Pallade Veneta - Ukraine meldet strategisch wichtige Rückeroberung im Süden des Landes

Ukraine meldet strategisch wichtige Rückeroberung im Süden des Landes


Ukraine meldet strategisch wichtige Rückeroberung im Süden des Landes
Ukraine meldet strategisch wichtige Rückeroberung im Süden des Landes / Foto: Handout - Ukrainian Presidential Chief of Staff Andriy Yermak/AFP

Die ukrainische Armee hat Angaben aus Kiew zufolge einen strategischen Erfolg beim Durchbrechen russischer Linien im Süden des Landes errungen. Das Dorf Robotyne in der Region Saporischschja sei "befreit worden", sagte die ukrainische Vize-Verteidigungsministerin Hanna Maljar am Montag. Bei einem russischen Raketenangriff im Zentrum der Ukraine wurden unterdessen mindestens drei Menschen getötet, Moskau meldete den Abschuss von fünf ukrainischen Drohnen.

Textgröße ändern:

Maljar zufolge rückten ukrainische Streitkräfte im Südosten Robotynes und südlich des Dorfes Mala Tokmatschkas vor. "Der Feind hat in diesem Bereich enorme Verluste hinnehmen müssen", sagte Maljar. Beide Orte befinden sich in der Region Saporischschja. Russland hatte diese und drei weitere ukrainische Regionen im September 2022 für annektiert erklärt.

Die Ukraine hatte Anfang Juni eine groß angelegte Gegenoffensive gestartet, um die von Russland besetzten Gebiete zurückzuerobern. Die nun zurückeroberten Ortschaften liegen an einem Frontabschnitt, an dem die ukrainische Armee derzeit in Richtung der Städte Tokmak und Melitopol vorzustoßen versucht. Ihr Ziel ist, den Landkorridor zwischen den russisch besetzten Gebieten im Osten und Süden der Ukraine und der 2014 annektierten Halbinsel Krim zu durchtrennen.

Anders als bei vorherigen ukrainischen Offensiven in den Regionen Cherson und Charkiw prallen die ukrainischen Streitkräfte an der Südfront auf mehrere Kilometer breite russische Verteidigungslinien aus Schützengräben und Minenfeldern. Experten zufolge zeigt die Einnahme Robotynes jedoch, dass die ukrainische Armee in der Lage ist, auf dem Weg zum Schwarzen Meer die russischen Linien zu durchbrechen.

Dem Institut für Kriegsstudien aus den USA zufolge hat Russland "eine beträchtliche Menge an Material, Mühe und Personal" investiert, um die Verteidigungsstellungen im Süden zu halten.

Vize-Verteidigungsministerin Maljar meldete zudem für die Region um die zerstörte Stadt Bachmut an der östlichen Front einen Quadratkilometer Geländegewinn in der vergangenen Woche. Im Nordosten der Ukraine in der Region Charkiw habe es dagegen in dem Zeitraum ein "sehr intensives" Kampfgeschehen gegeben.

Unterdessen wurden bei einem russischen Raketenangriff im Zentrum der Ukraine nach Polizeiangaben mindestens drei Menschen getötet. Fünf weitere Menschen seien bei dem Angriff auf den Ort Hoholewe in der Region Poltawa verletzt worden.

Auf von Ukrainischen Behörden veröffentlichten Bildern waren Sicherheitskräfte am Ort einer heftigen Explosion zu sehen, von dem aus dichter, schwarzer Rauch aufstieg. Nach Angaben von Andrij Jermak, Stabschef des ukrainischen Präsidialamtes, traf die russische Armee einen Erdölbetrieb, zwei Angestellte seien unter den Toten. Das russische Verteidigungsministerium sprach dagegen von einem erfolgreichen Angriff auf ein Waffenlager.

Die ukrainische Luftwaffe erklärte zudem, Russland habe sechs Marschflugkörper abgefeuert, von denen vier durch die Luftabwehr zerstört wurden seien.

