Pallade Veneta - Ukrainische Armee will Stellungen in umkämpfter Stadt Bachmut verstärken

Ukrainische Armee will Stellungen in umkämpfter Stadt Bachmut verstärken


Ukrainische Armee will Stellungen in umkämpfter Stadt Bachmut verstärken
Ukrainische Armee will Stellungen in umkämpfter Stadt Bachmut verstärken / Foto: Anatolii Stepanov - AFP/Archiv

Die ukrainische Armee will Bachmut nicht aufgeben: Nach Spekulationen über einen Abzug aus der heftig umkämpften Stadt in der Ostukraine erklärte das ukrainische Präsidialamt am Montag, die Armeespitze wolle die Stellungen in Bachmut sogar verstärken. Der Chef der am Kampf um Bachmut maßgeblich beteiligten russischen Söldnertruppe Wagner beschwerte sich unterdessen erneut über eine mangelnde Belieferung seiner Kämpfer mit Munition.

Textgröße ändern:

Bachmut ist bereits seit dem vergangenen Sommer heftig umkämpft. Beim Kampf um die kleine Industriestadt, die vor dem russischen Angriff etwa 70.000 Einwohner hatte, handelt es sich um die bisher längste Schlacht im Ukraine-Krieg mit großen Verlusten auf beiden Seiten.

Experten zufolge ist Bachmut von geringer strategischer Bedeutung, eine Einnahme hätte für Russland demnach vor allem symbolischen Wert. Inzwischen ist die Stadt von drei Seiten umzingelt, als Versorgungs- und mögliche Rückzugsroute ist den ukrainischen Verteidigern nur noch die Straße nach Tschassiw Jar westlich von Bachmut geblieben.

Am Sonntag hatte das in den USA ansässige Institute for the Study of War (ISW) erklärt, die ukrainische Armee werde wahrscheinlich eher aus Bachmut abziehen als eine vollständige Einkreisung zu riskieren. Bei einem Treffen mit Präsident Wolodymyr Selenskyj sprachen sich Armeechef Walerij Saluschnyj und der Kommandeur der ukrainischen Bodentruppen, Oleksandr Syrskyj, am Montag aber für eine "Fortsetzung des Verteidigungseinsatzes" und eine "Stärkung unserer Stellung in Bachmut" aus, wie das Präsidialamt mitteilte.

Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin erklärte unterdessen, eine für den 23. Februar angekündigte Munitionslieferung für seine Kämpfer in der Ukraine sei bis heute nicht erfolgt. Für diese Verzögerung gebe es zwei mögliche Erklärungen: "die übliche Bürokratie oder Verrat", erklärte Prigoschin in einer Video-Botschaft.

Am Wochenende hatte Prigoschin gewarnt, würde sich die Wagner-Gruppe "jetzt in Bachmut zurückziehen, würde die gesamte Front zusammenbrechen". Die Front drohe sich dann "bis an die Grenzen Russlands, vielleicht sogar noch weiter" zu verschieben. Der Wagner-Chef hatte schon mehrfach heftige Kritik an der russischen Armeeführung sowie an Verteidigungsminister Sergej Schoigu geübt und sich über ausbleibende Munitionslieferungen beklagt.

Am Montag teilte das russische Verteidigungsministerium mit, Schoigu habe die zerstörte Hafenstadt Mariupol im Süden der Ukraine besucht. Bei seinem dritten Besuch im Kriegsgebiet sei Schoigu nach Mariupol gereist, um dort die Wiederaufbauarbeiten zu überwachen.

Die ukrainische Luftwaffe meldete unterdessen den Abschuss von 13 Drohnen. Russland habe die Ukraine in der Nacht zum Montag mit insgesamt 15 Drohnen aus iranischer Produktion angegriffen, von denen 13 abgeschossen worden seien, erklärte die Luftwaffe. Verletzte oder Sachschäden meldeten die ukrainischen Behörden zunächst nicht. In der Hauptstadt Kiew war am frühen Montagmorgen aber stundenlang Luftalarm zu hören.

Russland hat seit Oktober immer wieder Raketen- und Drohnenangriffe auf Strom- und Heizkraftwerke in der Ukraine gestartet. Kiew verstärkte daraufhin seine Luftabwehrsysteme mit westlicher Hilfe und kann russische Luftangriffe mittlerweile besser abwehren.

A.Fallone--PV

Empfohlen

Umfrage vor Berliner Abgeordnetenhauswahl sieht CDU wieder vor Linkspartei

Rund zweieinhalb Wochen vor der Abgeordnetenhauswahl in Berlin sieht eine Umfrage die regierende CDU wieder vor der oppositionellen Linken. Die Christdemokraten von Spitzenkandidat Stefan Evers kommen laut der am Mittwoch veröffentlichten Erhebung des Instituts Infratest dimap für den Rundfunk Berlin-Brandenburg auf 21 Prozent. Die Linkspartei um Spitzenkandidatin Elif Eralp folgt mit 19 Prozent.

Ukraine führt neues zweistufiges Luftalarm-System ein

Die Ukraine überarbeitet ihr Luftalarm-System und führt ein zweistufiges Warnsystem ein. Je nach Art der Bedrohung werde künftig eine Warnung der Stufe gelb oder rot ausgegeben, teilte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Mittwoch in Onlinediensten mit. "In der Regel wird die Stufe gelb einen Drohnenangriff anzeigen, während die Stufe rot auf eine Raketenbedrohung hinweisen wird", erläuterte er.

"Trump-Straße": Trump erwägt Umbenennung der Straße von Hormus

US-Präsident Donald Trump erwägt, der Straße von Hormus seinen Namen zu geben. Da die Meerenge "nun unter US-Kontrolle steht, sollten wir die Straße von Hormus in Trump-Straße umbenennen???", fragte der Präsident am Mittwoch in seinem Onlinedienst Truth Social. Er fügte hinzu, die Wasserstraße wäre dann "wie Amerika selbst 'heißer' denn je zuvor".

"Brutale Diktatur": USA rufen Partner zur Ächtung Nicaraguas auf

Nach dem Ausschluss von Oppositionspolitikern bei Wahlen in Nicaragua haben die USA zur Ächtung des Landes aufgerufen. "Die Vereinigten Staaten fordern ihre internationalen Partner nachdrücklich auf, ihren gewöhnlichen Umgang mit dieser brutalen Diktatur unverzüglich einzustellen", erklärte das Außenministerium am Mittwoch in Washington. Das Parlament von Nicaragua hatte zuvor die von Langzeitpräsident Daniel Ortega geforderten Restriktionen gebilligt.

Textgröße ändern: