Pallade Veneta - Belarus wirft Polen Bedrohung der Wisente an gemeinsamer Grenze vor

Belarus wirft Polen Bedrohung der Wisente an gemeinsamer Grenze vor


Belarus wirft Polen Bedrohung der Wisente an gemeinsamer Grenze vor
Belarus wirft Polen Bedrohung der Wisente an gemeinsamer Grenze vor / Foto: Sergei Gapon - AFP/Archiv

Belarus hat seinem Nachbarn Polen vorgeworfen, mit der Errichtung eines Grenzzauns mitten durch das Schutzgebiet für Wisente deren Überleben zu gefährden. Die künstlichen Barrieren durch den Bialowieza-Urwald führten dazu, dass die Herden der Europäischen Bisons voneinander getrennt würden und die jetzt schon geringe Vielfalt ihrer Gene durch Inzucht weiter verarmte, erklärte das belarussische Außenministerium am Freitag.

Textgröße ändern:

Ein Sprecher des polnischen Außenministeriums wies den Vorwurf zurück. Der Gen-Pool der Wisente sei de facto schon jetzt sehr begrenzt, da sie allesamt von den wenigen Tieren aus den 1920er Jahren abstammten, sagte Lukasz Jasina der Nachrichtenagentur AFP. Der Grenzzaun stelle "unseres Wissens nach keine nennenswerte und nicht einmal eine minimale Bedrohung für die Wisentpopulationen dar". Jasina bezeichnete den Vorwurf als Versuch von Seiten Minsks, "die Tatsachen zu verdrehen".

Freilebende Wisente waren in den 1920er Jahren ausgestorben. Alle heute lebenden Tiere stammen von in Zoos und Tiergehegen gehaltenen Wisenten ab, die in den 50er Jahren im Gebiet des heutigen Nationalparks Bialowieza (russisch Beloweschskaja Puschtscha) an der polnisch-belarussischen Grenze ausgewildert werden konnten. Inzwischen leben dort rund 1400 Tiere, deren geringe genetische Vielfalt aber ihren langfristigen Erhalt gefährden könnte.

Die Beziehungen zwischen Polen und Belarus sind derzeit aufgrund der politischen Repressionen durch Minsk, Spannungen bei der Migration sowie der russischen Invasion in der Ukraine äußerst gespannt. Im Jahr 2021 beschuldigte Warschau die Führung in Minsk, die illegale Einreise von zehntausenden Migranten auf polnisches Gebiet organisiert zu haben, um Druck auf die Europäische Union auszuüben. Als Reaktion errichtete Polen einen Stahlzaun entlang seiner Grenze mit Belarus.

Z.Ottaviano--PV

Empfohlen

Nach Anschlagsversuch in Leipzig: EU stützt Deutschlands Vorgehen gegen Russland

Nach dem versuchten Sprengstoffanschlag am Leipziger Flughafen hat Deutschland breite Unterstützung aus der EU erhalten. Der Anschlagsversuch weise "alle Merkmale von staatlich gefördertem Terrorismus" auf, sagte die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas bei einem Treffen der EU-Außenminister am Mittwoch in Irland. EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen warf Russland eine "neue Eskalationsstufe" vor. Bei dem Außenministertreffen wurde zudem über die nächsten Sanktionen gegen Russland beraten.

Chinas Präsident Xi kündigt bei Besuch in Ägypten Ausweitung von Investitionen an

Chinas Präsident Xi Jinping hat bei seinem ersten Besuch in Ägypten seit einem Jahrzehnt eine Ausweitung der Investitionen Pekings in dem nordafrikanischen Land angekündigt. China und Ägypten unterzeichneten ein Abkommen über den Start der dritten Entwicklungsphase der ägyptisch-chinesischen Industriezone, wie das Büro des ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi am Mittwoch bekanntgab.

Taliban-Regierung verteidigt Protestverbot gegen Kritik von Menschenrechtsorganisationen

Nach Kritik von Menschenrechtsgruppen hat die Taliban-Regierung in Afghanistan das Demonstrationsverbot in dem Land verteidigt und sich dabei auf islamisches Recht berufen. Die neue Regelung stehe "vollkommen im Einklang mit dem islamischen Recht", sagte Talibansprecher Sabihullah Mudschahid am Mittwoch: "Proteste gibt es im islamischen Recht nicht."

Trump nominiert Hung Cao dauerhaft zum US-Marine-Staatssekretär

US-Präsident Donald Trump hat den bisherigen kommissarischen Marine-Staatssekretär Hung Cao für die dauerhafte Besetzung des Postens nominiert. Er könne sich "niemanden Besseren" als obersten zivilen Verantwortlichen für Marine und Marineinfanterie vorstellen, erklärte Trump am Dienstag in seinem Onlinedienst Truth Social und rief den Senat zu einer schnellen Bestätigung auf.

Textgröße ändern: