Pallade Veneta - Stadt in Turkmenistan zu Ehren von Ex-Präsident prunkvoll eingeweiht

Stadt in Turkmenistan zu Ehren von Ex-Präsident prunkvoll eingeweiht


Stadt in Turkmenistan zu Ehren von Ex-Präsident prunkvoll eingeweiht
Stadt in Turkmenistan zu Ehren von Ex-Präsident prunkvoll eingeweiht / Foto: Natalia KOLESNIKOVA - AFP

Im autokratisch regierten Turkmenistan ist zu Ehren des langjährigen Präsidenten Gurbanguly Berdymuchamedow eine noch unbewohnte Stadt eingeweiht worden. Zu der prunkvollen Zeremonie, an der Berdymuchamedows Nachfolger, sein Sohn Serdar, teilnahm, waren auch Journalisten der Nachrichtenagentur AFP eingeladen - ein in dem abgeschotteten zentralasiatischen Land eher seltener Vorgang.

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Unter der sengenden Sonne sangen tausende Menschen in traditioneller Kleidung und Fahnen schwenkend ein Loblied auf den langjährigen Staatschef, der die Ex-Sowjetrepublik 16 Jahre lang mit harter Hand regiert hatte und am Donnerstag seinen 66. Geburtstag feierte. Drei Stunden lang wurden Tänze, Shows und Pferdedressur-Kunststücke aufgeführt, bevor ein abendliches Feuerwerk die Zeremonie beendete.

Die Stadt liegt rund 30 Kilometer außerhalb der Hauptstadt Aschchabat und soll eines Tages rund 73.000 Einwohner haben. Sie wird nach dem Ehrentitel Berdymuchamedows "Arkadag" (heldenhafter Beschützer) genannt - die Bauzone liegt allerdings in einem Erdbebengebiet.

In ihrem Zentrum thront ein 43 Meter hohes goldfarbenes Denkmal zu Ehren Berdymuchamedows. Es stellt den Ex-Präsidenten auf einem Pferd seiner Lieblingsrasse dar. Das Monument sei eine Hommage an "den großen Sohn des turkmenischen Volkes. Gurbanguly Berdymukhamedow", sagte ein namentlich nicht genannter Mitarbeiter des Ministeriums für Bauwesen und Architektur der AFP.

Der frühere Zahnarzt Berdymukhamedow hatte während seiner Zeit als Präsident einen Personenkult um sich herum aufgebaut. Im vergangenen Jahr trat er offiziell als Präsident zurück und wurde durch seinen Sohn Serdar ersetzt. Der Ex-Staatschef übt aber weiterhin große politische Kontrolle aus.

Das turkmenische Staatssystem gilt als eines der repressivsten der Welt. Über die politischen Entscheidungsprozesse ist nur wenig bekannt. Wahlen in der ehemaligen Sowjetrepublik verlaufen nach Einschätzung von Beobachtern weder frei noch fair. Seit der Amtsübernahme von Gurbanguly Berdymuchamedow im Jahr 2006 gab es nie einen ernstzunehmenden Oppositionskandidaten. Gewaltenteilung, Opposition und Pressefreiheit existieren nicht.

Internationale Menschenrechtsorganisationen werfen der autoritären Regierung regelmäßig vor, die Einnahmen aus den reichen Energievorkommen des Landes in Prestigeprojekte zu stecken, von denen die mehrheitlich arme Bevölkerung des Landes kaum profitiert.

Die Behörden versicherten jedoch, dass für die künftigen Einwohner von Arkadag "die besten Bedingungen geschaffen" würden. Staatsmedien zufolge wird die neue Stadt viele ökologische Standards erfüllen. Bereits jetzt sei sie mit 21 internationalen Zertifikaten ausgezeichnet worden. Behördenangaben zufolge kostete ihr Bau bislang umgerechnet etwa 4,6 Milliarden Euro.

D.Vanacore--PV

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