Pallade Veneta - Steigende Flüchtlingszahlen: Grünen-Fraktionschefin fordert Geld für Kommunen

Steigende Flüchtlingszahlen: Grünen-Fraktionschefin fordert Geld für Kommunen


Steigende Flüchtlingszahlen: Grünen-Fraktionschefin fordert Geld für Kommunen
Steigende Flüchtlingszahlen: Grünen-Fraktionschefin fordert Geld für Kommunen / Foto: Odd ANDERSEN - AFP

In der Debatte um die Belastungen durch steigende Flüchtlingszahlen hat die Fraktionschefin der Grünen im Bundestag, Britta Haßelmann, mehr Geld für die Kommunen gefordert. Städte und Gemeinden bräuchten jetzt "dringend zuverlässige Finanzunterstützung" durch den Bund und die Länder, sagte Haßelmann am Freitag im ZDF-"Morgenmagazin". Sie seien "in einer absolut schwierigen Lage". Sie bräuchten Hilfe, um Integrationsleistungen anzubieten und Wohnraum für Geflüchtete zu schaffen.

Textgröße ändern:

Politische Diskussionen um eine Obergrenze für die Aufnahme von Flüchtlingen auf der nationalen Ebene kritisierte die Grünen-Politikerin. Es gebe ein Grundrecht auf Asyl, auch die Genfer Flüchtlingskonvention gelte. "Wir können diese Obergrenzendebatten so nicht führen." Es gebe keine einfachen Lösungen, es sei nicht möglich, etwaige Aufnahmegrenzen "an irgendetwas" festzumachen.

Für die Zahl der nach Deutschland kommenden Flüchtlinge sei letztlich der europäische Verteilungsschlüssel "ganz entscheidend", fügte Haßelmann an. Lösungen könnten deshalb auch nur auf der europäischen Ebene gefunden werden könnten. Entscheidend sei, "dass wir in ganz Europa gleichmäßig verteilen".

Auf nationaler Ebene seien derzeit "zuverlässige Finanzmittelzusagen der Bund und der Länder" an die Kommunen zur Bewältigung der Lage zentral, sagte die Grünen-Fraktionschefin. Es herrsche dort "objektiv eine ganz schwierige Lage".

Zurückhaltend äußerte sich Hasselmann zur Debatte um Sach- statt Geldleistungen für Geflüchtete. Die Möglichkeit bestehe bereits heute für Städte und Gemeinden, sagte sie. Diese nutzten sie allerdings so gut wie nie, weil dies einen "unglaublichen Bürokratieaufwand" bedeute. Für die aktuellen Probleme gebe es keine einfachen Lösungen. Das sei "unbequem, aber so ist es".

Der Bundestag befasst sich am Freitag unter anderem mit der Migrationspolitik. Am Vormittag berät das Plenum einen Antrag der Union, der die Bundesregierung auffordert, "die irreguläre Migration spürbar zu reduzieren". Darin verlangen CDU und CSU unter anderem verschärfte Abschieberegeln, stationäre Grenzkontrollen und die Beseitigung von Anreizen zur Einwanderung bei den Sozialleistungen. Kommunen und Bundesländer warnten zuletzt vor einer Überlastung durch stark steigende Flüchtlingszahlen.

C.Grillo--PV

Empfohlen

Dänemark verabschiedet sich endgültig von Nerzfarmen

Einst weltweit größtes Exportland will sich Dänemark nun endgültig von der Nerzzucht verabschieden. "Eine Branche sollte nicht allein deshalb weiterbestehen, weil es sie schon lange gibt", erklärte Landwirtschaftsminister Christian Rabjerg Madsen am Freitag. Die Regierung hat sich entschieden, aus Gründen des Tierschutzes keine Sondergenehmigung für das kommende EU-Verbot von Nerzzucht zu beantragen, das im August 2027 in Kraft tritt. Nach Ablauf einer zweijährigen Übergangsfrist müssen Züchter ihre Betriebe somit bis August 2029 endgültig abgewickelt haben.

Neue Proteste in Frankreich am Samstag: 70.000 Sicherheitskräfte im Einsatz

Bei den erwarteten neuen Protesten in Frankreich am Samstag sollen nach Regierungsangaben 70.000 Sicherheitskräfte im Einsatz sein. Der Einsatz werde zudem Eliteeinheiten der Polizei, "etwa 20" gepanzerte Fahrzeuge und 15 Wasserwerfer umfassen, sagte Innenminister Laurent Nuñez am Freitag bei einer Pressekonferenz.

Regierung hält am Ziel der Stromsteuersenkung fest - Merz spricht mit Klingbeil

Die Bundesregierung hält am Ziel einer Senkung der Stromsteuer für alle fest. Vize-Regierungssprecher Steffen Meyer verwies am Freitag in Berlin jedoch auf den Finanzierungsvorbehalt. Druck, das Versprechen aus dem Koalitonsvertrag nun schnell umzusetzen, kam weiter aus den Ländern und der Opposition im Bundestag. Von dort gab es auch Vorschläge zur Finanzierung.

Kurz vor der Wahl: Netanjahu ordnet nach Angriff "Abriegelung" von Westjordanland an

Wenige Tage vor der Parlamentswahl in Israel hat Regierungschef Benjamin Netanjahu nach einem bewaffneten Angriff mit fünf Verletzten nahe Hebron eine "vollständige Abriegelung" des besetzten Westjordanlandes angeordnet. Netanjahu erklärte am Freitag, Israel habe einen "schweren Terroranschlag" verhindert, nachdem Soldaten zwei mutmaßliche palästinensische Angreifer getötet hatten. Die israelische Armee startete daraufhin Anti-Terror-Einsätze. Netanjahu strebt bei der Wahl am Dienstag eine weitere Amtszeit an, Sicherheit ist ein zentrales Wahlkampfthema. Seine rechtsextremen Minister forderten nach dem Vorfall ein härteres Vorgehen im Westjordanland.

Textgröße ändern: