Pallade Veneta - Spezialisten finden Hinweise auf Massengrab von Wehrmachtssoldaten in Frankreich

Spezialisten finden Hinweise auf Massengrab von Wehrmachtssoldaten in Frankreich


Spezialisten finden Hinweise auf Massengrab von Wehrmachtssoldaten in Frankreich
Spezialisten finden Hinweise auf Massengrab von Wehrmachtssoldaten in Frankreich / Foto: PASCAL LACHENAUD - AFP/Archiv

Deutsche Spezialisten haben in Südwestfrankreich Hinweise auf ein Massengrab mit den sterblichen Überresten von 1944 dort erschossenen Wehrmachtsoldaten gefunden. Die Ausgrabungen sollten in der zweiten Augusthälfte beginnen, teilte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge am Mittwoch in Niesetal mit. "Wir haben nach den Flächenuntersuchungen und Auswertungen der Daten des Georadars Hoffnungen, die sterblichen Überreste der Toten zu finden", sagte Arne Schrader, Abteilungsleiter Gräberdienst im Volksbund.

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Die Experten hatten seit Ende Juni eine Fläche von etwa 3000 Quadratmetern untersucht. In einem Bereich von etwa 45 mal zehn Meter seien Bodenveränderungen entdeckt worden, die Grabstrukturen entsprechen könnten, hieß es nun. Um dies zu überprüfen, wollten französische und deutsche Archäologen und Spezialisten dort gemeinsame Grabungen ausführen.

Am 12. Juni 1944 hatten französische Widerstandskämpfer in der Nähe von Meymac 46 Wehrmachtsoldaten und eine der Kollaboration verdächtigte Französin erschossen. Dabei handelt es sich um eine Gruppe von Kriegsgefangenen, welche die Widerstandskämpfer von Tulle bis nach Meymac gebracht hatten.

Auslöser der Suche in der Nähe des Ortes Meymac ist der Bericht des 98 Jahre alten ehemaligen Widerstandskämpfers Edmond Réveil aus Meymac, der am Lebensabend sein Gewissen erleichtern wollte. Er hatte kürzlich erstmals öffentlich über die Massenerschießung der gefangenen, deutschen Wehrmachtssoldaten berichtet. Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge stellte für die Suche nach den Gräbern ein Georadar zur Verfügung, das Bodenveränderungen in einer Tiefe von bis zu sechs Metern entdecken kann.

Ende der 1960er Jahre hatte es bereits eine erste Grabung gegeben, bei der die Überreste von elf Menschen geborgen wurden. Diese Grabungen wurden auf Wunsch des damaligen Bürgermeisters nicht fortgesetzt. Die Spezialisten gehen davon aus, dass noch die Überreste von 35 Menschen zu finden sind. Die Identität der noch vermissten Soldaten ist bislang nicht geklärt.

Nach dem Bericht von Réveil konnten die Widerstandskämpfer die Gefangenen weder versorgen noch freilassen, weil sie Angst vor Repressalien hatten. Im nahe gelegenen Tulle, wo die Wehrmachtsoldaten gefangen genommen worden waren, hatten SS-Soldaten aus Vergeltung am 9. Juni 99 Zivilisten an Laternen und Balkonen erhängt. Einen Tag später löschte eine andere SS-Einheit im etwa hundert Kilometer entfernten Oradour-sur-Glane nahezu eine gesamte Dorfgemeinschaft aus. Dort gab es 643 Tote.

F.M.Ferrentino--PV

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