Pallade Veneta - Lambsdorff setzt als neuer Botschafter in Moskau auf pragmatischen Austausch

Lambsdorff setzt als neuer Botschafter in Moskau auf pragmatischen Austausch


Lambsdorff setzt als neuer Botschafter in Moskau auf pragmatischen Austausch
Lambsdorff setzt als neuer Botschafter in Moskau auf pragmatischen Austausch / Foto: Ina Fassbender - AFP/Archiv

Der ehemalige FDP-Bundestagsabgeordnete Alexander Graf Lambsdorff setzt in seinem neuen Amt als Botschafter in Moskau auf einen pragmatischen Austausch mit der russischen Seite. Zwar sei die politische Lage enorm schwierig und die Ansichten über die Ukraine "könnten gar nicht unterschiedlicher sein", sagte Lambsdorff in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview mit dem ZDF. Dennoch zähle er "auf die professionellen Kontakte zu den Vertretern der russischen Regierung". Diplomatische Beziehungen seien "das Rückgrat von allem". Der 56-Jährige tritt am Mittwoch seinen Posten als Botschafter an.

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Als seine wichtigste Aufgabe bezeichnete es Lambsdorff, der Bundesregierung eine Analyse der russischen Politik zur Verfügung zu stellen. "Wenn man nicht da ist, kriegt man auch nicht mit, wenn sich etwas ändert", sagte er.

Der Botschafterposten in Moskau sei "natürlich keine leichte Aufgabe", sagte Lambsdorff. So rechne er unter anderem damit, abgehört zu werden. Wichtige Themen werde er deshalb nicht im Büro, sondern beispielsweise auf einem Waldspaziergang besprechen. Er habe sich jedoch vorgenommen, der Überwachung nicht nur mit Vorsicht, sondern auch mit Gelassenheit zu begegnen.

Lambsdorffs Dienstantritt als Botschafter fällt in eine Phase, in der die diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Russland auf einem Tiefpunkt sind. Der Botschafterposten in Moskau gilt derzeit als einer der schwierigsten, den das Auswärtige Amt zu vergeben hat. Nach dem russischen Überfall auf die Ukraine hatten beide Länder gegenseitig mehrfach diplomatisches Personal ausgewiesen.

Lambsdorff hat eine Diplomatenausbildung im Auswärtigen Amt durchlaufen. Er war unter anderem im Planungsstab des Auswärtigen Amts und im Pressestab der Deutschen Botschaft in Washington tätig. Von 2003 bis 2004 wirkte er als Länderreferent für Russland im deutschen Außenministerium.

Lambsdorff gilt international als bestens vernetzt. Von 2004 bis 2017 war er für die FDP Mitglied im Europaparlament, von 2014 bis 2017 war er auch dessen Vizepräsident. Seit 2017 saß Lambsdorffim Bundestag, am 7. August gab er sein Mandat auf.

E.Magrini--PV

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