Pallade Veneta - Sonderbevollmächtigter dämpft Erwartungen an Migrationsabkommen mit Drittstaaten

Sonderbevollmächtigter dämpft Erwartungen an Migrationsabkommen mit Drittstaaten


Sonderbevollmächtigter dämpft Erwartungen an Migrationsabkommen mit Drittstaaten
Sonderbevollmächtigter dämpft Erwartungen an Migrationsabkommen mit Drittstaaten / Foto: JENS SCHLUETER - AFP/Archiv

Der Sonderbevollmächtigte der Bundesregierung für die Migrationsabkommen, der FDP-Politiker Joachim Stamp, warnt vor zu hohen Erwartungen an solche Vereinbarungen mit wichtigen Herkunftsländern von Migrantinnen und Migranten. "Was wir erarbeiten, wirkt mittel- und langfristig", sagte Stamp im "Interview der Woche" des Deutschlandfunks. Auch müssten unterschiedliche Bedingungen in den betroffenen Staaten berücksichtigt werden.

Textgröße ändern:

Was über viele Jahre vernachlässigt worden sei, könne nicht innerhalb kürzester Zeit herbeigezaubert werden, sagte Stamp. "Wir haben ganz dicke Bretter zu bohren." Es sei wichtig, den Ländern das Signal zu geben, dass Deutschland an langfristigen und dauerhaften Partnerschaften interessiert sei. In der Vergangenheit habe der Fokus meist allein auf der Rückkehr von Menschen gelegen. Jetzt sei der Ansatz der Bundesregierung "wir wollen reguläre Migration stärken, aber irreguläre reduzieren".

Positiv äußerte sich der FDP-Politiker zu dem Vorhaben, Georgien und Moldau als sichere Herkunftsstaaten einzustufen. Zu Vorbehalten wegen möglicher Verfolgungen von Homosexuellen in Georgien sagte er, solche Fluchtgründe könnten auch weiterhin geltend gemacht werden.

Zwar hätten Klagen gegen die Ablehnung eines Schutzbegehrens dann keine aufschiebende Wirkung mehr, trotzdem könnten aber Betroffene wegen der geltenden Visafreiheit 90 Tage im Schengenraum bleiben und in dieser Zeit rechtliche Hilfe in Anspruch nehmen. Anders sei die Lage etwa bei den nordafrikanischen Maghreb-Staaten.

Stamp unterstützte auch die Pläne von Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) für schärfere Abschieberegeln. "Was rechtsstaatlich möglich ist, muss der Staat an dieser Stelle auch machen", sagte der Beauftragte. Abschiebungen seien ein wichtiges Signal an die Herkunftsländer, dass nicht jeder einfach nach Europa kommen könne. Gleichzeitig sei es wichtig, Menschen davon abzuhalten ihr Leben zu riskieren, um dann "in zentralen Unterkünften aufzuschlagen und dann hier möglicherweise auch gar nicht das Leben zu haben, was sie sich ursprünglich vorgestellt haben".

U.Paccione--PV

Empfohlen

USA und Russland kündigen Waffenruhe für Oleschky in der Ukraine an

Für die von Russland besetzte Stadt Oleschky im Süden der Ukraine ist eine befristete Waffenruhe angekündigt worden. Russland und die Ukraine hätten sich auf eine vorübergehende Einstellung der Kämpfe geeinigt, um Hilfslieferungen und die Evakuierung von Zivilisten zu ermöglichen, erklärte das Weiße Haus am Freitag. Moskau bestätigte die geplante Feuerpause. Die ukrainische Armee sagte ihre Unterstützung für eine humanitäre Mission zu.

Treffen in Istanbul: Außenminister fordern Deeskalation im Iran-Krieg und Hormus-Öffnung

Bei einem Treffen in Istanbul haben Außenminister aus acht Ländern für eine diplomatische Lösung der Konflikte in der Golfregion geworben und die Öffnung der Straße von Hormus gefordert. Es herrsche Einigkeit, "dass Diplomatie und Dialog der einzige Weg nach vorn sind", sagte der türkische Außenminister Hakan Fidan zum Abschluss der Beratungen am Freitag. Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) forderte den Iran und die Huthi-Miliz auf, ihre Angriffe auf die internationale Schifffahrt einzustellen.

Sieben Tote bei Anschlag auf Kirche in Jordanien - König droht mit Vergeltung

Bewaffnete Männer haben bei einem Anschlag auf eine griechisch-orthodoxe Kirche im Süden Jordaniens mindestens sieben Menschen getötet und 34 weitere verletzt. Die Angreifer eröffneten am Freitag während eines Trauerzugs in der Ortschaft Hammud in der Provinz Karak das Feuer, wie die Behörden mitteilten. Jordaniens Innenminister Mazen al-Faraya sprach von einem "Terroranschlag einer Gruppe von Extremisten".

Zwei israelische Soldaten im Westjordanland getötet - Netanjahu droht mit Großoffensive

Zwei bewaffnete Palästinenser haben an einem Kontrollpunkt nahe Hebron im besetzten Westjordanland zwei israelische Soldaten getötet und drei weitere verletzt. Die beiden Angreifer wurden bei dem Schusswechsel am Freitag getötet, wie ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP vor Ort berichtete. Regierungschef Benjamin Netanjahu kündigte als Reaktion auf den Angriff an, das Westjordanland "vollständig" abzuriegeln. Außerdem drohte er eine großangelegte Militäroffensive an, wie es sie seit dem Sechstagekrieg im Jahr 1967 nicht gegeben habe.

Textgröße ändern: