Pallade Veneta - Linken-Spitze ruft Partei zur Einigkeit auf

Linken-Spitze ruft Partei zur Einigkeit auf


Linken-Spitze ruft Partei zur Einigkeit auf
Linken-Spitze ruft Partei zur Einigkeit auf / Foto: TOBIAS SCHWARZ - SID/Archiv

Die Linken-Spitze hat die Partei zur Einigkeit und Geschlossenheit aufgerufen. "Wir sollten uns nicht aneinander abarbeiten, sondern an den gesellschaftlichen Verhältnissen", sagte Parteichefin Janine Wissler am Montag. Vorbereitungen innerhalb der Linken für eine Parteineugründung seien ein "riesiges Problem". Fraktionschef Dietmar Bartsch sagte: "Wir sollten aufhören mit Streiten, sondern uns auf die politischen Konkurrenten fokussieren." Ein neuer Termin für die Wahl des Fraktionsvorstands wurde zunächst nicht genannt.

Textgröße ändern:

Wissler sagte am Montag im Sender Bayern 2, es müsse aufhören, dass Linken-Abgeordnete "Opposition gegen die eigene Parteiführung machen". Die Linken-Vorsitzende forderte mit Blick auf die Parteigründungspläne der Bundestagsabgeordneten Sahra Wagenknecht, entsprechende Vorbereitungen einzustellen. "Es gibt eine rote Linie. Und die rote Linie ist, wenn man anfängt, ein Konkurrenzprojekt aufzubauen", betonte Wissler. "Das können wir natürlich nicht akzeptieren, das kann keine Partei akzeptieren."

Zersplitterung sei noch nie ein Erfolgskonzept gewesen, so Wissler weiter. Dass die eigentlich für diesen Montag geplante Wahl eines neuen Fraktionsvorstands auf Oktober verschoben wurde, sieht sie nicht als Problem. Es sei nicht so, dass sich niemand finde. Vielmehr sei es sinnvoll, sich einige Wochen Zeit zu lassen, um ein tragfähiges personelles Gesamttableau zu haben. "Ich fand es von Anfang an sinnvoller, es nach den Landtagswahlen in Hessen und in Bayern zu machen, um sich voll auf den Wahlkampf zu konzentrieren", sagte die Linken-Chefin.

Bartsch sagte im ZDF-"Morgenmagazin" am Montag: "Die Linke ist doch nicht tot, wir müssen zurück zur Politik." Es brauche auch in Zukunft eine linke Oppositionsarbeit. Bartsch hatte - wie auch die Ko-Fraktionsvorsitzende Amira Mohamed Ali - angekündigt, dass er nicht erneut für die Fraktionsspitze kandidieren wolle.

"Ich werde dafür kämpfen, dass die Fraktion Fraktion bleibt", sagte Bartsch angesichts der Überlegungen von Wagenknecht, die vermutlich den Verlust des Fraktionsstatus für die Linke zur Folge hätten. Die Partei sei nicht in einer "Krisensituation", sondern in einer "stabilen Seitenlage", betonte der Fraktionsvorsitzende.

Ko-Parteichef Martin Schirdewan sagte in Berlin, die Linke wolle sich bei der Suche nach einem neuen Fraktionsvorstand "nicht unter Zeitdruck setzen lassen". Nun werde zunächst intern darüber beraten. Auch das noch im September erwartete Urteil des Bundesverfassungsgerichts zu einer möglichen Wiederholung der Bundestagswahl in Berlin sei ein wichtiger Faktor, so Schirdewan.

Die Linke war nur dank dreier Direktmandate erneut in Fraktionsstärke in den Bundestag eingezogen; zwei dieser Mandate waren in Berlin erzielt worden.

Bei der Bundestagswahl im September 2021 war es in der Hauptstadt zu vielen Pannen gekommen. Das Bundesverfassungsgericht hatte sich im Juli erstmals mit der Frage beschäftigt, wo und wie genau die Wahl wiederholt werden muss. Der Bundestag hatte im vergangenen November eine teilweise Wiederholung der Wahl beschlossen: In etwa einem Fünftel der Berliner Wahlbezirke sollten die Stimmen neu abgegeben werden.

D.Bruno--PV

Empfohlen

Frankreichs Präsidentschaftskandidaten streiten über Wirtschaftspolitik

Französischer Präsidentschaftswahlkampf auf dem Center Court: Im Pariser Tennis-Stadion Roland Garros haben am Donnerstag zwei Kandidatinnen und fünf Kandidaten über die Frage debattiert, wie Frankreich sich wirtschaftlich wieder erholen kann. Der 74 Jahre alte Linkspopulist Jean-Luc Mélenchon bekräftigte seine Forderung, sowohl die Gehälter als auch den Mindestlohn zu erhöhen. "Anderenfalls geraten wir in eine Rezession", sagte Mélenchon während der vom französischen Unternehmerverband organisierten Debatte. "Sie werden sich noch wundern, wenn Sie den Wohlstand nicht gerechter verteilen", fügte er hinzu.

Trump: Russland "wird kein Nato-Gebiet angreifen"

US-Präsident Donald Trump hat Medienberichte über mögliche Angriffspläne auf Nato-Territorium zurückgewiesen. Er habe gute Gespräche mit Kreml-Chef Wladimir Putin geführt, sagte Trump am Donnerstag vor Journalisten im Weißen Haus. "Er wird kein Nato-Gebiet angreifen."

"Schlächter von Bosnien": Bosnisch-serbischer Kriegsverbrecher Ratko Mladic ist tot

Der frühere bosnisch-serbische Armeechef Ratko Mladic ist tot. Der Kriegsverbrecher, der als "Schlächter von Bosnien" in die Geschichte einging, starb am Donnerstag nach jahrelanger Haft in einem Krankenhaus in Den Haag, wie der Rechtsnachfolger des Haager Tribunals mitteilte. Das Gericht hatte Mladic 2017 wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu lebenslanger Haft verurteilt.

Vor Wahl in Sachsen-Anhalt: Merz schließt Zusammenarbeit mit AfD kategorisch aus

Vor der Wahl in Sachsen-Anhalt hat Bundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz jede Zusammenarbeit seiner Partei mit der AfD mit deutlichen Worten ausgeschlossen. Die Positionen der AfD unterschieden sich "so fundamental" von denen der CDU, "dass es da keine Kompromisse gibt", sagte Merz am Donnerstag in der RTL-Sendung "Am Tisch mit Friedrich Merz". Die AfD sei eine Partei, die durch ihre Nähe zu Russland "auch die innere und äußere Sicherheit unseres Landes gefährdet".

Textgröße ändern: