Pallade Veneta - Linke will Schwimmbäder vor Verfall und Schließung bewahren

Linke will Schwimmbäder vor Verfall und Schließung bewahren


Linke will Schwimmbäder vor Verfall und Schließung bewahren
Linke will Schwimmbäder vor Verfall und Schließung bewahren / Foto: Tobias SCHWARZ - AFP/Archiv

Die Linke fordert umfassende Maßnahmen, um die Schwimmbäder in Deutschland vor Verfall und Schließung zu bewahren. "Jedes zweite Schwimmbad muss saniert, genauer gesagt modernisiert werden", heißt es in einem Papier, das Parteichefin Janine Wissler und der sportpolitische Sprecher der Fraktion, André Hahn, am Montag vorstellen wollten. Neben einem bundesweiten Sanierungsprogramm werden darin kostenloser Eintritt für Kinder sowie Maßnahmen gegen den Personalmangel gefordert.

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Das Sechs-Punkte-Papier trägt den Titel "SOS – Seepferdchen in Not! Rettet die Schwimmbäder!" Seit dem Jahr 2000 sei bundesweit jedes zehnte Schwimmbad geschlossen worden, durchschnittlich mindestens 40 Bäder pro Jahr. Derzeit gebe es etwa 6500 öffentlich zugängliche Hallen-, Frei-, Natur- und Schulbäder.

Im Mittelpunkt des geforderten bundesweiten Sanierungsprogramms stehe die energetische Sanierung und die Schaffung von Barrierefreiheit, heißt es in dem AFP vorliegenden Papier weiter. Der Sanierungsstau betrage mehrere Milliarden Euro, "auch weil die von Bund und Ländern aufgelegten Programme viel zu gering waren beziehungsweise sind".

Ein Problem sei die Finanznot der Kommunen, freiwillige Leistungen wie Bäder würden oft als erstes weggekürzt würden. Deutschland entwickele sich zu einem Land der Nichtschwimmerinnen und Nichtschwimmer, warnte die Linke. Nach Zahlen der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) sind derzeit 58 Prozent der Kinder am Ende der Grundschule keine sicheren Schwimmer. Ertrinken gehöre inzwischen zu den häufigsten Unfalltodesursachen für Kinder.

Fehlende Bäder seien vor allem für Familien, die sich keinen Urlaub oder teure Ausflüge leisten könnten, ein Problem. Schwimmbäder seien "Teil der Daseinsvorsorge und dürfen nicht weggekürzt werden", betonte die Linke. Schwimmbäder und die Möglichkeit, schwimmen zu lernen, solle als kommunale Pflichtaufgabe definiert werden. "Bund und Länder müssen hier angemessen unterstützen."

Ein weiteres Problem sei der Personalmangel. Es werde zu wenig ausgebildet, unattraktive Arbeitszeiten und schlechte Bezahlung verschärften das Problem. Auch das führe zum Ausfall von Schwimmunterricht sowie zu eingeschränkten Öffnungszeiten von Schwimmbädern und geringen Trainingsangeboten in Schwimmvereinen.

Die Linke fordert einen "Goldenen Plan Sportstätten", um den Sanierungsstau durch Modernisierungen und Neubau in den nächsten 15 Jahren gemeinsam durch Bund, Ländern und Kommunen abzubauen. Der Bund solle sich daran mit mindestens einer Milliarde Euro pro Jahr (darunter mindestens 500 Millionen für Schwimmbäder) beteiligen.

Die Partei will zudem ein "Bonusprogramm für Kommunen, die Schwimmbäder zur Verfügung stellen". Die Länder müssten im Rahmen des kommunalen Finanzausgleichs einen dauerhaften Bäderbonus einführen. Zudem müsse allen Schülerinnen und Schüler die Teilnahme am Schwimmunterricht ermöglicht werden mit dem Ziel, dass alle Kinder bis zum Ende der Primarstufe sicher schwimmen können.

Neben dem kostenlosen Zugang für Kinder zum Freibad sollen finanziell benachteiligte Familien weitere Unterstützung erhalten, etwa durch Bereitstellung von Badebekleidung oder die Übernahme von Mitgliedsbeiträgen in Schwimmvereinen.

Sportorganisationen, Schulen und Hochschulen sollen dem Linken-Papier zufolge das Recht haben, Schwimmbäder sowie andere Spiel- und Sportanlagen öffentlicher Träger unentgeltlich zu nutzen. Um das ehrenamtliche Engagement als Übungsleiter oder Rettungsschwimmerin zu fördern, solle die Ausbildung als Bildungsurlaub anerkannt werden.

F.M.Ferrentino--PV

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