Pallade Veneta - Carola Rackete soll auf Spitzenplatz für Linke bei Europawahl antreten

Carola Rackete soll auf Spitzenplatz für Linke bei Europawahl antreten


Carola Rackete soll auf Spitzenplatz für Linke bei Europawahl antreten
Carola Rackete soll auf Spitzenplatz für Linke bei Europawahl antreten / Foto: Tobias SCHWARZ - AFP/Archiv

Der Parteivorstand der Linkspartei hat die Klima- und Flüchtlingsaktivistin Carola Rackete als Teil ihres Spitzenteams für die Europawahl im kommenden Jahr vorgeschlagen. Sie soll nach Partei-Ko-Chef Martin Schirdewan auf Platz zwei der Kandidatenliste antreten, wie die Partei am Freitag mitteilte. Die Plätze drei und vier sollen die EU-Abgeordnete Özlem Demirel und der wie Rackete parteilose Mediziner Gerhard Trabert besetzen.

Textgröße ändern:

Mit der Einbindung von Rackete und Trabert wolle sich die Linke für Vertreter "aus sozialen Bewegungen und der Zivilgesellschaft" öffnen, sagte Ko-Parteichefin Janine Wissler. Die Personalentscheidung sei auch eine Einladung an alle, die Forderungen der Linken richtig fänden, "aber vielleicht an der ein oder anderen Stelle mit der Partei gehadert haben". Schirdewan bezeichnete den Nominierungsvorschlag als Antwort auf die Herausforderungen der Zeit wie "soziale Ungleichheit, Klimakrise, Krise der Demokratie, Bedrohung durch rechts".

Die Linkspartei ist derzeit mit fünf Abgeordneten im EU-Parlament vertreten, unter ihnen Schirdewan und Demirel. Trabert war für die Linkspartei 2022 bereits bei der Wahl zum Bundespräsidenten angetreten. Rackete war bekannt geworden, als sie im Juni 2019 als Kapitänin des Seenotrettungsschiffes "Sea Watch" 53 Menschen vor der Küste Libyens aus dem Mittelmeer rettete und nach wochenlangem Warten trotz eines Verbots durch italienische Behörden den Hafen der Insel Lampedusa anlief.

Mit ihrer Kandidatenliste, die noch von einem Parteitag bestätigt werden muss, versucht sich die Parteispitze offenbar auch, von der Linken-Abgeordneten Sahra Wagenknecht abzugrenzen, die wiederholt migrationskritische Töne angeschlagen hatte, während Racketes Engagement in weiten Teilen der Linken auf Sympathie stieß.

Der Richtungsstreit innerhalb der Partei sei "längst entschieden", sagte Rackete dazu dem "Spiegel". "Man hat die Scheidungspapiere eingereicht, lebt aber noch im selben Haus", erklärte sie mit Blick auf Aufforderung der Parteispitze an Wagenknecht, ihr Mandat zurückzugeben.

Zu ihrer Kandidatur sagte Rackete bei der gemeinsamen Pressekonferenz, sie sehe das Menschenrecht auf eine "gesunde Umwelt, lebensfähige Ökosysteme und ein stabiles Erdklima" bedroht. Die Klimakrise sei auch die "größte Gerechtigkeitskrise der Welt". Sie habe sich gefragt, wo sie "den größten Unterschied" machen könnte.

Sie habe sich in den vergangenen Jahren in verschiedenen sozialen Bewegungen und Naturschutzprojekten engagiert. Diese seien angewiesen auf die "Unterstützung einer parlamentarischen Linken". Um ihre Ziele zu verwirklichen sei eine "gute Vernetzung in die Institutionen" nötig. Im Falle eines Wahl wolle sie im Umweltausschuss des EU-Parlaments arbeiten.

Rackete beklagte eine "rücksichtslose Ausbeutung unserer Natur für Profite" und fordert eine Reihe von Gegenmaßnahmen: "fossile Konzerne vergesellschaften, das Geld für die notwendige Transformation von den Krisenprofiteuren eintreiben und die Steuerflucht aus der EU verhindern".

Trabert sagte, die EU müsse viel mehr tun, um die Armut in Europa und das Gefälle zwischen Arm und Reich zu reduzieren. Auch der Zugang zur Gesundheitsversorgung müsse verbessert werden. Er sprach sich für eine Übergewinn- und Vermögenssteuer aus. Es müsse eine "Umverteilung stattfinden". Keine Partei greife dieses Thema so "authentisch" auf wie die Linke. Er wolle sich aber seine Unabhängigkeit bewahren und der Partei nicht beitreten. Rackete äußerte sich ähnlich.

Trabert hat in Mainz ein "Arztmobil" für wohnungslose Menschen auf die Beine gestellt und war zeitweise in der Seenotrettung und engagiert sich für Flüchtlinge im In- und Ausland. Er begründete sein erneutes Engagement für die Linke auch damit, dass seit seiner Kandidatur 2022 "nichts besser geworden, sondern vieles schlechter" geworden sei.

U.Paccione--PV

Empfohlen

CDU-Außenpolitiker: "Trump steht aktuell auf der Seite Russlands"

US-Präsident Donald Trump hat sich im Ukraine-Krieg nach Ansicht des CDU-Außenpolitikers Norbert Röttgen auf die Seite des russischen Staatschefs Wladimir Putin gestellt. Trump wolle "den Konflikt mit einem Deal beenden, für den er zu weitgehenden Konzessionen bereit ist", sagte der Vizevorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Samstagsausgabe).

USA und Russland kündigen Waffenruhe für Oleschky in der Ukraine an

Für die von Russland besetzte Stadt Oleschky im Süden der Ukraine ist eine befristete Waffenruhe angekündigt worden. Russland und die Ukraine hätten sich auf eine vorübergehende Einstellung der Kämpfe geeinigt, um Hilfslieferungen und die Evakuierung von Zivilisten zu ermöglichen, erklärte das Weiße Haus am Freitag. Moskau bestätigte die geplante Feuerpause. Die ukrainische Armee sagte ihre Unterstützung für eine humanitäre Mission zu.

Treffen in Istanbul: Außenminister fordern Deeskalation im Iran-Krieg und Hormus-Öffnung

Bei einem Treffen in Istanbul haben Außenminister aus acht Ländern für eine diplomatische Lösung der Konflikte in der Golfregion geworben und die Öffnung der Straße von Hormus gefordert. Es herrsche Einigkeit, "dass Diplomatie und Dialog der einzige Weg nach vorn sind", sagte der türkische Außenminister Hakan Fidan zum Abschluss der Beratungen am Freitag. Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) forderte den Iran und die Huthi-Miliz auf, ihre Angriffe auf die internationale Schifffahrt einzustellen.

Sieben Tote bei Anschlag auf Kirche in Jordanien - König droht mit Vergeltung

Bewaffnete Männer haben bei einem Anschlag auf eine griechisch-orthodoxe Kirche im Süden Jordaniens mindestens sieben Menschen getötet und 34 weitere verletzt. Die Angreifer eröffneten am Freitag während eines Trauerzugs in der Ortschaft Hammud in der Provinz Karak das Feuer, wie die Behörden mitteilten. Jordaniens Innenminister Mazen al-Faraya sprach von einem "Terroranschlag einer Gruppe von Extremisten".

Textgröße ändern: