Pallade Veneta - Luftwaffe und Politik ziehen positive Bilanz zu Großmanöver "Air Defender"

Luftwaffe und Politik ziehen positive Bilanz zu Großmanöver "Air Defender"


Luftwaffe und Politik ziehen positive Bilanz zu Großmanöver "Air Defender"
Luftwaffe und Politik ziehen positive Bilanz zu Großmanöver "Air Defender" / Foto: Christof STACHE - AFP

Nach dem groß angelegten Luftwaffenmanöver "Air Defender" haben Bundeswehr und Politik eine positive Bilanz gezogen. Luftwaffen-Inspekteur Ingo Gerhartz berichtete am Freitag von viel Lob der Nato-Verbündeten für die deutschen Organisatoren. Die Union begrüßte, dass Deutschland angesichts der Bedrohung durch Russland gezeigt habe, dass es eine Führungsrolle übernehmen könne. Anders als befürchtet gab es bei der zehntägigen Übung kaum Störungen im zivilen Flugverkehr über Deutschland.

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"Air Defender 23" hatte am 12. Juni begonnen und war die größte Verlegeübung von Luftstreitkräften seit Gründung der Nato. An ihr nahmen 250 Flugzeuge und rund 10.000 Soldatinnen und Soldaten aus 25 Ländern teil. Auch Nicht-Nato-Staaten wie Japan gehörten zu den Teilnehmern.

Die zehntägige Übung sei dann "absolut reibungslos" verlaufen, zog der Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Ingo Gerhartz, am Freitag auf dem Luftwaffenstützpunkt Jagel in Schleswig-Holstein Bilanz. Dank guter Planung der Deutschen Flugsicherung habe es im zivilen Luftverkehr "keinerlei Flugausfälle" gegeben; Verspätungen hätten sich dort nur "im geringen Minutenbereich" bewegt.

Die Flugsicherung hatte am Donnerstag zum Abschluss des taktischen Teils der Übung bereits erklärt, die Übung sei "sicher und störungsfrei verlaufen". Ihre Fluglotsen mussten Zivilmaschinen während des Manövers um für das Militär reservierte Bereiche herumleiten.

Auch militärisch sei das Manöver "ein voller Erfolg" gewesen, sagte Gerhartz. Es habe belegt, dass die Verbündeten in der Lage seien, innerhalb weniger Tage große Mengen an militärischem Material zu verlegen. So seien allein aus den USA 1500 Tonnen Material in kürzester Zeit nach Europa geschafft worden.

Von 2000 geplanten Flügen hätten letztlich 1800 tatsächlich stattgefunden, sagte der Luftwaffen-Inspekteur. An einem Tag seien die meisten Maschinen wegen Gewittern sicherheitshalber am Boden geblieben. "Eine Erfüllung von 90 Prozent ist immer noch bei solchen Großübungen ein Spitzenwert", betonte Gerhartz. Im Erstfall würden die Maschinen natürlich auch bei Gewittern fliegen.

Ein wichtiges Ziel der Übung sei es auch gewesen, die Maschinen und Systeme unterschiedlicher Luftwaffen in einem Datenverbund zusammenzuschließen, sagte Gerhartz. "Das ist uns nicht am ersten Tag gelungen, da haben wir ein, zwei Tage gebraucht." Aber gerade deshalb seien derartige Übungen wichtig. Und während des Manövers habe es dann eine "steile Lernkurve" gegeben.

Lob kam auch aus der Opposition: "Deutschland hat eine Führungsrolle eingenommen und hat bewiesen, dass Deutschland führen kann", sagte der verteidigungspolitische Vertreter der Unionsfraktion, Henning Otte (CDU), im Deutschlandfunk. Das Manöver habe deutlich gemacht, dass die Nato-Verbündeten "auch unter einer Bedrohungskulisse Russlands" Großübungen abhalten könne und das Bündnis seinem Abschreckungsauftrag gerecht werde.

Ähnlich äußerte sich auch die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag, Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP). "Das Manöver war von Deutschland als Drehscheibe perfekt organisiert", sagte sie der neuen Ausgabe des Nachrichtenmagazins "Focus". Es habe "deutsche Gründlichkeit – mal im positiven Sinne" gezeigt.

Otte mahnte trotz des weitgehend reibungslosen Verlaufs des Großmanövers weitere Investitionen in die Bundeswehr an. Ihre Kaltstart- und Durchhaltefähigkeit im Krisenfall müsse erhöht werden, sagte der CDU-Politiker. Nötig dafür sei auch die Beschaffung von mehr Munition. "Dazu ist noch viel zu tun."

M.Romero--PV

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