Pallade Veneta - Baerbock bei Irak-Besuch: IS-Miliz beging Völkermord an den Jesiden

Baerbock bei Irak-Besuch: IS-Miliz beging Völkermord an den Jesiden


Baerbock bei Irak-Besuch: IS-Miliz beging Völkermord an den Jesiden
Baerbock bei Irak-Besuch: IS-Miliz beging Völkermord an den Jesiden / Foto: Murtaja LATEEF - AFP

Bei ihrem Besuch im Irak hat Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) die Verfolgung der Jesiden durch die IS-Miliz als Völkermord bezeichnet. "Was der IS der jesidischen Gemeinschaft angetan hat, der Versuch der völligen Vernichtung, Verschleppung, Versklavung - dafür gibt es ein Wort, das wir nicht leichtfertig benutzen: Genozid", sagte Baerbock am Dienstag nach einem Treffen mit ihrem irakischen Kollegen Fuad Hussein in Bagdad.

Textgröße ändern:

Dabei bestehe eine "gemeinsame Verantwortung der Weltgemeinschaft, die einen Genozid nicht verhindert hat, der vor ihren Augen stattfand", sagte Baerbock. Die Außenministerin erinnerte daran, dass Deutschland inzwischen das Land vieler Menschen geworden sei, die ihre Wurzeln im Irak haben. Heute seien rund 200.000 Jesidinnen und Jesiden in Deutschland ansässig.

Leider bleibe die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) weiterhin eine Bedrohung. "Damit nie wieder ein Iraker oder eine Irakerin unter der Schreckensherrschaft des IS leiden muss, werden wir gemeinsam den Druck auf den IS aufrecht erhalten", sagte Baerbock. Deshalb seien auch deutsche Soldatinnen und Soldaten im Irak, um die irakischen Sicherheitskräfte im Kampf gegen den IS zu unterstützen. "Unser Fokus liegt auf der Beratung", sagte Baerbock.

Die IS-Miliz hatte ab 2014 in weiten Teilen Syriens und des Irak ein sogenanntes Kalifat ausgerufen. Im Irak wurde die Miliz 2017 durch eine von den USA angeführte internationale Koalition besiegt. Rund 2500 US-Soldaten sind weiter im Land im Einsatz, um den Kampf gegen die Dschihadisten zu unterstützen.

Zu Beginn seines Eroberungszuges hatte der IS auch das Sindschar-Gebirge im Nordirak unter seine Kontrolle gebracht, wo die nicht-muslimischen Jesiden seit Jahrhunderten leben. Dort und auch in Syrien zwang die Miliz Frauen und Mädchen in die Sklaverei, rekrutierte Jungen als Kindersoldaten und tötete tausende Männer. Im Januar erkannte der Bundestag in Berlin die Gewalttaten gegen die Jesiden als Völkermord an.

R.Zarlengo--PV

Empfohlen

Minister: Israel plant Umsiedlung von Bevölkerung des Gazastreifens

Israel hat nach den Worten von Verteidigungsminister Israel Katz Pläne zur Umsiedlung von Palästinensern aus dem Gazastreifen. Die USA müssten allerdings noch klären, wohin die Bewohner umgesiedelt werden könnten, sagte Katz am Mittwoch. "Ohne diese Migration gibt es letztendlich keine wirkliche Lösung für den Gazastreifen", sagte der Minister. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu besuchte derweil Soldaten im Gazastreifen.

Selenskyj bietet Deutschland nach Anschlagsversuch in Leipzig Hilfe an

Nach dem versuchten Sprengstoffanschlag am Leipziger Flughafen hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj Deutschland Unterstützung angeboten. Die Ukraine sei bereit, mit "Fachwissen, Erfahrung oder in anderen Bereichen" zu helfen, in denen Deutschland Unterstützung benötige, erklärte Selenskyj am Mittwoch nach einem Gespräch mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU).

Nach Angriff auf Hochzeitsfeier: Teheran wirft den USA "Kriegsverbrechen" vor

Nach einem Angriff auf eine Hochzeitsfeier mit mindestens vier Toten in der Provinz Sirik im Süden des Iran hat Teheran den USA "Kriegsverbrechen" vorgeworfen. "Die Wahrheit über diesen völkerrechtswidrigen Krieg und das wahre Gesicht des Kriegsverbrechens zeigen sich in Sirik, wo eine Hochzeitsfeier brutal bombardiert wurde", erklärte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmail Bakaei, am Mittwoch im Onlinedienst X. Die US-Armee äußerte sich zunächst nicht zu dem Vorfall und betonte lediglich, niemals auf Zivilisten zu zielen.

"Sprache der Eskalation": Bundesregierung weist Kritik aus Moskau zurück

Die Bundesregierung hat die Kritik Russlands an den neu verhängten deutschen Sanktionen zurückgewiesen. Zu den Äußerungen aus Moskau sagte Vizeregierungssprecher Steffen Meyer am Mittwoch in Berlin: "Das ist sicherlich eine Sprache der Eskalation, die dort gewählt wird. Unsere Sprache ist es nicht." Die Bundesregierung erwarte, "dass Moskau mit Maßnahmen antworten wird", fügte er hinzu. "Wir sind darauf vorbereitet."

Textgröße ändern: