Pallade Veneta - Steinmeier wirbt bei Li für Einflussnahme auf Russland für Frieden in Ukraine

Steinmeier wirbt bei Li für Einflussnahme auf Russland für Frieden in Ukraine


Steinmeier wirbt bei Li für Einflussnahme auf Russland für Frieden in Ukraine
Steinmeier wirbt bei Li für Einflussnahme auf Russland für Frieden in Ukraine / Foto: Tobias SCHWARZ - AFP

Der chinesische Ministerpräsident Li Qiang hat seinen mehrtägigen Besuch in Berlin begonnen. Er wurde am Montagvormittag von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Schloss Bellevue empfangen. Steinmeier forderte China dabei laut einer Sprecherin auf, im Ukraine-Krieg "sein weltpolitisches Gewicht und seinen Einfluss auf Russland nutzen, um auf einen gerechten Frieden hinzuwirken".

Textgröße ändern:

Thema des Gesprächs waren der Sprecherin zufolge auch das Verhältnis Chinas zu den USA. Steinmeier habe "die besondere Bedeutung der Beziehungen beider Staaten für die weltweite Sicherheit und Zusammenarbeit" betont, schrieb die Sprecherin im Kurzbotschaftendienst Twitter. Der Bundespräsident warb demnach "für die Stärkung der Kommunikationskanäle zwischen beiden Ländern".

Die Beziehungen zwischen Washington und Peking hatten sich in den vergangenen Jahren deutlich verschlechtert. Dabei geht es vor allem um Handels- und Menschenrechtsfragen sowie den Umgang mit dem selbstverwalteten und demokratischen Taiwan, das von Peking als abtrünniges Gebiet betrachtet wird. Derzeit befindet sich US-Außenminister Antony Blinken in Peking, wo er am Montag auch mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping zusammenkam.

China sei der größter Warenhandelspartner Deutschlands, betonte das Bundespräsidialamt zur Visite von Ministerpräsident Li. "Die Zusammenarbeit bleibt wichtig, hat sich aber in den vergangenen Jahren verändert", hieß es. China sei für Deutschland und Europa "ein Partner, aber auch zunehmend Konkurrent und Rivale auf der politischen Bühne".

Li wird am Abend (18.00 Uhr) Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) im Kanzleramt treffen. Dort gibt es ein gemeinsames Abendessen. Am Dienstag finden nach einem Empfang mit militärischen Ehren durch Scholz dann die 7. deutsch-chinesischen Regierungskonsultationen unter dem Titel "Gemeinsam nachhaltig handeln" statt.

Li gilt als einer der engsten Vertrauten von Chinas mächtigem Präsidenten Xi. Es ist sein erster Auslandsbesuch seit seinem Amtsantritt im März.

Die Bundesregierung hatte am Mittwoch ihre Nationale Sicherheitsstrategie vorgestellt. Peking wird darin vorgeworfen, regionale Stabilität und internationale Sicherheit "zunehmend unter Druck" zu setzen und Menschenrechte zu missachten.

Die Gruppe sieben großer Industriestaaten (G7) hatte bei ihrem Gipfel im Mai bereits beschlossen, sich unabhängiger von der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt zu machen. Eine komplette wirtschaftliche Abkoppelung von China ist aber nicht vorgesehen.

F.Dodaro--PV

Empfohlen

Junta im Niger schlägt Aufstand von Soldaten mit Hilfe Russlands nieder

Mit Hilfe Russlands hat die Junta im westafrikanischen Niger einen Aufstand meuternder Soldaten niedergeschlagen. Nach Gefechten in mehreren Vierteln der Hauptstadt Niamey brachte die Präsidentengarde am Samstagabend einen wichtigen Militärstützpunkt unter ihre Kontrolle und beendete damit den Aufstand, wie aus mehreren Quellen verlautete. Der Niger wird von Militärmachthaber Abdourahmane Tiani regiert. Unter seiner Regierung hat sich das Land von Frankreich und anderen westlichen Partnern abgewandt und mit Russland verbündet.

Referendum in Island über EU-Beitrittsverhandlungen beendet

In Island ist das Referendum über die Wiederaufnahme von Beitrittsverhandlungen mit der Europäischen Union beendet. Die Wahllokale in dem Inselstaat im Nordatlantik schlossen in der Nacht zum Sonntag um Mitternacht. Bis das Ergebnis vorliegt könnten mehrere Stunden vergehen, es wurde mit einem äußerst knappen Ausgang gerechnet.

Ehemaliger Trump-Unterstützer aus den USA abgeschoben

Die USA haben den ehemaligen Trump-Unterstützer und Rechtsaußen-Kommentator Milo Yiannopoulos in sein Heimatland Großbritannien abgeschoben. Der 41-Jährige sei ausgewiesen worden, teilte die US-Regierung am Samstag in Washington mit. Yiannopoulos hatte US-Präsident Donald Trump in dessen erster Amtszeit unterstützt, sich später aber gegen den Rechtspopulisten gewandt. Bis heute verteidigt er allerdings dessen rigorose Abschiebepolitik gegen Migranten.

IAEA: Akw Saporischschja seit mehr als einer Woche ohne externe Stromversorgung

Das russisch besetzte ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja ist nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) seit mehr als einer Woche von der externen Stromversorgung abgeschnitten. Die Anlage werde derzeit mit Notstrom-Dieselgeneratoren versorgt, erklärte die Organisation am Samstag. Der vorhandene Dieselvorrat reiche für etwa zehn Tage.

Textgröße ändern: