Pallade Veneta - IAEA-Chef fordert Iran zu weiterer Zusammenarbeit mit Atom-Inspektoren auf

IAEA-Chef fordert Iran zu weiterer Zusammenarbeit mit Atom-Inspektoren auf


IAEA-Chef fordert Iran zu weiterer Zusammenarbeit mit Atom-Inspektoren auf
IAEA-Chef fordert Iran zu weiterer Zusammenarbeit mit Atom-Inspektoren auf / Foto: Ed JONES - AFP

Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, hat an den Iran appelliert, die Abberufung mehrerer IAEA-Inspektoren zu überdenken. Eine Nichtkooperation des Iran mit seiner Behörde zur Kontrolle von Atomanlagen im Land werde schwerwiegende Folgen haben, sagte Grossi am Montag in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP. Sollte der Iran nicht mit der IAEA zusammenarbeiten, werde er nicht bekommen, was er wolle - weder "Zusicherungen" noch "Bestätigung" noch die "Anerkennung der internationalen Gemeinschaft", sagte Grossi.

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Der IAEA-Chef hatte am Samstag mitgeteilt, dass Teheran mehreren Mitarbeitern die Akkreditierung entzogen und damit "einem Drittel der Kerngruppe" der erfahrensten IAEA-Inspektoren für das Land den Zutritt verwehrt habe. Das iranische Vorgehen beeinträchtige "direkt und drastisch" die Fähigkeit der IAEA, ihre Aufgaben im Iran zu erfüllen und den friedlichen Charakter des iranischen Atomprogramms sicherzustellen. Die einseitige Entscheidung der Islamischen Republik kritisierte er als "unverhältnismäßig und beispiellos".

In einer gemeinsamen Stellungnahme erklärten die USA, Deutschland, Frankreich und Großbritannien daraufhin ihre "nachdrückliche" Unterstützung für die IAEA. Den Iran forderten sie auf, uneingeschränkt mit der UN-Organisation zusammenarbeiten, damit diese die Zusicherung geben könne, "dass das iranische Atomprogramm ausschließlich friedlich" sei.

Der Iran rechtfertigte sein Vorgehen als Reaktion auf eine Warnung der USA, Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens bei der IAEA-Gouverneursratssitzung diese Woche in Wien. Die vier Staaten hatten dem Iran angesichts seiner "vorsätzlichen Weigerung", mit der IAEA zu kooperieren, mit einer neuen Resolution gedroht.

In dem AFP-Gespräch äußerte sich Grossi zudem besorgt angesichts "zunehmender" Aktivitäten rund um das von der russischen Armee besetzte ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja. Berichten der IAEA-Fachleute zufolge ist das Ausmaß der militärischen Aktivitäten "spürbar". "Es ist laut, und es kommt näher", sagte Grossi der AFP. "Jeder Tag, der ohne einen nuklearen Unfall vergeht, ist ein guter Tag für uns", fügte er hinzu.

Das Akw Saporischschja ist das größte Atomkraftwerk Europas. Die russische Armee brachte es bereits kurz nach dem Beginn ihres Angriffs auf die Ukraine unter ihre Kontrolle. Kiew und Moskau haben sich immer wieder gegenseitig beschuldigt, die Sicherheit des Atomkraftwerks zu gefährden.

Laut Grossi könnten ein direkter Angriff auf das Atomkraftwerk oder die Unterbrechung der externen Stromversorgung zu einem Unfall mit radioaktiven Folgen führen. "Wir müssen also sicherstellen, dass sich die derzeitige Situation nicht weiter verschlechtert", sagte er.

Hinsichtlich der Bedrohung durch Nordkoreas Atomprogramm zeigte sich der IAEA-Chef zuversichtlich, dass Russland keine Nukleartechnologien mit Pjöngjang teilen werde. Er selbst habe "keine Anhaltspunkte und keinen Grund zu der Annahme, dass solche Treffen zu Risiken" hinsichtlich der Weitergabe von Atomwaffen führten, sagte Grossi.

Das Treffen von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un mit Russlands Präsident Wladimir Putin vergangene Woche in Russland hatte Befürchtungen geschürt, das isolierte Land könnte Moskau Rüstungsgüter für seinen Krieg in der Ukraine liefern und im Gegenzug russische Technologien für das eigene Atom- und Raketenprogramm erwerben.

Y.Destro--PV

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