Pallade Veneta - Nach Umsturz: Gabuns Interimsregierungschef stellt Plan für "nationalen Dialog" vor

Nach Umsturz: Gabuns Interimsregierungschef stellt Plan für "nationalen Dialog" vor


Nach Umsturz: Gabuns Interimsregierungschef stellt Plan für "nationalen Dialog" vor
Nach Umsturz: Gabuns Interimsregierungschef stellt Plan für "nationalen Dialog" vor / Foto: - - AFP

Der vom Militär eingesetzte Regierungschef des Gabun hat Pläne für einen "nationalen Dialog" vorgestellt, der im kommenden Jahr den Weg zu einer neuen Verfassung ebnen soll. Knapp einen Monat nach dem Sturz von Präsident Ali Bongo Ondimba sagte Übergangsregierungschef Raymond Ndong Sima am Mittwoch, ein Aufruf für Beiträge zu dem nationalen Dialog werde nächste Woche erfolgen. Eine Zusammenfassung der eingegangenen Vorschläge aus "allen Kategorien" der Bevölkerung solle dann die Grundlage für den Dialog bilden.

Textgröße ändern:

Am 30. August hatte Gabuns Militär den langjährigen Staatschef Bongo nach dessen umstrittenem Wahlsieg abgesetzt. Die Militärvertreter hatten den Staatsstreich mit einer "ernstzunehmenden institutionellen, politischen, wirtschaftlichen und sozialen Krise" im Land begründet. Der 48-jährige General Brice Oligui Nguema wurde als Übergangspräsident Gabuns vereidigt, Oppositionspolitiker Ndong Sima als Interimsregierungschef des zentralafrikanischen Landes eingesetzt.

Oligui hat versprochen, das Land zurück in die Hände einer Zivilregierung zu geben und Wahlen abhalten zu lassen. Einen Zeitplan wurde allerdings nicht veröffentlicht. Ndong Sima verlieh am Donnerstag seiner Hoffnung Ausdruck, der nationale Dialog könne zwischen April und Juni 2024 stattfinden. Der Nachrichtenagentur AFP sagte der Interimsregierungschef, der nächste Schritt sei dann eine "Verfassungsversammlung".

Die Zusammenfassung der Beiträge könne möglicherweise schon Ende Januar veröffentlicht werden, sagte Ndong Sima. Anhand des Dialogs solle auch über den Zeitplan für den Übergang von Militär- zu ziviler Staatsführung entschieden werden. Die Übergangsphase könne aber nicht "für immer" anhalten, bekräftigte er.

Die USA kündigten unterdessen an, einen Teil ihrer Hilfe für Gabun auszusetzen. "Die US-Regierung pausiert bestimmte Auslandshilfsprogramme für Gabun, während wir die verfassungswidrige Intervention von Mitgliedern des gabunischen Militärs bewerten", erklärte US-Außenminister Antony Blinken. Eine Summe oder direkt betroffene Programme nannte er nicht.

F.Amato--PV

Empfohlen

Neue Proteste in Frankreich am Samstag: 70.000 Sicherheitskräfte im Einsatz

Bei den erwarteten neuen Protesten in Frankreich am Samstag sollen nach Regierungsangaben 70.000 Sicherheitskräfte im Einsatz sein. Der Einsatz werde zudem Eliteeinheiten der Polizei, "etwa 20" gepanzerte Fahrzeuge und 15 Wasserwerfer umfassen, sagte Innenminister Laurent Nuñez am Freitag bei einer Pressekonferenz.

Regierung hält am Ziel der Stromsteuersenkung fest - Merz spricht mit Klingbeil

Die Bundesregierung hält am Ziel einer Senkung der Stromsteuer für alle fest. Vize-Regierungssprecher Steffen Meyer verwies am Freitag in Berlin jedoch auf den Finanzierungsvorbehalt. Druck, das Versprechen aus dem Koalitonsvertrag nun schnell umzusetzen, kam weiter aus den Ländern und der Opposition im Bundestag. Von dort gab es auch Vorschläge zur Finanzierung.

Kurz vor der Wahl: Netanjahu ordnet nach Angriff "Abriegelung" von Westjordanland an

Wenige Tage vor der Parlamentswahl in Israel hat Regierungschef Benjamin Netanjahu nach einem bewaffneten Angriff mit fünf Verletzten nahe Hebron eine "vollständige Abriegelung" des besetzten Westjordanlandes angeordnet. Netanjahu erklärte am Freitag, Israel habe einen "schweren Terroranschlag" verhindert, nachdem Soldaten zwei mutmaßliche palästinensische Angreifer getötet hatten. Die israelische Armee startete daraufhin Anti-Terror-Einsätze. Netanjahu strebt bei der Wahl am Dienstag eine weitere Amtszeit an, Sicherheit ist ein zentrales Wahlkampfthema. Seine rechtsextremen Minister forderten nach dem Vorfall ein härteres Vorgehen im Westjordanland.

Kanzler Merz reist ab Montag nach Asien: Singapur, Japan und Südkorea Stationen

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) reist ab Montag zu Gesprächen über die Wirtschaft und Sicherheitspolitik nach Asien. Wie ein Regierungssprecher am Freitag mitteilte, wird er bis Ende der Woche Singapur, Japan und Südkorea besuchen. Merz wird dabei von einer Wirtschaftsdelegation begleitet.

Textgröße ändern: