Pallade Veneta - Ukrainischer Drohnenangriff auf Tanker in Straße von Kertsch nahe Halbinsel Krim

Ukrainischer Drohnenangriff auf Tanker in Straße von Kertsch nahe Halbinsel Krim


Ukrainischer Drohnenangriff auf Tanker in Straße von Kertsch nahe Halbinsel Krim
Ukrainischer Drohnenangriff auf Tanker in Straße von Kertsch nahe Halbinsel Krim / Foto: STRINGER - AFP

In der Straße von Kertsch am Schwarzen Meer ist ein russischer Tanker von einer ukrainischen Marinedrohne getroffen worden. Der Tanker "SIG", der nach ukrainischen Angaben "Treibstoff für russische Truppen transportierte", sei in der Nacht zu Samstag vor der Krim angegriffen worden. Nach Angaben von Russlands Föderalem Dienst für Wasserwege und Schiffsverkehr schwimmt das Schiff trotz eines Lochs noch. Unterdessen meldete Moskau die Einnahme einer Siedlung im Nordosten der Ukraine.

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Der "erfolgreiche Spezialeinsatz" gegen den russischen Tanker sei gemeinsam mit der Marine in ukrainischen Hoheitsgewässern erfolgt, hieß es aus ukrainischen Sicherheitskreisen gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Dabei seien eine Marinedrohne und Sprengstoff zum Einsatz gekommen. Das Schiff sei "gut mit Treibstoff beladen gewesen, sodass das 'Feuerwerk' von Weitem gesehen werden konnte", hieß es.

Der Tanker "SIG" sei am Freitag gegen 23.20 Uhr (22.20 Uhr MESZ) südlich der Meerenge vor der Halbinsel Krim getroffen worden, erklärte Russlands Föderaler Dienst für Wasserwege und Schiffsverkehr am Samstag im Onlinedienst Telegram. Die "SIG" habe "wahrscheinlich infolge eines Angriffs mit einer Marinedrohne" nun ein Loch in Höhe der Wasserlinie im Bereich des Maschinenraums, teilte die Behörde mit.

Das Schiff schwimme aber noch, hieß es auf russischer Seite weiter. Eine Ölsperre sei um das Schiff herum errichtet worden, die Reparatur werde vorbereitet.

Der Chemikalientanker "SIG" ist von den USA mit Sanktionen belegt, weil er russischen Streitkräften in Syrien Treibstoff geliefert hatte.

Auf der strategisch wichtigen Brücke über die Meerenge von Kertsch, welche die von Moskau annektierte Krim mit Russland verbindet, kam der Verkehr etwa drei Stunden lang zum Erliegen, wie das Autobahn-Informationszentrum auf seinem Telegram-Kanal bekannt gab. Am frühen Samstag wurde der Betrieb der Brücke zwischen dem Schwarzen Meer und dem Asowschen Meer wieder aufgenommen.

Eine Explosion auf dem Schiff sei von der Halbinsel aus zu sehen gewesen und Anwohner hätten sie für eine Explosion in der Nähe der Siedlung Jakowenkowo unweit der Brücke gehalten, schrieb Wladimir Rogow, ein Vertreter der russischen Besatzungsbehörden in der südukrainischen Region Saporischschja, im Onlinedienst Telegram.

Mehrere Besatzungsmitglieder wurden Rogow zufolge durch Glasscherben verletzt. Die russische Nachrichtenagentur Ria Nowosti berichtete unter Berufung auf das Koordinierungszentrum für Seenotrettung in Noworossijsk, es habe keine Todesopfer gegeben.

Erst am Freitag hatte die Ukraine nach eigenen Angaben einen Drohnenangriff auf ein russisches Marineschiff auf dem Stützpunkt Noworossijsk im Süden Russlands ausgeführt. Russland erklärte, einen versuchten Angriff ukrainischer Streitkräfte "mit Hilfe von zwei unbemannten Booten" auf den Stützpunkt abgewehrt zu haben.

Aus Kiew hieß es hingegen, der Angriff sei "erfolgreich" gewesen. "Das Ziel war es, zu zeigen, dass die Ukraine jedes russische Kriegsschiff in dieser Zone angreifen kann", hieß es aus ukrainischen Sicherheitskreisen.

Die Angriffe beider Seiten in der Region haben zugenommen, seit Moskau im vergangenen Monat aus dem Getreideabkommen ausgestiegen ist, das ukrainische Getreideexporte durch das Schwarze Meer ermöglicht hatte.

Unterdessen erklärte das russische Verteidigungsministerium am Samstag, die eigenen Armeeeinheiten hätten eine Siedlung im Nordosten der Ukraine eingenommen. "Im Raum Kupjansk wurde die Siedlung Nowoseliwske dank des kompetenten und professionellen Vorgehens der Militäreinheiten des westlichen Kommandos befreit", teilte das russische Verteidigungsministerium im Onlinedienst Telegram mit.

Kiew hatte aus der Gegend um Kupjansk bereits verstärkte Angriffe gemeldet. "Die Zahl der feindlichen Angriffe hat zugenommen. Es kommt zu schweren Kämpfen", hatte die ukrainische Armeesprecherin Hanna Maliar im Onlinedienst Telegram mitgeteilt. Russische Truppen zielten ihrer Ansicht nach darauf ab, ukrainische Ressourcen in dieses Gebiet zu lenken, während die Ukraine ihre Gegenoffensive im Süden verfolge.

L.Bufalini--PV

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