Pallade Veneta - Sicherheitszusagen für die Ukraine bestimmen Diskussion vor dem Nato-Gipfel

Sicherheitszusagen für die Ukraine bestimmen Diskussion vor dem Nato-Gipfel


Sicherheitszusagen für die Ukraine bestimmen Diskussion vor dem Nato-Gipfel
Sicherheitszusagen für die Ukraine bestimmen Diskussion vor dem Nato-Gipfel / Foto: HENRY NICHOLLS - AFP

Kurz vor dem Nato-Gipfel in Litauen in dieser Woche bestimmen mögliche Sicherheitszusagen für die Ukraine die Diskussion. US-Präsident Joe Biden bot bilaterale Sicherheitsgarantien an, so wie sie die USA derzeit schon Israel gegenüber leisten. Auch aus deutschen Regierungskreisen hieß es, unabhängig von der Nato werde an einer Erklärung gearbeitet, mit welcher der Startschuss für Sicherheitszusagen für die Ukraine gegeben werden solle. Der Vorsitzende der Münchener Sicherheitskonferenz, Christoph Heusgen, plädierte indes für eine frühestmögliche Nato-Mitgliedschaft der Ukraine.

Textgröße ändern:

Der Nato-Beitritt "ist ein Prozess, der einige Zeit braucht", sagte Biden dem US-Fernsehsender CNN mit Blick auf den Wunsch der Ukraine nach einem raschen Beitritt zu dem westlichen Militärbündnis. "In der Zwischenzeit (...) wären die Vereinigten Staaten bereit, (...) Sicherheit zu bieten", so wie die USA es für Israel täten, sagte Biden weiter. Nötig dafür sei ein Waffenstillstand oder ein Friedensabkommen. In einem solchen Falle könne Washington Kiew Waffen bereitstellen und mit Fähigkeiten ausstatten, um sich selbst verteidigen zu können.

Bidens Nationaler Sicherheitsberater Jake Sullivan sagte: "Das Konzept sieht vor, dass die Vereinigten Staaten zusammen mit anderen Verbündeten und Partnern innerhalb eines multilateralen Rahmens bilaterale Sicherheitsverpflichtungen mit der Ukraine auf lange Sicht aushandeln." Er gehe davon aus, dass sich Biden bei dem Nato-Gipfel in Litauen zu dem Thema mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und den anderen G7-Staaten beraten werde.

Aus deutschen Regierungskreisen hieß es, es werde losgelöst von der Nato an einer Erklärung gearbeitet, mit welcher der "Startschuss für Sicherheitszusagen für die Ukraine" gegeben werden solle. Das Ziel sei es, die Verteidigungsfähigkeit der Ukraine zu stärken. Für konkrete Schritte in Richtung einer Nato-Mitgliedschaft für die Ukraine sei der Zeitpunkt nicht gekommen.

Der Vorsitzende der Münchener Sicherheitskonferenz, Christoph Heusgen, sprach sich indes für eine frühestmögliche Nato-Mitgliedschaft der Ukraine aus. Er sagte der Düsseldorfer "Rheinischen Post" und dem Bonner "General-Anzeiger" (Montagsausgaben): "Die Ukraine muss und sie wird auch Mitglied der Nato werden - sobald die Bedingungen es zulassen."

Das Land in der jetzigen Phase des Konflikts aufzunehmen, scheide aus, da dies das Bündnis durch die Beistandsverpflichtung nach Artikel fünf des Nordatlantikvertrages direkt in den Krieg hineinziehen würde, sagte Heusgen weiter. Allerdings solle der Nato-Gipfel das Signal aussenden, "dass die Ukraine zur Nato-Familie gehört".

Heusgen forderte eine maximale militärische Unterstützung. "Wir müssen der Ukraine alle militärischen Mittel zur Verfügung stellen, die das Land braucht, um sich zu verteidigen, sonst hört die Ukraine auf zu existieren." Er hoffe, dass "die geplante Unterstützung mit F16-Jets aus US-Produktion zustande kommt, damit die Ukraine sich auch in der Luft besser gegen die russische Aggression wehren kann", sagte er.

H.Lagomarsino--PV

Empfohlen

AfD-Nachwuchsorganisation startet Bundskongress in Magdeburg

Eine Woche vor der Wahl in Sachsen-Anhalt ist die AfD-Nachwuchsorganisation Generation Deutschland am Samstag in Magdeburg zu ihrem zweiten Bundeskongress zusammengekommen. Auf der Tagesordnung der rund 300 Delegierten stehen Nachwahlen zu einigen vakanten Vorstandsämtern sowie Satzungsänderungen; vor allem aber geht es der Generation Deutschland um ein Signal vor der Wahl am 6. September.

Gouverneur: Mindestens 27 Tote bei russischem Angriff nahe Kiew

Bei einem russischen Drohnenangriff auf ein Logistikzentrum in der Nähe der ukrainischen Hauptstadt Kiew sind nach Angaben des örtlichen Gouverneurs mindestens 27 Menschen getötet worden. Die Opferzahl könne noch steigen, sagte Gouverneur Tymur Tkatschenko am Samstag nach dem Angriff am Vorabend.

Referendum über Wiederaufnahme von EU-Beitrittsverhandlungen in Island

In Island hat am Samstag das Referendum über die Wiederaufnahme von EU-Beitrittsverhandlungen begonnen, bei dem sich ein enges Rennen zwischen Befürwortern und Gegnern abzeichnet. Die Wahllokale öffneten um 9.00 Uhr (Ortszeit, 11.00 Uhr MESZ), eine Stimmabgabe war bis 22.00 Uhr möglich. Island hatte sich bereits 2009 um eine Aufnahme in die EU beworben, die Gespräche 2013 aber abgebrochen.

Thurgauer Schulen: Lehrermangel überwunden, Werteverlust und Sonderschulquote steigen

Mit Beginn des neuen Schuljahres im Kanton Thurgau konnten alle offenen Stellen für Klassenlehrpersonen besetzt werden. Gleichzeitig thematisieren die kantonalen Verantwortlichen einen deutlichen Anstieg der Sonderschulquote und einen allgemeinen Werteverlust in der Gesellschaft, der zu mehr Verhaltensauffälligkeiten bei Schülerinnen und Schülern führt.

Textgröße ändern: