Pallade Veneta - Mitsotakis tritt zweite Amtszeit als griechischer Ministerpräsident an

Mitsotakis tritt zweite Amtszeit als griechischer Ministerpräsident an


Mitsotakis tritt zweite Amtszeit als griechischer Ministerpräsident an
Mitsotakis tritt zweite Amtszeit als griechischer Ministerpräsident an / Foto: Louisa GOULIAMAKI - AFP

Nach dem klaren Sieg seiner konservativen Partei Nea Dimokratia (ND) bei der Parlamentswahl in Griechenland hat Kyriakos Mitsotakis sein Amt als Ministerpräsident angetreten und sein Kabinett benannt. Der 55-Jährige legte am Montag vor hochrangigen Vertretern der griechisch-orthodoxen Kirche den Eid für seine zweite Amtszeit ab und kündigte "größere Reformen" an.

Textgröße ändern:

Bei der zweiten Parlamentswahl innerhalb von fünf Wochen hatte die Nea Dimokratia am Sonntag 40,56 Prozent der Stimmen erreicht und Mitsotakis damit die absolute Mehrheit gesichert. Dank eines neuen Wahlrechts, welches der stärksten Partei bis zu 50 Bonus-Sitze zuspricht, verfügen die Konservativen im griechischen Ein-Kammer-Parlament nun über 158 von 300 Sitzen. Die linke Syriza-Partei von Ex-Regierungschef Alexis Tsipras kam hingegen nur auf 17,83 Prozent der Stimmen.

Noch am Montag enthüllte Mitsotakis sein neues Kabinett, in dem trotz gegenteiliger Ankündigungen im Wahlkampf nur vier Frauen vertreten sind, eine davon an der Spitze des Innenministeriums. Neuer Außenminister ist der ehemalige Verkehrsminister Giorgos Gerapetritis. Das Verteidigungsressort übernimmt der ehemalige Außenminister Nikos Dendias. Für die Spitze des Finanzressorts benannte Mitsotakis Kostis Chatzidakis, der in vorherigen Kabinetten bereits verschiedene Ministerposten inne hatte und auch Abgeordneter im Europäischen Parlament war.

Vertreter anderer Regierungen gratulierten dem neuen griechischen Ministerpräsidenten zu seinem Wahlsieg. "Ich freue mich darauf, unsere enge Zusammenarbeit (...) fortzusetzen, um Wohlstand und regionale Sicherheit zu fördern", erklärte US-Präsident Joe Biden. Der französische Staatspräsident Emmanuel Macron versprach Kooperationen für ein "stärkeres und souveräneres Europa". Der italienische Außenminister Antonio Tajani nannte Mitsotakis' Wiederwahl ein "Zeichen politischer Stabilität, das gut für ganz Europa ist".

Für seine zweite Amtszeit kündigte Mitsotakis rasch "größere Reformen" und ein ehrgeiziges Wirtschaftsprogramm an. Angesichts steigender Lebenshaltungskosten sollen Löhne vor allem in unteren Einkommensschichten steigen. Zudem sollen das unterfinanzierte Gesundheitssystem gestärkt und massiv Pflegepersonal und Ärzte eingestellt werden.

Der Sieg von Mitsotakis' Partei war erwartet worden. Bereits beim ersten Urnengang im Mai war die ND mit 40,8 Prozent der Stimmen als klare Siegerin aus der Wahl hervorgegangen. Für die absolute Mehrheit fehlten allerdings fünf Mandate. Verhandlungen über die Bildung einer Koalition lehnte Mitsotakis ab, stattdessen rief er die 9,8 Millionen griechischen Wählern erneut zu den Urnen.

Die linke Syriza-Partei von Tsipras schnitt am Sonntag noch schlechter ab als am 21. Mai, als sie auf 20,0 Prozent gekommen war. Tsipras räumte eine "schwere politische Niederlage" ein und sagte, er überlasse sein politisches Schicksal dem "Urteil" der Syriza-Mitglieder.

Zehn Tage nach dem Untergang eines völlig überfüllten Flüchtlingsboots vor Griechenland mit mutmaßlich hunderten Toten wurden auch drei kleine nationalistische und einwanderungsfeindliche Parteien ins griechische Parlament gewählt, die zusammen auf knapp 13 Prozent der Stimmen kamen. Darunter ist die rechtsextreme Partei Spartiates (Spartaner), die überraschend 4,68 Prozent erhielt.

J.Lubrano--PV

Empfohlen

Proteste erwartet: Frankreichs Rechtspopulisten treffen sich zu Parteitag in Orléans

Frankreichs Rechtspopulisten kommen am Wochenende zu einem Parteitag in Orléans zusammen. Der Chef des Rassemblement National (RN), Jordan Bardella, stellt sich am Samstag ohne Gegenkandidaten zur Wiederwahl. Am Sonntag steht eine Rede von RN-Fraktionschefin Marine Le Pen auf dem Programm. Mit dem Auftritt vor rund 10.000 Anhängern will sie offiziell ihren Präsidentschaftswahlkampf eröffnen. Sechs Monate vor der Wahl liegt Le Pan in Umfragen derzeit weit vorn.

Eine Woche nach Ausschreitungen: Neue landesweite Proteste in Frankreich

Eine Woche nach den gewaltsamen Ausschreitungen in Frankreich finden am Samstag neue landesweite Proteste statt. Nach Angaben des Innenministeriums werden rund 70.000 Sicherheitskräfte im Einsatz sein. Für die Demonstrationen gelten strenge Auflagen, in Paris wurde nur ein Protestmarsch genehmigt, dessen Route verkürzt wurde. Die Behörden in Lyon haben Demonstrationen im Stadtzentrum untersagt. In Marseille darf nur eine Gewerkschaftskundgebung stattfinden.

Betrug mit Kryptowährung: Verfahren gegen Argentiniens Staatschef Milei eingestellt

In Argentinien ist das Strafverfahren gegen Präsident Javier Milei und seine Schwester im Zusammenhang mit einem groß angelegten Kryptowährungsbetrug eingestellt worden. "Die gemeldeten Ereignisse stellen keine Straftat dar", entschied der Richter Marcelo Martínez de Giorgi in einem Urteil, das von der Nachrichtenagentur AFP am Freitag eingesehen wurde.

CDU-Außenpolitiker: "Trump steht aktuell auf der Seite Russlands"

US-Präsident Donald Trump hat sich im Ukraine-Krieg nach Ansicht des CDU-Außenpolitikers Norbert Röttgen auf die Seite des russischen Staatschefs Wladimir Putin gestellt. Trump wolle "den Konflikt mit einem Deal beenden, für den er zu weitgehenden Konzessionen bereit ist", sagte der Vizevorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Samstagsausgabe).

Textgröße ändern: