Pallade Veneta - Pläne für massiven Ausbau der Aktienrente bis 2035

Pläne für massiven Ausbau der Aktienrente bis 2035


Pläne für massiven Ausbau der Aktienrente bis 2035
Pläne für massiven Ausbau der Aktienrente bis 2035 / Foto: Daniel ROLAND - AFP

In der Bundesregierung gibt es nach Angaben aus Regierungskreisen Pläne, die Zahlungen für die geplante Aktienrente bis 2035 verstetigen und massiv ausbauen. Zuvor hatte das Düsseldorfer "Handelsblatt" berichtet, für 2024 sei eine Einzahlung in das sogenannte Generationenkapital von zwölf Milliarden Euro vorgesehen, in den Folgejahren solle der Betrag um jeweils drei Prozent steigen. Eine offizielle Bestätigung von Seiten der Regierung gab es dafür allerdings zunächst nicht.

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Bislang ist lediglich für 2023 eine Zahlung von zehn Milliarden Euro vorgesehen. Finanzminister Christian Lindner (FDP) dringt allerdings schon lange auf Einzahlungen auch in den kommenden Jahren. Im "Handelsblatt" heißt es nun, das Finanz- und das Arbeitsministerium hätten sich darauf verständigt, das Projekt zu vergrößern. Vorbehalte gebe es allerdings im Bundeswirtschaftsministerium.

Durch die zusätzlichen Einzahlungen würde das von Lindner geplante Generationenkapital dem Bericht zufolge bis 2035 ein Volumen von 200 Milliarden Euro erreichen. Der Fonds würde das Geld vom Bund als Darlehen erhalten. Da den Ausgaben zusätzliche Rücklagen in gleicher Höhe gegenüberstehen, spielt dies für die Schuldenbremse im Grundgesetz keine Rolle. Laut "Handelsblatt" sollen auch bis 2028 Vermögenswerte des Bundes im Umfang von 15 Milliarden Euro an das Generationenkapital übertragen werden. Infrage kämen etwa Aktien von Bundesbeteiligungen.

Vizeregierungssprecherin Christiane Hoffmann wollte sich zu dem Bericht auf Anfrage nicht äußern. Eine Sprecherin des Finanzministeriums verwies lediglich allgemein auf Aussagen Lindners, wonach aus seiner Sicht die zehn Milliarden Euro für 2023 nur "ein erster Schritt" seien. Eine Sprecherin des Bundesarbeitsministeriums verwies auf "gute und konstruktive Gespräche", die in der Regierung zu dem Thema geführt würden.

Nach den Plänen Lindners und der FDP soll mit dem Generationenkapital eine finanzielle Vorsorge für den Renteneintritt der geburtenstarken Babyboomer-Jahrgänge getroffen werden. "Der Einstieg in die kapitalgedeckte Rente ist dringend notwendig, sonst werden die Beitragskosten für Arbeitnehmer wie Arbeitgeber ausufern", hieß es laut "Handelsblatt" nun dazu aus dem Finanzministerium.

Steigende Lohnnebenkosten seien ein Standortrisiko, das sich Deutschland gerade in der aktuellen wirtschaftlichen Phase nicht leisten könne, hieß es demnach weiter. "Mit dem Generationenkapital wird der Anstieg des Rentenbeitragssatzes mittel- bis langfristig gedämpft, ebenso die Leistungen des Bundes an die Rentenversicherung", zitierte die Zeitung weiter Angaben aus dem Finanzministerium.

Positiv zu der möglichen Verständigung in der Regierung äußerte sich der FDP-Sozialpolitiker Pascal Kober. "Die Pläne zur Anhebung des Generationenkapitals sind eine positive und wichtige Nachricht", erklärte er in Berlin. Auch die für 2024 genannte Summe von zwölf Milliarden Euro könne aber "nur eine erste Anschubfinanzierung sein". Kober verwies auf die Möglichkeit, auch Mittel aus Rentenbeiträgen für den Fonds heranzuziehen.

Aus den Reihen von Grünen und SPD war bisher wiederholt Skepsis gegenüber der Aktienrente geäußert worden. Dabei wurden auch Zweifel an den Ertragschancen eines solchen Fonds laut, zumal die Einzahlungen aus Krediten erfolgen sollen, deren Schuldzinsen die Rendite schmälern würden. "Angesichts steigender Soll-Zinsen und hoher Inflationsraten ist real ein Verlustgeschäft vorprogrammiert", warnte auch der baden-württembergische Landesbezirksleiter der Gewerkschaft Verdi, Martin Gross.

O.Pileggi--PV

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