Pallade Veneta - Unionspolitiker kritisieren Vorgehen der Bundestagspräsidentin bei Wahlreform

Unionspolitiker kritisieren Vorgehen der Bundestagspräsidentin bei Wahlreform


Unionspolitiker kritisieren Vorgehen der Bundestagspräsidentin bei Wahlreform
Unionspolitiker kritisieren Vorgehen der Bundestagspräsidentin bei Wahlreform / Foto: Odd ANDERSEN - AFP/Archiv

Im Streit um die Wahlrechtsreform nimmt die Union Bundestagspräsidentin Bärbel Bas (SPD) ins Visier. Der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion, Thorsten Frei (CDU), bezeichnete es in der "Süddeutschen Zeitung" vom Montag als "hochgradig irritierend", dass die SPD-Politikerin in dem Streit als Parlamentspräsidentin nicht eine vermittelnde Rolle eingenommen habe. Zudem kritisierte er, dass Bas nach Verabschiedung der Reform noch weitere Änderungen am Wahlrecht gefordert hatte. Aus der CSU kam ähnliche Kritik.

Textgröße ändern:

Im Streit um die Reform wäre "ihre vermittelnde Rolle wirklich gefragt gewesen", sagte Frei mit Blick auf die Bundestagspräsidentin. Zuerst lasse Bas "es stillschweigend zu, dass die Ampelkoalition unter lautstarkem Protest der Opposition eine Wahlreform durchdrückt, die mit Sicherheit vor dem Bundesverfassungsgericht landet", sagte er. Und dann lege "sie nicht einmal 24 Stunden nach Verabschiedung des Wahlgesetzes auch noch Vorschläge für eine weitere Reform auf den Tisch, die bereits zwei Mal von Landesverfassungsgerichten wieder einkassiert wurden".

Nach dem Beschluss der Wahlrechtsreform im Bundestag hatte Bas noch weitere Änderungen gefordert - etwa eine Regelung zur Parität von Mann und Frau im Bundestag, eine Senkung des Wahlalters auf 16 Jahre und eine Verlängerung der Legislaturperiode von vier auf fünf Jahre.

Auch der rechtspolitische Sprecher der CSU-Landesgruppe, Volker Ullrich, wies die Vorschläge von Bas scharf zurück. "Wenn Bärbel Bas jetzt einen Tag nach der Wahlrechtsreform mit neuen Vorschlägen kommt, von denen zumindest die Forderung nach verpflichtender Parität erkennbar gegen unsere Verfassung verstößt, so ist das irritierend", sagte Ullrich der "Bild". "Der politischen Kultur in Deutschland wird somit Schaden zugefügt."

Die am Freitag mit den Stimmen der Ampel-Koalition beschlossene Wahlrechtsreform soll den Bundestag von derzeit 736 auf 630 Abgeordnete verkleinern. Dazu werden sogenannte Überhang- und Ausgleichsmandate abgeschafft, die den Bundestag bisher über die Regelgröße hinaus aufblähen. Die Zeitstimme erhält gleichzeitig mehr Gewicht. Dies kann dazu führen, dass Wahlkreisgewinner nicht ins Parlament einziehen.

Gekippt wurde zudem die Grundmandatsklausel. Diese lässt eine Partei auch mit weniger als fünf Prozent der Zweitstimmen in Fraktionsstärke ins Parlament einziehen, sofern sie mindestens drei Direktmandate gewinnt. Mit der Reform muss sich noch der Bundesrat befassen. Die Länderkammer kann das Vorhaben aber nicht blockieren.

R.Zarlengo--PV

Empfohlen

Wenige Tage vor Parlamentswahl: Israel startet Großoffensive im Westjordanland

Wenige Tage vor der Parlamentswahl in Israel hat die Armee auf Anweisung von Regierungschef Benjamin Netanjahu eine Großoffensive im besetzten Westjordanland begonnen. Israelische Soldaten drangen am Samstag in die Stadt Hebron ein und vertrieben rund 2000 Palästinenser aus ihren Häusern, wie Verteidigungsminister Israel Katz dem Sender Kan sagte. Die israelische Armee kündigte an, am Wahltag am Dienstag würden sämtliche Übergänge zum Westjordanland geschlossen. In Tel Aviv demonstrierten Tausende gegen Netanjahu.

Präsidentenstichwahl in Brasilien: Rechtsgerichteter Kandidat Bolsonaro gibt Stimme ab

Bei der Stichwahl um das Präsidentenamt in Brasilien hat der rechtsgerichtete Kandidat Flávio Bolsonaro am Sonntag seine Stimme abgegeben. "Brasilien hält nicht noch einmal vier solcher Jahre aus", sagte der Herausforderer des linksgerichteten Amtsinhabers Luiz Inácio Lula da Silva vor einem Wahllokal in Rio de Janeiro. "Das Leben aller hat sich verschlechtert." Für das bevölkerungsreichste Land Südamerikas sei "die Stunde für einen echten Wandel" gekommen.

Massive Beteiligung bei Schicksalswahl in Serbien

Schicksalswahl in Serbien: Unter massiver Beteiligung der Wählerinnen und Wähler hat das Balkanland am Sonntag ein neues Parlament bestimmt. Vor den Wahllokalen standen am Morgen tausende Menschen an, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP beobachteten. Bei den vorgezogenen Neuwahlen fordert die aus den Studentenprotesten hervorgegangene Studentska Lista die Serbische Fortschrittspartei von Präsident Aleksandar Vucic heraus, der die Politik des Landes seit vielen Jahren beherrscht.

Steinmeier-Nachfolge: Merz lässt Personalie offen - CSU-Chef wirbt für Aigner

In der Debatte um die Nachfolge von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) eine eigene Festlegung weiter offen gelassen. Trotz demonstrativen Jubels des CSU-Parteitags für Ilse Aigner verzichtete Merz am Samstag in München auf deren Unterstützung. CSU-Chef Markus Söder machte sich erneut für die bayerische Landtagspräsidentin stark. Unterstützung für eine Frau im höchsten Staatsamt kam am Wochenende von SPD und Grünen.

Textgröße ändern: