Pallade Veneta - Nouripour: In Flüchtlingsdebatte über Belastungsgrenze statt Obergrenze sprechen

Nouripour: In Flüchtlingsdebatte über Belastungsgrenze statt Obergrenze sprechen


Nouripour: In Flüchtlingsdebatte über Belastungsgrenze statt Obergrenze sprechen
Nouripour: In Flüchtlingsdebatte über Belastungsgrenze statt Obergrenze sprechen / Foto: Tobias SCHWARZ - AFP/Archiv

Grünen-Chef Omid Nouripour spricht sich in der Debatte über die hohen Flüchtlingszahlen gegen eine "Obergrenze" aus und will stattdessen über eine "Belastungsgrenze" sprechen. "Die Obergrenze ist eine alte Marotte, die jetzt im Wahlkampf hochgezogen wird", sagte Nouripour am Donnerstag dem Sender RTL/ntv mit Blick auf Unionsforderungen nach einer Obergrenze von 200.000 Flüchtlingen jährlich. Auch Sachleistungen statt Bargeld machten keinen Sinn, so Nouripour.

Textgröße ändern:

Der Grünen-Vorsitzende forderte zugleich schnelle Lösungen angesichts des Flüchtlingszuzugs. "So wie es in den Kommunen und an den Außengrenzen ist, kann es nicht bleiben", betonte Nouripour. Die Kommunen seien schon lange überfordert und bräuchten dringend mehr finanzielle Unterstützung. Die auf der Ministerpräsidentenkonferenz vor dem Sommer versprochene eine Milliarde Euro mehr reiche auf Dauer aus Sicht der Grünen nicht aus.

"Es fehlt aber nicht nur an Geld und Wohnraum, sondern auch an Personal", sagte Nouripour weiter. Vor allem in Schulen und Kitas müsse daher dringend Personal aufgestockt werden. Zu den aus der Union geforderten Sachleistungen statt Bargeld für Flüchtlinge sagte er: "Wenn Personal fehlt und wir gleichzeitig sagen, die Kommunen sollen jetzt die Logistik von Sachleistungen gewährleisten, wo sollen die Leute dafür herkommen."

Nouripour sprach sich auch gegen stationäre Grenzkontrollen aus. Feste Kontrollen an den Grenzen führten nicht dazu, dass weniger Leute ins Land kämen, sondern verursachten eher mehr Staus auf den Straßen. "Wir müssen dringend aufpassen, dass der Binnenmarkt innerhalb der EU nicht in Frage gestellt wird", so der Grünen-Chef. Statt festen Grenzkontrollen sollte es mehr Stichproben im Land geben, sagte er.

H.Lagomarsino--PV

Empfohlen

US-Medien: CIA-Direktor Ratcliffe warnte in Moskau vor Angriff auf Nato-Staaten

Bei seinem Besuch in Moskau hat der Chef des US-Geheimdienstes CIA, John Ratcliffe, die russische Seite laut US-Medienberichten vor einem möglichen Angriff auf Nato-Mitgliedstaaten gewarnt. Das "Wall Street Journal" berichtete am Mittwoch, Hintergrund seien US-Geheimdiensteinschätzungen, wonach der russische Präsident Präsident Wladimir Putin in den kommenden Jahren womöglich einen "begrenzten Angriff" ausführen lassen könnte.

Erste Debatte französischer Präsidentschaftskandidaten

Sieben französische Präsidentschaftskandidatinnen und -kandidaten treffen am Donnerstag (16.45 Uhr) zu einer ersten Debatte zusammen. Knapp acht Monate vor der Wahl steht das komplette Kandidatenfeld zwar noch nicht fest. Doch jene Bewerberinnen und Bewerber, die sich bereits erklärt haben, debattieren im Rahmen einer Veranstaltung des französischen Unternehmerverbands miteinander.

Koalitionsfraktionen stecken bei Klausur weiteren Reformkurs ab

Nach der Klausurtagung der Bundesregierung kommen ab Donnerstag auch die Regierungsfraktionen im Bundestag zu Beratungen zusammen. Bei der zweitägigen Klausursitzung in Münster (ab 12.30 Uhr) wollen die geschäftsführenden Vorstände von Unionsfraktion und SPD-Fraktion über die Umsetzung der Reformvorhaben sprechen - etwa über die Reformen der Renten- und Pflegeversicherung -, und weitere Vorhaben der kommenden Monate auf den Weg bringen. Das Treffen soll auch der Stärkung des koalitionsinternen Zusammenhalts dienen.

Chef des Dachverbandes der DDR-Opfer kritisiert Linken-Forderung nach Enteignung

Der Vorsitzende des Dachverbands der DDR-Opfer, Dieter Dombrowski, hat die Forderung der Berliner Linken nach Enteignung von Wohnungskonzernen auch wegen der Erfahrungen in der DDR kritisiert. "Was Verstaatlichung für Folgen hat, konnte man vor 1989 in ganz Osteuropa und der DDR sehen", sagte Dombrowski dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Donnerstagsausgaben). "Wohnungen gab es damals keine. Und wenn es welche gab, dann waren sie in einem jämmerlichen Zustand - mit Ausnahme der Neubauten."

Textgröße ändern: