Pallade Veneta - Italiens Regierung kündigt Übergewinnsteuer für Banken an

Italiens Regierung kündigt Übergewinnsteuer für Banken an


Italiens Regierung kündigt Übergewinnsteuer für Banken an
Italiens Regierung kündigt Übergewinnsteuer für Banken an / Foto: Alberto PIZZOLI - AFP

Italiens Regierung hat eine Steuer auf die "milliardenschweren Übergewinne" der Banken angekündigt. Vize-Regierungschef Matteo Salvini sagte am Montagabend, die Leitzinserhöhungen der Europäischen Zentralbank (EZB) hätten die Gewinne der Banken stark steigen lassen - und gleichzeitig die Kreditkosten für Haushalte und Unternehmen erhöht. Daher habe die Regierung eine Steuer in Höhe von 40 Prozent auf die "Übergewinne" der Banken beschlossen. An der Börse in Mailand brachen am Dienstagmorgen die Aktienkurse der Banken ein.

Textgröße ändern:

Salvini sagte, die Zinserhöhungen der Banken für ihre Kredite hätten deren Gewinne gesteigert, aber ihre Kundinnen und Kunden geschädigt. "Es geht nicht um einige Handvoll von Millionen, sondern um Milliarden. Das ist eine Maßnahme der ausgleichenden Gerechtigkeit."

Nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP soll die gesetzliche Regelung bis Juni 2024 ausgearbeitet werden; betroffen sein sollen die Jahresabschlüsse der Banken von 2022 und 2023. Die 40 Prozent sollen auf den Nettogewinn eines Geldinstituts erhoben werden, der mit Zinsen erzielt wurde. Die Steuer soll demnach nicht höher sein als 25 des Nettovermögens einer Bank.

Italiens Wirtschaft schwächelt, im zweiten Quartal war das Bruttoinlandsprodukt um 0,3 Prozent geschrumpft. Die Einnahmen aus der Übergewinnsteuer sollen in einen Fonds fließen, mit dem Geld soll die Steuerlast für Haushalte und Unternehmen reduziert werden.

Italiens größte Bank, die Intesa Sanpaolo, hatte im ersten Halbjahr ihren Nettogewinn um 80 Prozent auf 4,2 Milliarden Euro gesteigert. Die Unicredit machte im ersten Halbjahr 4,4 Milliarden Euro Gewinn.

An der Börse in Mailand fielen die Kurse aller Bankaktien. Kurz nach Handelsstart verlor etwa Intesa Sanpaolo 7,7 Prozent, Unicredit 6,2 Prozent und Monte dei Paschi di Siena 7,3 Prozent.

U.Paccione--PV

Empfohlen

USA und Russland kündigen Waffenruhe für Oleschky in der Ukraine an

Für die von Russland besetzte Stadt Oleschky im Süden der Ukraine ist eine befristete Waffenruhe angekündigt worden. Russland und die Ukraine hätten sich auf eine vorübergehende Einstellung der Kämpfe geeinigt, um Hilfslieferungen und die Evakuierung von Zivilisten zu ermöglichen, erklärte das Weiße Haus am Freitag. Moskau bestätigte die geplante Feuerpause. Die ukrainische Armee sagte ihre Unterstützung für eine humanitäre Mission zu.

Treffen in Istanbul: Außenminister fordern Deeskalation im Iran-Krieg und Hormus-Öffnung

Bei einem Treffen in Istanbul haben Außenminister aus acht Ländern für eine diplomatische Lösung der Konflikte in der Golfregion geworben und die Öffnung der Straße von Hormus gefordert. Es herrsche Einigkeit, "dass Diplomatie und Dialog der einzige Weg nach vorn sind", sagte der türkische Außenminister Hakan Fidan zum Abschluss der Beratungen am Freitag. Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) forderte den Iran und die Huthi-Miliz auf, ihre Angriffe auf die internationale Schifffahrt einzustellen.

Sieben Tote bei Anschlag auf Kirche in Jordanien - König droht mit Vergeltung

Bewaffnete Männer haben bei einem Anschlag auf eine griechisch-orthodoxe Kirche im Süden Jordaniens mindestens sieben Menschen getötet und 34 weitere verletzt. Die Angreifer eröffneten am Freitag während eines Trauerzugs in der Ortschaft Hammud in der Provinz Karak das Feuer, wie die Behörden mitteilten. Jordaniens Innenminister Mazen al-Faraya sprach von einem "Terroranschlag einer Gruppe von Extremisten".

Zwei israelische Soldaten im Westjordanland getötet - Netanjahu droht mit Großoffensive

Zwei bewaffnete Palästinenser haben an einem Kontrollpunkt nahe Hebron im besetzten Westjordanland zwei israelische Soldaten getötet und drei weitere verletzt. Die beiden Angreifer wurden bei dem Schusswechsel am Freitag getötet, wie ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP vor Ort berichtete. Regierungschef Benjamin Netanjahu kündigte als Reaktion auf den Angriff an, das Westjordanland "vollständig" abzuriegeln. Außerdem drohte er eine großangelegte Militäroffensive an, wie es sie seit dem Sechstagekrieg im Jahr 1967 nicht gegeben habe.

Textgröße ändern: