Pallade Veneta - Dutzende Verletzte bei Protest gegen Eritrea-Veranstaltung in Israel

Dutzende Verletzte bei Protest gegen Eritrea-Veranstaltung in Israel


Dutzende Verletzte bei Protest gegen  Eritrea-Veranstaltung in Israel
Dutzende Verletzte bei Protest gegen Eritrea-Veranstaltung in Israel / Foto: JACK GUEZ - AFP

In Israel sind bei Protesten gegen eine regierungsfreundliche eritreische Veranstaltung dutzende Menschen verletzt worden. Vor der Halle in Tel Aviv, wo sich Unterstützer des autoritär regierenden eritreischen Präsidenten Isaias Afwerki treffen wollten, kam es am Samstag zu Ausschreitungen, wie die israelische Polizei mitteilte. Die Polizei setzte nach eigenen Angaben scharfe Munition gegen Randalierer ein und nahm dutzende Menschen fest.

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Das Ichilow-Krankenhaus teilte mit, 43 Menschen seien mit Verletzungen eingeliefert worden, ein Dutzend von ihnen seien durch Schüsse verletzt worden. Der israelische Rettungsdienst Magen David Adom versorgte nach eigenen Angaben 114 Verletzte. Acht Menschen seien in gravierendem Zustand.

Nach Angaben der Polizei hatten sich hunderte eritreische Regierungsgegner vor der Halle im Süden Tel Avivs versammelt, wo eine von der eritreischen Botschaft organisierte Pro-Regierungsveranstaltung stattfinden sollte. Die Polizei erklärte den Protest daraufhin eigenen Angaben zufolge für illegal und ordnete die Räumung des Ortes vor der Halle an.

Demonstranten hätten jedoch "Steine und Holzbretter" auf die Polizisten geworfen, erklärte die Polizei. Einige von ihnen hätten zudem Geschäfte in der Gegend verwüstet.

Die israelischen Sicherheitsbehörden teilten mit, dass sie zunächst Verstärkung entsandt und Maßnahmen zur Eindämmung des Protests ergriffen hätten. Doch Polizisten, "die um ihr Leben fürchteten, schossen mit scharfer Munition auf die Randalierer", erklärte die Polizei. 27 Beamte seien verletzt und 39 Verdächtige festgenommen worden. Einige von ihnen hätten "Waffen, Tränengas und einen Elektroschocker" bei sich gehabt.

Die Polizei erklärte weiter, sie habe für das Gebiet weitere Einsatzkräfte zur Unterstützung angefordert. Unterdessen dauerten die Zusammenstöße zwischen Eritreern und Polizisten sowie zwischen Anhängern und Gegnern der eritreischen Regierung an anderen Orten im Süden Tel Avivs an.

Laut einer Statistik vom Juni leben 17.850 eritreische Staatsangehörige in Israel. Die meisten von ihnen reisten illegal über die ägyptische Sinai-Halbinsel ein und ließen sich in ärmeren Vierteln der Küstenstadt nieder. Viele Flüchtlinge aus dem autoritär regierten Eritrea wollen in Israel ein neues Leben beginnen.

Das seit 1993 von Präsident Isaias Afwerki mit harter Hand regierte Land im Nordosten Afrikas ist einer der am stärksten abgeschotteten Staaten der Welt. Bei Pressefreiheit, Menschenrechten und wirtschaftlicher Entwicklung rangiert Eritrea weltweit auf einem der hinteren Plätze. Erst im März hatte die UNO wegen der "katastrophalen" Menschenrechtslage in Eritrea Alarm geschlagen.

R.Lagomarsino--PV

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