Pallade Veneta - Neue Dynamik in Tarifrunde für Angestellte von Bund und Kommunen

Neue Dynamik in Tarifrunde für Angestellte von Bund und Kommunen


Neue Dynamik in Tarifrunde für Angestellte von Bund und Kommunen
Neue Dynamik in Tarifrunde für Angestellte von Bund und Kommunen / Foto: Ina FASSBENDER - AFP/Archiv

Die Tarifrunde für die 2,4 Millionen Angestellten von Bund und Kommunen ist neu in Schwung geraten, ein Durchbruch hat sich jedoch noch nicht abgezeichnet. Die Spitzen der Verhandlungskommission würden sich am Nachmittag erneut mit einem vorliegenden Arbeitgeberangebot befassen, hieß es am Dienstag in Potsdam aus Verhandlungskreisen. Zuvor hatten sich die kommunalen Arbeitgeber bei einer internen Zusammenkunft am Vormittag über eine Nachbesserung des Arbeitgeberangebots verständigt.

Textgröße ändern:

Als Knackpunkt gilt eine überproportionale Anhebung der unteren Einkommen zum Inflationsausgleich. Die Forderung der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und des Deutschen Beamtenbunds lautet 10,5 Prozent über eine Laufzeit von zwölf Monaten, monatlich jedoch mindestens 500 Euro mehr. Bund und Kommunen boten bisher fünf Prozent für 27 Monate und zuvor keinen Mindestbetrag an.

Details über das aufgebesserte Arbeitgeberangebot lagen nicht vor. Die Präsidentin der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA), Karin Welge (SPD), hatte zum Verhandlungsauftakt für Donnerstag in Aussicht gestellt, die Arbeitgeber würden sich bewegen, wenn auch die Gewerkschaften einen Schritt auf sie zugingen. Sie nannte dabei den Aufstockungsbetrag für die unteren Lohngruppen.

Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, begrüßte mit Hinweis auf die anhaltend hohe Teuerung das Ziel von Verdi und Beamtenbund, Beschäftigten mit geringeren Löhnen zu prozentual höheren Zuschlägen zu verhelfen. Dieses Instrument helfe jenen Einkommensbeziehern, die von der Inflation am stärksten getroffen würden, sagte Fratzscher den Sendern RTL und ntv.

Die dritte Tarifrunde hatte am Montag begonnen und soll bis Mittwoch dauern. Wie groß die Einigungschancen sind, dazu äußerten sich die Tarifparteien nach dem aufgebesserten Arbeitgeberangebot zunächst nicht.

Sollten sich die Tarifparteien nicht einigen, gilt eine Vertagung auf eine weitere Tarifrunde derzeit nicht als realistisch. Stattdessen könnte von einer Tarifpartei am Donnerstag die Schlichtung angerufen werden. Während des Schlichtungsverfahrens gilt die Friedenspflicht. Sollte keine der Tarifparteien die Schlichtung einleiten, wären bei den Gewerkschaften nach Urabstimmung unbefristete Streiks möglich.

O.Pileggi--PV

Empfohlen

Fast 1000 Festnahmen bei neuen landesweiten Protesten in Frankreich

Die Proteste in Frankreich gegen hohe Lebenshaltungskostensind trotz Auflagen auch eine Woche nach massiven Gewaltausbrüchen am Rande von Demonstrationen nicht abgerissen. Das Innenministerium sprach am Samstagabend von landesweit 410.000 Teilnehmern, die Gewerkschaft CGT von fast 800.000 Teilnehmern. Laut Innenminister Laurent Nuñezkam es dabei erneut zu Ausschreitungen und Festnahmen. Derweil läutete die rechtspopulistische Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen in der Stadt Orléans ihren Wahlkampf ein.

Israels Armee: Übergänge zum Westjordanland werden am Wahltag geschlossen

Nach dem tödlichen Angriff bewaffneter Palästinenser auf zwei israelische Soldaten im Westjordanland will Israels Regierung das Palästinensergebiet am Wahltag abriegeln. Während des gesamten Wahltages am 27. Oktober würden "sämtliche Landübergänge zum Westjordanland geschlossen", teilte Israels Armee am Sonntag im Onlinedienst Telegram mit. Die politische Führung habe zudem ein Verbot für Ein- und Ausreisen palästinensischer Arbeiter im Westjordanland und im Jordantal einschließlich der Industriezonen genehmigt.

Musk wirft ukrainischem Militär Verstoß gegen Starlink-Nutzungsbedingungen vor

US-Tech-Milliardär Elon Musk hat der ukrainischen Armee vorgeworfen, gegen die Nutzungsbedingungen des von seinem Unternehmen SpaceX bereit gestellten Satelliten-Internetdienstes Starlink verstoßen zu haben. Das ukrainische Militär habe den Dienst "für offensive Drohnenangriffe genutzt, um Menschen zu töten", erklärte Musk am Samstag in seinem Onlinedienst X. Er fügte jedoch an, dass diese Lücke in der vergangenen Woche geschlossen worden sei.

Richtungsentscheidung in Brasilien: Stichwahl zwischen Lula und Flávio Bolsonaro

Der linksgerichtete Amtsinhaber Luiz Inácio Lula da Silva oder der rechtsgerichtete Herausforderer Flávio Bolsonaro: Brasiliens Bürger treffen am Sonntag bei der Stichwahl um das Präsidentenamt eine Richtungsentscheidung. Es zeichnet sich ein äußerst knappes Rennen ab, eine am Donnerstag veröffentlichte Umfrage des Instituts Datafolha ergab ein Patt. Die erste Wahlrunde vor drei Wochen hatte Bolsonaro mit 47 Prozent der Stimmen überraschend gewonnen, Lula landete mit 45 Prozent knapp dahinter.

Textgröße ändern: