Pallade Veneta - Tarifrunde für Bund und Kommunen läuft auf Schlichtung zu

Tarifrunde für Bund und Kommunen läuft auf Schlichtung zu


Tarifrunde für Bund und Kommunen läuft auf Schlichtung zu
Tarifrunde für Bund und Kommunen läuft auf Schlichtung zu / Foto: ANDRE PAIN - AFP

Die Tarifrunde für die rund 2,4 Millionen Angestellten von Bund und Kommunen ist gescheitert. In den Verhandlungen sei es nicht möglich gewesen, einen sozial gerechten Lohnabschluss mit einem monatlichen Mindestbetrag zu erreichen, sagte Verdi-Bundeschef Frank Werneke am Donnerstag in Potsdam. Die Arbeitgeber von Bund und Kommunen kündigten an, nun die Schlichtung anzurufen.

Textgröße ändern:

Werneke betonte, die öffentlichen Arbeitgeber seien nicht in der Lage gewesen, "den notwendigen Schritt auf die Beschäftigten und ihre Gewerkschaften zuzugehen". Die unterschiedlichen Vorstellungen über die Höhe einer linearen Tarifanhebung und einen monatlichen Mindestbetrag seien "nicht überbrückbar" gewesen.

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und der Beamtenbund hatten in der Tarifrunde 10,5 Prozent mehr Lohn über eine Laufzeit von zwölf Monaten, monatlich jedoch mindestens 500 Euro mehr gefordert.

Der Auftrag der Gewerkschaften sei es gewesen, einen inflationsbedingten Reallohnverlust für die Beschäftigten zu verhindern, sagte Beamtenbund-Chef Ulrich Silberbach. Das sei in drei Tarifrunden nicht gelungen. Auch der Versuch, einen Kompromiss für eine längere Tariflaufzeit anzubieten, habe nicht zum Ziel geführt.

Die beiden Tarifkommissionen von Verdi und Beamtenbund erklärten das Scheitern der Tarifrunde jeweils einstimmig und ohne Gegenstimmen.

Die öffentlichen Arbeitgeber würden nun die Schlichtung anrufen, sagte Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) als Verhandlungsführerin des Bundes. Sie bedaure den Abbruch der Verhandlungen durch die Gewerkschaften sehr. Faeser bezifferte das letzte Arbeitgeberangebot auf acht Prozent lineare Erhöhung bei einem monatlichen Mindestbetrag von 300 Euro und zusätzlich 3000 Euro steuerfreier Inflationsausgleichspauschale über eine Laufzeit von 27 Monaten.

Karin Welge, Verhandlungsführerin der Kommunen und Chefin der Vereinigung kommunaler Arbeitgeberverbände, bezifferte den Gegenwert des aufgestockten Arbeitgeberangebots auf einen nicht näher bezeichneten "Milliardenbetrag". Sie hoffe auf ein "baldiges Ende dieser langen und zähen Tarifverhandlungen".

Die Arbeitgeber haben nun 24 Stunden Zeit, die Schlichtung anzurufen. Diese müsste dann nach sechs Werktagen beginnen. Nach weiteren zehn Tagen müsste ein Schlichtungsergebnis vorliegen. Anschließend sind Wiederaufnahme-Tarifverhandlungen vorgesehen, um über Annahme oder Ablehnung des Schlichtungsvorschlages zu beraten. Während der Schlichtung gilt Friedenspflicht, Gewerkschaften dürfen nicht streiken. Zu Beginn der dritten Tarifrunde am Montag hatten die Arbeitnehmer mit einem bundesweiten Warnstreik im Verkehrssektor massiv Druck auf die Arbeitgeber gemacht.

A.Fallone--PV

Empfohlen

Fast 1000 Festnahmen bei neuen landesweiten Protesten in Frankreich

Die Proteste in Frankreich gegen hohe Lebenshaltungskostensind trotz Auflagen auch eine Woche nach massiven Gewaltausbrüchen am Rande von Demonstrationen nicht abgerissen. Das Innenministerium sprach am Samstagabend von landesweit 410.000 Teilnehmern, die Gewerkschaft CGT von fast 800.000 Teilnehmern. Laut Innenminister Laurent Nuñezkam es dabei erneut zu Ausschreitungen und Festnahmen. Derweil läutete die rechtspopulistische Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen in der Stadt Orléans ihren Wahlkampf ein.

Israels Armee: Übergänge zum Westjordanland werden am Wahltag geschlossen

Nach dem tödlichen Angriff bewaffneter Palästinenser auf zwei israelische Soldaten im Westjordanland will Israels Regierung das Palästinensergebiet am Wahltag abriegeln. Während des gesamten Wahltages am 27. Oktober würden "sämtliche Landübergänge zum Westjordanland geschlossen", teilte Israels Armee am Sonntag im Onlinedienst Telegram mit. Die politische Führung habe zudem ein Verbot für Ein- und Ausreisen palästinensischer Arbeiter im Westjordanland und im Jordantal einschließlich der Industriezonen genehmigt.

Musk wirft ukrainischem Militär Verstoß gegen Starlink-Nutzungsbedingungen vor

US-Tech-Milliardär Elon Musk hat der ukrainischen Armee vorgeworfen, gegen die Nutzungsbedingungen des von seinem Unternehmen SpaceX bereit gestellten Satelliten-Internetdienstes Starlink verstoßen zu haben. Das ukrainische Militär habe den Dienst "für offensive Drohnenangriffe genutzt, um Menschen zu töten", erklärte Musk am Samstag in seinem Onlinedienst X. Er fügte jedoch an, dass diese Lücke in der vergangenen Woche geschlossen worden sei.

Richtungsentscheidung in Brasilien: Stichwahl zwischen Lula und Flávio Bolsonaro

Der linksgerichtete Amtsinhaber Luiz Inácio Lula da Silva oder der rechtsgerichtete Herausforderer Flávio Bolsonaro: Brasiliens Bürger treffen am Sonntag bei der Stichwahl um das Präsidentenamt eine Richtungsentscheidung. Es zeichnet sich ein äußerst knappes Rennen ab, eine am Donnerstag veröffentlichte Umfrage des Instituts Datafolha ergab ein Patt. Die erste Wahlrunde vor drei Wochen hatte Bolsonaro mit 47 Prozent der Stimmen überraschend gewonnen, Lula landete mit 45 Prozent knapp dahinter.

Textgröße ändern: