Pallade Veneta - Sudanesischer Armeechef fordert Absetzung von UN-Gesandtem Perthes

Sudanesischer Armeechef fordert Absetzung von UN-Gesandtem Perthes


Sudanesischer Armeechef fordert Absetzung von UN-Gesandtem Perthes
Sudanesischer Armeechef fordert Absetzung von UN-Gesandtem Perthes / Foto: - - AFP

Sudans Militärmachthaber Abdel Fattah al-Burhan hat die Absetzung des UN-Sondergesandten Volker Perthes gefordert. In einem Schreiben an die UNO, das der Nachrichtenagentur AFP vorliegt, wirft al-Burhan dem Deutschen vor, mit "Täuschung und Desinformation" den Konflikt im nordostafrikanischen Land geschürt zu haben. UN-Generalsekretär António Guterres reagierte "schockiert" auf das Schreiben.

Textgröße ändern:

Die Gefechte zwischen al-Burhans Armee und der paramilitärischen RSF-Miliz seines früheren Stellvertreters Mohamed Hamdan Daglo hatten sich Mitte April an der geplanten Eingliederung der RSF in die Armee entzündet. Seitdem wurden etwa 1800 Menschen getötet und mehr als 1,3 Millionen weitere vertrieben.

Seit vergangenem Jahr sind Perthes und die UN-Mission im Sudan das Ziel von Protesten von Unterstützern der Militärregierung, die dem Sondergesandten "ausländische Einmischung" vorwerfen.

Perthes hatte stets seinen "Optimismus" bewahrt und zeigte sich "überrascht" vom Ausbruch des Konflikts.

In seinem Brief erklärt al-Burhan, Perthes habe in seinen Berichten an die UN ein irreführendes Bild von "Einigkeit" im Sudan gezeichnet. "Ohne diese Signale der Ermutigung hätte Rebellenführer Daglo nicht seine Militäraktionen begonnen", argumentiert der Militärmachthaber. Bisher konnte allerdings nicht unabhängig festgestellt werden, wer die ersten Schüsse in dem Konflikt abgefeuert hat.

UN-Sprecher Stéphane Dujarric erklärte, Guterres sei "stolz auf die Arbeit von Volker Perthes" und beteuere "sein volles Vertrauen in seinen Sondergesandten".

Im Sudan ist seit fünf Tagen eine mithilfe der USA und Saudi-Arabien ausgehandelte Waffenruhe in Kraft. In einer gemeinsamen Erklärung attestierten die Mediatoren den Konfliktparteien "verbesserten Respekt für die Vereinbarung", wobei es nach wie vor "vereinzelt Geschützfeuer" in der Hauptstadt Khartum gebe.

Perthes hält sich derzeit in New York auf, wo er am vergangenen Montag den UN-Sicherheitsrat über die Lage im Sudan informierte. Er antwortete denjenigen, die "die UNO beschuldigen", die Verantwortlichen seien "die beiden Generäle". Ob der Sudan Perthes eine Wiedereinreise gestattet, ist noch unklar.

U.Paccione--PV

Empfohlen

Merz fordert CDU und CSU zu maximaler Geschlossenheit auf: Union werde bekämpft

Der CDU-Vorsitzende und Bundeskanzler Friedrich Merz hat CDU und CSU zu maximaler Geschlossenheit aufgefordert. "CDU und CSU müssen enger zusammenstehen denn je", sagte Merz am Samstag auf dem Parteitag der Christsozialen in München. Die Union werde von "Extremisten" von ganz rechts und von ganz links bekämpft. Die Union wolle und werde diesen Kräften aber nicht Deutschland überlassen.

Netanjahu: Palästinenserbehörde steht "große Überraschung" bevor

Vor dem Hintergrund einer israelischen Großoffensive im besetzten Westjordanland hat der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu eine "sehr große Überraschung" für die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) angekündigt. "Wir haben den Nahen Osten umgestaltet", sagte Netanjahu am Freitag in einem Interview mit dem israelischen Sender i24News. "Es gibt auch eine sehr große Überraschung für die Palästinensische Autonomiebehörde", fügte er hinzu.

Nordkoreas Machthaber Kim besucht unangekündigt chinesische Grenzstadt

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat offenbar die chinesische Grenzstadt Dandong besucht. Das verlautete aus Regierungskreisen in Seoul, auch südkoreanische Medien berichteten am Samstag entsprechend. Kim überquerte die Grenze über eine große Brücke, die erst in der vergangenen Woche zwölf Jahre nach ihrer Fertigstellung offiziell eröffnet worden war.

70.000 Sicherheitskräfte im Einsatz: Neue landesweite Proteste in Frankreich

Eine Woche nach den gewaltsamen Ausschreitungen in Frankreich wollen am Samstag "Gelbwesten", Gewerkschaften und Schüler im Land auf die Straße gehen. Angesichts der starken Spannungen werden rund 70.000 Sicherheitskräfte im Einsatz sein. Für die Demonstrationen gelten strenge Auflagen, in Paris wurde nur ein Protestmarsch genehmigt, dessen Route verkürzt wurde. Die Behörden in Lyon haben Demonstrationen im Stadtzentrum untersagt. In Marseille darf nur eine Gewerkschaftskundgebung stattfinden.

Textgröße ändern: