Pallade Veneta - Neue Luftangriffe auf Kiew und andere Regionen der Ukraine

Neue Luftangriffe auf Kiew und andere Regionen der Ukraine


Neue Luftangriffe auf Kiew und andere Regionen der Ukraine
Neue Luftangriffe auf Kiew und andere Regionen der Ukraine / Foto: Sergei SUPINSKY - AFP

Die ukrainische Hauptstadt Kiew und andere Regionen des Landes sind am Donnerstagmorgen erneut aus der Luft angegriffen worden. "Eine Serie von Luftangriffen auf Kiew, von beispielloser Stärke, Intensität und Mannigfaltigkeit, geht weiter", erklärte Serhij Popko, Chef der Zivil- und Militärverwaltung von Kiew. Derzeit hält sich der chinesische Sondergesandte Li Hui in Kiew auf, um Möglichkeiten für einen Friedensschluss zwischen der Ukraine und Russland auszuloten.

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"Das ist der neunte Luftangriff in Folge auf die Hauptstadt seit Anfang Mai", erklärte die Zivil- und Militärverwaltung. Demnach feuerten russische Bomber aus der Region des Kaspischen Meers kommend Marschflugkörper ab. Anschließend hätten Aufklärungsdrohnen die Hauptstadt überflogen. "Alle feindlichen Ziele im Luftraum von Kiew wurden aufgespürt und zerstört", hieß es weiter. Bislang lägen keine Informationen über Opfer in der Hauptstadt vor.

Nach Angaben von Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko geriet durch herabfallende Trümmer ein Unternehmen im Bezirk Darnyzkyj in Brand. Verletzte seien nicht gemeldet worden, erklärte er im Messengerdienst Telegram.

In der Hafenstadt Odessa am Schwarzen Meer wurde bei einem Angriff auf ein Industriegelände ein Mensch getötet. Zwei weitere Menschen wurden verletzt, wie die Militärverwaltung in der Region mitteilte.

Nach Angaben der Armee gab es zudem Angriffe mit Marschflugkörpern in der Region Winnyzja im Landesinneren. Örtliche Medien berichteten über Explosionen in Chmelnyzkyj etwa hundert Kilometer weiter westlich.

Das US-Verteidigungsministerium hatte am Mittwoch Schäden an einem an die Ukraine gelieferten Flugabwehrsystem vom Typ Patriot nach russischem Beschuss eingeräumt. Das hochmoderne Flugabwehrsystem bleibe jedoch "einsatzbereit", erklärte ein Pentagon-Vertreter. Das russische Verteidigungsministerium hatte zuvor mitgeteilt, seine Streitkräfte hätten das Flugabwehrsystem mit einer Hyperschallrakete vom Typ Kinschal getroffen.

In Kiew hatte der chinesische Sondergesandte Li am Mittwoch den ukrainischen Außenminister Dmytro Kuleba getroffen. Nach Angaben des ukrainischen Außenministeriums erläuterte Kuleba Li "die Grundsätze zur Wiederherstellung eines stabilen und gerechten Friedens detailliert". Grundlage sei "die Achtung der Souveränität und der territorialen Integrität der Ukraine".

Kuleba betonte demnach, dass sein Land keinerlei Vorschläge akzeptieren werde, "die den Verlust seiner Gebiete oder ein Einfrieren des Konflikts beinhalten".

Der chinesische Sondergesandte war am Dienstag zu einem zweitägigen Besuch in Kiew eingetroffen. Ein Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj sei "möglich", sagte ein ranghoher ukrainischer Vertreter, der anonym bleiben wollte, am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. Es wäre das erste Treffen zwischen Selenskyj und einem ranghohen Vertreter Pekings.

Li will nach der Ukraine auch Polen, Deutschland, Frankreich und Russland besuchen. China bemüht sich nach eigenen Angaben im Ukraine-Konflikt um eine neutrale Position und will sich als Vermittler positionieren. Die Regierung in Peking hat den russischen Angriff auf die Ukraine bis heute nicht verurteilt. Im März besuchte Staatschef Xi Jinping Moskau, reiste aber nicht nach Kiew.

Ende April führten Xi und Selenskyj erstmals seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine ein Telefonat miteinander.

Die chinesischen Vermittlungsbemühungen werden im Westen mit Skepsis verfolgt. Im Februar hatte China einen Zwölf-Punkte-Plan zur Lösung des Ukraine-Konflikts vorgelegt, der allerdings vage blieb und die westlichen Sanktionen gegen Russland sowie eine "Mentalität des Kalten Krieges" missbilligte.

Auch die persönliche Rolle des Sondergesandten Li stößt auf Argwohn. Li war von 2009 bis 2019 Chinas Botschafter in Russland.

Der UN-Sicherheitsrat wird sich am Donnerstag (21.00 Uhr MESZ) mit der Lage in der Ukraine befassen.

T.Galgano--PV

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