Pallade Veneta - AfD kürt Rechtsaußen-Politiker Krah zum Europa-Spitzenkandidaten

AfD kürt Rechtsaußen-Politiker Krah zum Europa-Spitzenkandidaten


AfD kürt Rechtsaußen-Politiker Krah zum Europa-Spitzenkandidaten
AfD kürt Rechtsaußen-Politiker Krah zum Europa-Spitzenkandidaten / Foto: Ronny HARTMANN - AFP

Die AfD hat europakritische Politiker vom äußerst rechten Flügel an die Spitze ihrer Kandidatenliste für die Europawahl gesetzt. Zum Spitzenkandidaten kürten die Delegierten des Parteitags in Magdeburg am Samstag den umstrittenen Europaabgeordneten Maximilian Krah aus Sachsen. Auf den nächsten Listenplätzen folgten mit Petr Bystron und René Aust weitere Vertreter des äußerst rechten Parteiflügels, die in ihren Bewerbungsreden scharfe europakritische Töne angeschlagen hatten.

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Krah setzte in seiner Bewerbungsrede stark auf das Thema Patriotismus. "Wir wollen ganz Deutschland zu einem großen Sonneberg machen", sagte der Europaabgeordnete mit Blick auf den ersten Landratsposten für die AfD, den sie im Juni in dem thüringischen Landkreis errungen hatte. Die AfD habe "endlich was zu sagen".

Krah rechnete in seiner Bewerbungsrede mit seinen parteiinternen Widersachern ab und rief die rund 600 Delegierten auf, sie sollten "heute endlich mal den Dreckwerfern die rote Karte zeigen". Gewählt wurde er mit 65,7 Prozent der Stimmen. Krahs Gegenkandidat, der weitgehend unbekannte Berliner AfD-Kommunalpolitiker Andreas Otti, bekam 25,2 Prozent.

Krah ist seit 2019 EU-Abgeordneter, zudem ist er Mitglied des AfD-Bundesvorstands. Der promovierte Rechtsanwalt vertritt das äußerst rechte Lager der AfD, er unterhält enge Kontakte zu AfD-Chef Tino Chrupalla und dem Thüringer Landeschef Björn Höcke. Das Verhältnis zu Ko-Parteichefin Alice Weidel gilt als distanziert.

In Brüssel hatte der Europaparlamenterier Krah wiederholt Ärger mit dem eigenen Lager. Die rechte ID-Fraktion im Europaparlament, der die AfD angehört, hat ihn bereits zwei Mal suspendiert - unter anderem wegen Betrugsvorwürfen. Nach Krahs Angaben endet die Suspendierung am 7. August.

Mit 82,4 Prozent wählte der Parteitag den Bundestagsabgeordneten Petr Bystron auf Listenplatz zwei. Bystron stellte der EU ein vernichtendes Zeugnis aus. "Aus Brüssel kommt das Gift", sagte der gebürtige Tscheche vor den Delegierten. "Wir kämpfen gegen die Kriegstreiber, die Globalisten, die uns zwangsimpfen wollen, enteignen wollen, versklaven wollen."

Platz drei nimmt mit 67,8 Prozent der Landtagsabgeordnete René Aust aus Thüringen ein. Wie Krah gilt auch er als enger Vertrauter des dortigen Landeschefs Höcke. Der 36-Jährige forderte in seiner Rede, Europa zur "Festung" gegen Zuwanderung auszubauen. "Unsere europäische Zivilisation ist in Gefahr durch Masseneinwanderung", sagte Aust. An zuwanderungswillige Menschen aus Afrika richtete er eine Warnung: "Ihr werdet diesen Kontinent nicht zu Eurer Heimat machen."

Von einer "Festung Europa" hatte in ihrer Eröffnungsrede zuvor auch die AfD-Bundesvorsitzende Alice Weidel gesprochen. Dieses Ziel verfolge die AfD "gemeinsam mit unseren europäischen Partnern", sagte Weidel. Sie forderte zudem einen Rückbau der EU-Institutionen. Ziel der AfD auf europäischer Ebene sei ein "Kompetenzrückbau", sagte Weidel. "Wir treten ein für die Stärkung der Nationalstaaten innerhalb der EU."

Ab dem späten Nachmittag geriet die Kandidatenaufstellung ins Stocken. Keiner der beiden Kandidaten für Listenplatz vier erhielt die erforderliche Mehrheit. Daraufhin wurden zwei neue Kandidaten nominiert - die bei der Abstimmung am Abend ebenfalls keine Mehrheit erhielten. Es wurde deshalb eine weitere Abstimmung angesetzt.

Für die Kandidatenaufstellung hat die AfD insgesamt fünf Tage vorgesehen - an diesem und am kommenden Wochenende. Erst am kommenden Sonntag will der Parteitag das Europawahlprogramm beschließen.

Rund 2000 Menschen demonstrierten am Samstag nach Polizeiangaben in Magdeburg gegen die AfD. Die von einem zivilgesellschaftlichen Bündnis organisierte Kundgebung zog vom Hauptbahnhof der Stadt in Richtung Messegelände, wo die AfD ihren Europaparteitag abhielt. Die Organisatoren vom "Bündnis Solidarisches Magdeburg" sprachen von einem "starken Zeichen gegen die menschenverachtende Hetze und Politik der AfD".

O.Pileggi--PV

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