Die russische Luftabwehr wehrte indes nach Angaben russischer Behörden in der Nacht zum Montag eine Drohne nahe der Hauptstadt Moskau und zwei weitere in der an der Grenze zur Ukraine gelegenen Region Brjansk ab. Wie Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin im Onlinedienst Telegram mitteilte, zerstörte die russische Luftabwehr im Bezirk Ljubertsyj südöstlich der russischen Hauptstadt eine "Drohne, die in Richtung Moskau flog".

Das russische Verteidigungsministerium bestätigte den Vorfall und machte Kiew für den versuchten Angriff verantwortlich. Zudem seien zwei weitere Drohnen von der Luftabwehr über der Region Brjansk zerstört worden. Später meldeten von Russland eingesetzte Behörden auf der annektierten Halbinsel Krim den Abschuss zweier ukrainischer Drohnen.

Der russische Inlandsgeheimdienst FSB teilte unterdessen mit, ein ehemaliger russischer Mitarbeiter des US-Konsulats in Wladiwostok werde der illegalen Weitergabe von Informationen zum Ukraine-Konflikt an US-Diplomaten beschuldigt. Dem russischen Staatsbürger Robert Robertowitsch Schonow werde "vertrauliche Zusammenarbeit mit einem ausländischen Staat" vorgeworfen, hieß es.

Nach Angaben des FSB hatte Schonow den US-Diplomaten seit September vergangenen Jahres bis zu seiner Festnahme Informationen über den russischen Angriffskrieg in der Ukraine und die Mobilisierung zukommen lassen. Schonow sei zudem damit beauftragt worden, die Proteststimmung in den russischen Regionen im Vorfeld der für nächstes Jahr geplanten Präsidentschaftswahl einzuschätzen. Moskau hatte die Festnahme Schonows Mitte Mai bekanntgegeben.

T.Galgano--PV

Empfohlen

US-Finanzminister will G20-Vorsitz für Durchsetzung von Sanktionen gegen Iran nutzen

US-Finanzminister Scott Bessent will die wirtschaftliche Isolation des Iran kommende Woche als Gastgeber bei Beratungen der führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) vorantreiben. Wie ein Vertreter von Bessents Ministerium am Donnerstag vor Journalisten sagte, will die US-Seite bei dem Treffen der G20-Finanzminister und -Zentralbankchefs am Montag und Dienstag im Bundesstaat North Carolina deutlich machen, dass die US-Sanktionen gegen den Iran eingehalten werden müssten.

Syrischer Kurdenführer Abdi nach SDF-Auflösung zum Präsidentenberater ernannt

Nach seiner Ankündigung der Auflösung der kurdisch geführten Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) ist der syrische Kurdenführer Maslum Abdi zum Berater von Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa ernannt worden. Al-Scharaa habe ein entsprechendes Dekret unterzeichnet, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Sana am Freitag.

Noch Absprachebedarf: Länder erwägen weiteres Treffen zur Drohnenabwer

Beim Thema Drohnenabwehr sehen die Innenminister der Länder offenbar weiteren Absprachebedarf und erwägen ein zusätzliches Treffen. "Derzeit gibt es Überlegungen für ein Arbeitstreffen, das sich thematisch mit Fragen der Drohnenabwehr beschäftigen soll", sagte der Hamburger Innensenator und Präsident der Innenministerkonferenz, Andy Grote (SPD), der "Bild"-Zeitung (Freitagsausgabe). Es handele sich ausdrücklich nicht um eine Sonder-Innenministerkonferenz (IMK).

Kiesewetter fordert Abwehrmaßnahmen gegen möglichen Angriff Russlands

Anlässlich eines Treffens europäischer Innenminister hat der CDU-Sicherheitsexperte Roderich Kiesewetter gemeinsame Abwehrmaßnahmen gegen einen möglichen militärischen Angriff Russlands auf Nato-Gebiet angemahnt. "Wir sehen eine Zunahme an hybriden Angriffen aus Russland in ganz Europa", sagte Kiesewetter der "Rheinischen Post" vom Freitag. Dazu gehörten auch solche mit bewaffneten Drohnen. Die Angriffe könnten "als Vorbereitung eines möglichen begrenzt militärischen Angriffs Russlands auf ein Nato-Land genutzt werden".

Textgröße ändern: