Pallade Veneta - Putin besucht Krim am neunten Jahrestag der Annexion durch Russland

Putin besucht Krim am neunten Jahrestag der Annexion durch Russland


Putin besucht Krim am neunten Jahrestag der Annexion durch Russland
Putin besucht Krim am neunten Jahrestag der Annexion durch Russland / Foto: Yuri KADOBNOV - AFP

Am neunten Jahrestag der Annexion der Krim durch Russland hat Kreml-Chef Wladimir Putin am Samstag der ukrainischen Halbinsel im Schwarzen Meer persönlich einen Besuch abgestattet. Inmitten des Ukraine-Krieges reiste Putin überraschend in die Hafenstadt Sewastopol, dem Heimathafen der russischen Schwarzmeerflotte, wie das russische Fernsehen berichtete. Die Ukraine meldete unterdessen neue Drohnenangriffe auf den Westen des Landes insbesondere in der Region um Lwiw

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Es war der erste Besuch des Kreml-Chefs auf der Krim seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine am 24. Februar 2022. Russland hatte die Krim am 18. März 2014 ins eigene Staatsgebiet eingegliedert. Der Annexion war ein von Kiew und der internationalen Gemeinschaft nicht anerkanntes Referendum vorausgegangen. Auf die Annexion folgten Sanktionen westlicher Staaten, die seit Beginn der russischen Invasion in der Ukraine drastisch verschärft wurden.

Putin besuchte in Begleitung des örtlichen Gouverneurs Michail Raswoschajew eine Kunstschule in Sewastopol, wie der Fernsehsender Rossia-1 berichtete. Sewastopol ist nur 240 Kilometer von der Stadt Cherson entfernt, die im November nach einem Rückzug der russischen Truppen von der ukrainischen Armee zurückerobert worden war. Näher an der Front war der russische Präsident noch nie seit Kriegsbeginn.

"Unser Präsident Wladimir Wladimirowitsch weiß, wie man überrascht. Im wahrsten Sinne des Wortes", erklärte der Gouverneur im Onlinedienst Telegram. Eigentlich habe Putin per Videokonferenz an der Einweihung der Kunstschule für Kinder teilnehmen wollen. "Aber Wladimir Wladimirowitsch ist persönlich gekommen. Am Steuer. Weil er an so einem historischen Tag wie heute immer bei Sewastopol und seiner Bevölkerung ist."

Putins letzter Besuch auf der Krim war 2021. Im Mai 2018 hatte er zudem die Brücke zwischen der Krim und dem russischen Festland eingeweiht, indem er persönlich einen Lastwagen darüber steuerte.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte im Januar angekündigt, er wolle die Krim, "unser Land", mit Waffengewalt zurückerobern. Moskau hingegen betont immer wieder, die Krim sei russisch, und lehnt Verhandlungen darüber ab.

In Moskau demonstrierten anlässlich des Jahrestages der Krim-Annexion kremltreue Aktivisten vor den Botschaften von 20 als "unfreundlich" eingestuften Ländern, darunter Deutschland, die USA, Großbritannien und Polen. Diese "unterstützen die Ukraine (...) und liefern aktiv tödliche Waffen an das ukrainische Regime", erklärte die Jugendbewegung "Molodaja gwardia" ("Junge Garde").

Der "Plan" des ukrainischen Präsidenten und von US-Präsident Joe Biden sehe vor, "die Krim mithilfe dieser tödlichen Waffen zurückzuerobern", sagte der Anführer der Bewegung, Anton Demidow, vor der US-Botschaft, wo rund 400 Menschen demonstrierten. Die Bewegung gab die Zahl der Demonstrierenden mit insgesamt 5000 an.

Die ukrainische Armee teilte unterdessen mit, am Freitagabend habe die russische Armee die Ukraine mit Drohnen aus iranischer Produktion angegriffen. Elf von 16 Drohnen seien "zerstört" worden.

Die Region um Lwiw im äußersten Westen der Ukraine war den Angaben zufolge besonders im Visier der Drohnen. "Gegen 01.00 Uhr morgens ist unsere Region durch Kamikaze-Drohen vom Typ Schahed 136 angegriffen worden", erklärte Regionalgouverneur Maksim Kositski. Drei Drohnen seien abgeschossen worden, drei weitere hätten Gebäude getroffen, die keine Wohngebäude sind, fügte er hinzu. Demnach kam es zu Schäden, verletzt wurde aber niemand.

Auch in der Region Dnipro im Südosten wurden nach Angaben der ukrainischen Behörden drei Drohnen abgeschossen. Auch dort gab es keine Verletzten, doch sei "kritische Infrastruktur" in Nowomoskowsk getroffen worden, es habe einen Brand gegeben und vier Häuser seien zerstört und sechs weitere beschädigt worden.

Gegen die Hauptstadt Kiew gerichtete Drohnen seien indes von der ukrainischen Luftverteidigung alle abgeschossen worden, erklärte die Stadtverwaltung.

E.Magrini--PV

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