Pallade Veneta - Vier Palästinenser bei israelischer Razzia im Westjordanland getötet

Vier Palästinenser bei israelischer Razzia im Westjordanland getötet


Vier Palästinenser bei israelischer Razzia im Westjordanland getötet
Vier Palästinenser bei israelischer Razzia im Westjordanland getötet / Foto: Jaafar ASHTIYEH - AFP

Bei einem israelischen Armeeeinsatz im Westjordanland sind nach palästinensischen Angaben mindestens vier Palästinenser getötet worden. Mindestens 62 weitere Menschen seien bei Kämpfen in Dschenin am Montag verletzt worden, teilte das palästinensische Gesundheitsministerium mit. Die israelische Armee feuerte von einem Hubschrauber aus Raketen ab. Der Einsatz in einem Flüchtlingslager dauerte nach Angaben von Journalisten der Nachrichtenagentur AFP am Nachmittag weiter an. Das AFP-Team berichtete von ständigen Schusswechseln.

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Die israelische Armee erklärte, Ziel des Einsatzes sei die Festnahme von "gesuchten Verdächtigen" der radikalislamischen Palästinenserorganisationen Islamischer Dschihad und Hamas gewesen. Dabei habe es einen "intensiven Schusswechsel" zwischen israelischen Soldaten und bewaffneten Palästinensern gegeben. Daraufhin hätten "Armeehubschrauber das Feuer eröffnet", um den Rückzug der Soldaten zu ermöglichen. Israelischen Angaben zufolge wurden bei den Kämpfen zwei der eigenen Soldaten und fünf israelische Grenzpolizisten verletzt.

Ein AFP-Fotograf beschrieb Zusammenstöße von selten gesehener Intensität, bei denen ein palästinensischer Journalist verletzt worden sei. Er habe gesehen, wie ein Hubschrauber zwei Raketen abgefeuert habe, was seit Jahren nicht mehr vorgekommen sei.

Bei den Getöteten handelte es sich nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums um einen 15-jährigen Teenager sowie drei Männer im Alter zwischen 21 und 29 Jahren. Einer von ihnen sei ein Kämpfer des Islamischen Dschihad gewesen, erklärte die radikalislamische Miliz.

Die palästinensische Gesundheitsministerin Mai al-Kaila forderte den "dringenden" Versand von medizinischen Hilfsgütern, Medikamenten und Blutkonserven nach Dschenin.

In Berlin teilte die Bundesregierung mit, dass sie die angespannte Sicherheitslage im Westjordanland und die "hohe Zahl an Todesopfern, auch von Zivilisten und Minderjährigen", mit großer Sorge verfolge. "Der Schutz der Zivilbevölkerung sollte immer oberstes Gebot sein", sagte der Sprecher des Auswärtigen Amts, Christofer Burger.

Auch UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk zeigte sich "äußerst besorgt über die sich verschlechternde Situation" im Westjordanland. "Die rechtswidrigen Tötungen von Palästinensern durch die israelischen Sicherheitskräfte haben zugenommen, darunter offenbar auch außergerichtliche Hinrichtungen", sagte er.

Die Gewalt im israelisch-palästinensischen Konflikt hat seit Jahresbeginn deutlich zugenommen. Bislang wurden in diesem Jahr laut Zählungen der Nachrichtenagentur AFP bereits mindestens 161 Palästinenser, 21 Israelis, eine Ukrainerin und ein Italiener getötet.

R.Zaccone--PV

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