Pallade Veneta - Papst ruft Ungarn zu mehr Offenheit gegenüber Geflüchteten auf

Papst ruft Ungarn zu mehr Offenheit gegenüber Geflüchteten auf


Papst ruft Ungarn zu mehr Offenheit gegenüber Geflüchteten auf
Papst ruft Ungarn zu mehr Offenheit gegenüber Geflüchteten auf / Foto: Attila KISBENEDEK - AFP

Am Ende seines dreitägigen Besuchs in Ungarn hat Papst Franziskus das Land zu mehr Offenheit gegenüber Migranten aufgerufen. Bei einer Freiluftmesse vor zehntausenden Gläubigen in Budapest beklagte Franziskus am Sonntag "geschlossene Türen der Selbstsucht" gegenüber Menschen, die "fremd oder anders sind, gegenüber Migranten und Armen". Der 86-Jährige richtete seine mahnenden Worte auch an diejenigen "mit politischer und sozialer Verantwortung".

Textgröße ändern:

Die Migration war eines der zentralen Themen des Papst-Besuches in dem osteuropäischen Land, dessen Ministerpräsident Viktor Orban seit seinem Amtsantritt 2010 eine strikte Politik der Abschottung vertritt. Während der Reise hatte Franziskus auch Geflüchtete aus der Ukraine getroffen und Ungarn für deren Aufnahme gedankt.

Aktivisten beklagen allerdings, dass es kaum Unterstützung in Ungarn für Flüchtlinge gebe und Orbans Nähe zu dem russischen Staatschef Wladimir Putin die Menschen aus der Ukraine befremde.

Bei der Messe vor 50.000 Menschen auf den Kossuth-Lajos-Platz nahe des Parlaments gedachte der Pontifex des "gebeutelten ukrainischen" Volks wie auch "des russischen Volks" und rief zu einer "Welt der Brüder und nicht der Mauern" auf. Der 21-jährige Student Levente Kiss lobte den Appell des Papstes an die "christliche Pflicht", Geflüchtete zu unterstützen, vor allem jene aus der Ukraine.

Zum Abschluss seines Besuchs wollte Franziskus am Sonntagnachmittag eine Rede in einer privaten katholischen Universität in Budapest vor Vertretern aus Kultur und Wissenschaft halten. Es war die 41. Auslandsreise des Papstes seit seinem Amtsantritt im Jahr 2013 und sein erster Auslandsbesuch nach einem dreitägigen Krankenhausaufenthalt wegen einer Bronchitis. Bereits vor zwei Jahren hatte Franziskus Ungarn besucht. 39 Prozent der 9,7 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner des Landes sind katholisch.

A.dCosmo--PV

Empfohlen

Putin und Xi betonen bei Gipfel in Kirgistan gute Beziehungen zwischen ihren Ländern

Russlands Präsident Wladimir Putin und Chinas Staatsoberhaupt Xi Jinping haben am Rande des Treffens der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) in Kirgistan die guten Beziehungen zwischen ihren beiden Ländern hervorgehoben. Xi sagte bei einem Treffen mit Putin direkt nach dessen Ankunft in Bischkek, er sei "froh", den russischen Präsidenten zu sehen. Die russisch-chinesischen Beziehungen seien "solider" geworden, und die "Perspektiven" würden "noch besser" sein.

EU kritisiert von Serbien geplante Beisetzung mit Staatsehren des Kriegsverbrechers Mladic

Die Pläne Serbiens, den verstorbenen bosnisch-serbischen Kriegsverbrecher Ratko Mladic mit Staatsehren beizusetzen, sind in der EU auf Kritik gestoßen. "Die Verherrlichung von Kriegsverbrechern widerspricht den grundlegenden europäischen Werten und hat in der Europäischen Union ebenso wenig Platz wie in Ländern, die anstreben, Mitglied zu werden", sagte EU-Erweiterungskommissarin Marta Kos am Montag am Rande des Bled Strategic Forum (BSF) in Slowenien vor Journalisten. Serbien ist seit 2012 offizieller EU-Beitrittskandidat.

Union will Grundsicherung für mit Haftbefehl Gesuchte beenden

Unionsfraktionsvize Günter Krings (CDU) hat Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) vorgeworfen, den vereinbarten Aktionsplan gegen Sozialleistungsmissbrauch noch immer nicht vorgelegt zu haben. Nach wie vor würden deshalb per Haftbefehl gesuchte Menschen in Deutschland Grundsicherung kassieren, sagte Krings der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post" von Montag. "Der Rest der Welt dürfte nur noch den Kopf über uns schütteln." Die SPD zeigte sich nach Krings' Kritik zu raschem Handeln bereit.

Kritik an Israel und Russland: Spanien beklagt Verbreitung von "Falschinformationen" zu Ceuta

Die Aufarbeitung des Massenandrangs von Migranten auf die spanische Exklave Ceuta in Nordafrika sorgt für Spannungen zwischen Spanien und Israel. Der spanische Regierungschef Pedro Sánchez prangerte am Montag die Verbreitung von "Falschinformationen" im Vorfeld der Migrationskrise an und verwies dabei auf Israel und Russland. Der israelische Außenminister Gideon Saar warf Sánchez daraufhin eine "schamlose Lüge" vor. Eine Verantwortung marokkanischer Behörden für die Vorkommnisse in Ceuta schloss Sánchez aus.

Textgröße ändern: