Pallade Veneta - Gewaltsame Zusammenstöße vor Präsidentschaftswahl in Sierra Leone

Gewaltsame Zusammenstöße vor Präsidentschaftswahl in Sierra Leone


Gewaltsame Zusammenstöße vor Präsidentschaftswahl in Sierra Leone
Gewaltsame Zusammenstöße vor Präsidentschaftswahl in Sierra Leone / Foto: JOHN WESSELS - AFP

Wenige Tage vor den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen in Sierra Leone sind nach Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und Anhängern der größten Oppositionspartei des Landes 66 Menschen festgenommen worden. Das teilte Polizeichef Braima Jah am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in der Hauptstadt Freetown mit. Demnach wurden vonseiten der Demonstranten Schusswaffen eingesetzt.

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Die Oppositionspartei APC hatte wegen "ungeklärter Probleme" im Zusammenhang mit "Ungereimtheiten im Wahlablauf" zu einer "friedlichen" landesweiten Demonstration aufgerufen. Etwa 100 Demonstranten versammelten sich am Vormittag vor der Parteizentrale in Freetown versammelt, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas gegen sie ein, einige Demonstranten warfen daraufhin Steine und Flaschen.

In Onlinediensten verbreitete Videos schienen Personen zu zeigen, die durch scharfe Munition verletzt worden waren. Polizeichef Jah versicherte, die Sicherheitskräfte hätten nicht scharf geschossen. Ehemalige Kämpfer hätten aus der Richtung der Parteizentrale zwei Schüsse mittels einer Pistole und drei von einem Sturmgewehr vom Typ AK-47 abgefeuert, sagte er.

Die APC wirft der Wahlkommission Sierra Leones (ECSL) seit Wochen Parteilichkeit zugunsten der Regierungspartei SLPP vor. Zudem behauptet die APC, ihre Anhänger seien bei Wahlkampfveranstaltungen in ländlichen Regionen des Landes angegriffen worden. Das Amt für Nationale Sicherheit bestätigte, dass ein Parteibüro in der Stadt Bo niedergebrannt worden sei und zeigte sich "besorgt" über "Fälle von Gewalt in einigen Teilen des Landes in den vergangenen Tagen".

Die Botschafter der Europäischen Union, der USA, Irlands und Deutschlands drückten in einer gemeinsamen Mitteilung ebenfalls ihre Beunruhigung über Berichte von "Gewalt und Aggressionen in Verbindung mit den Wahlen" aus.

Sierra Leone wählt am Samstag einen neuen Präsidenten sowie ein neues Parlament. Amtsinhaber und Kandidat der SLPP, Julius Maada Bio, bewirbt sich um eine zweite Amtszeit. Er hatte bei der Wahl 2018 die Stichwahl gegen APC-Chef Kamara knapp für sich entscheiden können.

Sierre Leone befindet sich in einer wirtschaftlichen Krise. Die Inflation und die Verärgerung über die Regierung führten im August zu Krawallen, bei denen 27 Zivilisten und sechs Polizisten getötet wurden.

A.Tucciarone--PV

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