Sonntag (Ortszeit) traf Machado unter dem Jubel ihrer Anhänger in der Hauptstadt Caracas ein, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP beobachteten. Zuvor hatte sie im Onlinedienst X geschrieben: "Ich bin hier. Bei euch." Machados Rückkehr dürfte eine Herausforderung für die von den USA unterstützte Übergangsregierung von Delcy Rodríguez sein.

Merz bricht zu mehrtägiger Asienreise auf

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bricht am Montag zu einer mehrtägigen Asienreise auf. Bis Ende der Woche wird der Kanzler Singapur, Japan und Südkorea besuchen. Merz wird dabei von einer Wirtschaftsdelegation begleitet. Die Reise dient nach Regierungsangaben insbesondere der Vertiefung der sicherheitspolitischen und wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit den asiatischen Staaten. Am Dienstag wird Merz in Singapur unter anderem Premierminister Lawrence Wong treffen. Im Rahmen der sogenannten Singapore Lecture wird er in dem Stadtstaat eine Rede halten.

Lula gewinnt Präsidentenwahl in Brasilien - Bolsonaro will Ergebnis anfechten

Wahlkrimi in Brasilien: Bei der Stichwahl um das Präsidentenamt in Brasilien hat sich der Linkspolitiker Luiz Inácio Lula da Silva knapp gegen seinen Herausforderer Flávio Bolsonaro durchgesetzt. Die Brasilianer hätten dafür gestimmt, "die Demokratie zu sichern", sagte Lula am Sonntag nach Bekanntgabe des offiziellen Wahlergebnisses. Während Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum Lula zu seinem Sieg gratulierte, kündigte Bolsonaro an, das Ergebnis juristisch anzufechten.

Parlamentswahl in Serbien: Studentenliste verdrängt langjährigen Staatschef Vucic

Serbiens Langzeit-Präsident Aleksandar Vucic steht nach 14 Jahren im Amt vor dem Aus: Nach der vorgezogenen Parlamentswahl in dem südosteuropäischen Land hat sich die aus einer studentischen Protestbewegung hervorgegangene Studentska Lista am Sonntag zur Siegerin über Vucics Serbische Fortschrittspartei (SNS) erklärt. "Vorläufige Ergebnisse zeigen, dass die Studierenden in fast allen Wahllokalen überzeugend in Führung liegen", sagte Studentska Lista-Kandidat Radomir Saicic. Vucic hatte zuvor seine Niederlage eingeräumt. EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen und Ungarns Regierungschef Peter Magyar gratulierten der Studentska Lista zu ihrem Sieg.

Textgröße ändern: