Pallade Veneta - Italiens Ex-Regierungschef Berlusconi mit Herzproblemen auf der Intensivstation

Italiens Ex-Regierungschef Berlusconi mit Herzproblemen auf der Intensivstation


Italiens Ex-Regierungschef Berlusconi mit Herzproblemen auf der Intensivstation
Italiens Ex-Regierungschef Berlusconi mit Herzproblemen auf der Intensivstation / Foto: Alberto PIZZOLI - AFP/Archiv

Italiens langjähriger Regierungschef Silvio Berlusconi liegt wegen Herzproblemen auf der Intensivstation eines Krankenhauses in Mailand. Wie die Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch aus dem Umfeld Berlusconis erfuhr, befindet sich der 86-Jährige auf der herzchirurgischen Station im Krankenhaus San Raffaele in der norditalienischen Stadt. In jüngerer Vergangenheit hatte Berlusconi, eine der wichtigsten Figuren der europäischen Politik der vergangenen Jahrzehnte, mehrfach mit Gesundheitsproblemen zu kämpfen.

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Der italienischen Nachrichtenagentur Ansa zufolge wurde Berlusconi am Mittwochvormittag ins Krankenhaus eingeliefert, sein Zustand ist demnach "derzeit stabil". Der langjährige Regierungschef war in jüngster Vergangenheit immer wieder ins Krankenhaus eingeliefert worden, zuletzt in der vergangenen Woche - offiziellen Angaben zufolge für Kontrolluntersuchungen.

Im April 2021 verbrachte er wegen der Folgen einer 2020 erlittenen Covid-19-Infektion mehr als drei Wochen im Krankenhaus. 2016 war der Multimilliardär am offenen Herzen operiert worden, 2019 wegen eines Darmverschlusses.

Die von Berlusconi gegründete und geführte rechtskonservative Partei Forza Italia ist seit Oktober Teil der von der ultrarechten Ministerpräsidentin Giorgia Meloni angeführten Regierungskoalition. Berlusconi selbst war bei den Parlamentswahlen im September in den Senat gewählt worden.

Berlusconi hat das öffentliche Leben in Italien über Jahrzehnte in verschiedenen Rollen dominiert - nicht nur als Politiker, sondern auch als Medienmogul und langjähriger Eigentümer des Fußballvereins AC Mailand. Er war zwischen 1994 und 2011 dreimal Ministerpräsident.

Die Bedeutung seiner Partei Forza Italia hat jedoch im Vergleich zu den 1990er- und 2000er-Jahren deutlich abgenommen: Die Rechtskonservativen, einst stärkste Partei des Landes, liegen bei Wahlen und Umfragen nur noch im einstelligen Bereich.

Berlusconi spaltet Italien seit Jahrzehnten in Befürworter und Gegner. Für Millionen Italiener ist er seit seinem Aufstieg als Bauunternehmer in den 1970er Jahren eine Symbolfigur für die bisher letzte echte Hochphase der italienischen Wirtschaft: Berlusconi gilt als Gründer des landesweiten Privatfernsehens in Italien, die bis heute im Familieneigentum befindliche Holding Fininvest kontrolliert neben den Sendern der Mediaset-Gruppe mehrere Zeitungen sowie das bedeutende Verlagshaus Mondadori.

Nach seiner Übernahme von AC Mailand im Jahr 1986 war Berlusconi zudem ein mächtiger Entscheider im italienischen Fußball, der im Land eine erhebliche gesellschaftliche und politische Bedeutung hat.

Andererseits war Berlusconis politische Karriere seit seinem akribisch vorbereiteten und inszenierten Einstieg im Jahr 1994 regelrecht von Skandalen gepflastert: Er musste sich wegen mehrerer mutmaßlicher Wirtschafts- und Korruptionsdelikte und seiner Rolle bei den berüchtigten Bunga-Bunga-Sexpartys vor Gericht verantworten.

Zuletzt erregte der seit Jahren mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin befreundete Berlusconi mehrfach mit pro-russischen Aussagen zum Ukraine-Krieg international Aufmerksamkeit - und brachte damit die als entschlossene Unterstützerin Kiews auftretende Meloni in Verlegenheit.

Im August 2013 wurde Berlusconi zum ersten Mal rechtskräftig verurteilt: Damals bestätigte das Kassationsgericht seine vierjährige Haftstrafe wegen Steuerbetrugs, drei Jahre wurden allerdings durch eine Amnestie aufgehoben. Berlusconi verlor jedoch den Ehrentitel "Cavaliere del Lavoro", den ihm der italienische Präsident 1977 verliehen hatte. Seine verbliebene Strafe leistete Berlusconi nicht im Gefängnis ab - sondern zwischen 2014 und 2015 mit gemeinnütziger Arbeit in einem Seniorenheim.

Berlusconi hat fünf Kinder aus zwei Ehen, er ist bereits mehrfach Großvater geworden. Seit 2020 ist er mit der 53 Jahre jüngeren Marta Fascina liiert, die früher Model und Abgeordnete der Forza Italia war.

M.Romero--PV

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