Pallade Veneta - Menschen in südafrikanischem Zwergstaat Eswatini wählen neues Parlament

Menschen in südafrikanischem Zwergstaat Eswatini wählen neues Parlament


Menschen in südafrikanischem Zwergstaat Eswatini wählen neues Parlament
Menschen in südafrikanischem Zwergstaat Eswatini wählen neues Parlament / Foto: MARCO LONGARI - AFP

Im südafrikanischen Eswatini, Afrikas letzter absoluter Monarchie, haben die Menschen über ein neues Parlament abgestimmt. Mehr als 500.000 Wahlberechtigte waren am Freitag in dem streng kontrollierten Königreich dazu aufgerufen, ihre Stimme für 59 neue Mitglieder des Unterhauses abzugeben. Dieses hat keine eigene politische Macht, sondern erfüllt lediglich eine beratende Funktion für König Mswati III.

Textgröße ändern:

In dem ehemals als Swasiland bekannten Zwergstaat sind politische Parteien verboten und Abgeordnete dürfen nicht in Verbindung mit politischen Gruppierungen gebracht werden. Die Auswahl der Parlamentarier erfolgt laut der Verfassung nach "individuellen Verdiensten". Die meisten von ihnen sind Unterstützer des Monarchen. Die Opposition hatte zum Boykott der Parlamentswahl aufgerufen, deren Ergebnisse in einigen Tagen bekannt gegeben werden sollen.

Die Abstimmung sei weder frei noch fair, sagte der 28-jährige Sakhile Nxumalo, der den Swaziland Youth Congress leitet, den Jugendflügel einer verbotenen pro-demokratischen Partei. "Wir nehmen die Wahl nicht ernst, weil sie nur den Interessen einiger weniger dient."

Der 55-jährige Monarch Mswati III. ist seit 1986 an der Macht. Er ernennt den Regierungschef und das Kabinett, ist Oberbefehlshaber von Polizei und Armee und hat das Recht, sowohl das Parlament als auch die Regierung aufzulösen. Gesetze bedürfen seiner Zustimmung, bevor sie in Kraft treten.

"Wir leben in einer Diktatur. Wenn jemand seine Stimme erhebt, klopft die Polizei nachts an seine Tür und klagt ihn wegen Verrats oder etwas anderem an", erklärte Thantaza Silolo, Sprecher der größten Oppositionsgruppe, der Swasiland Liberation Movement (Swalimo). Zwei Abgeordnete der Opposition, die bei der vorangegangenen Wahl im Jahr 2018 gewählt wurden, sitzen im Gefängnis, ein dritter befindet sich im Exil.

2021 wurde Eswatini von pro-demokratischen Protesten erschüttert, die von Sicherheitskräften gewaltsam niedergeschlagen wurden. Dabei wurden Dutzende Menschen getötet. Im Januar dieses Jahres wurde der prominente Oppositionspolitiker und Menschenrechtsanwalt Thulani Maseko von Unbekannten erschossen.

O.Mucciarone--PV

Empfohlen

Neue Proteste in Frankreich am Samstag: 70.000 Sicherheitskräfte im Einsatz

Bei den erwarteten neuen Protesten in Frankreich am Samstag sollen nach Regierungsangaben 70.000 Sicherheitskräfte im Einsatz sein. Der Einsatz werde zudem Eliteeinheiten der Polizei, "etwa 20" gepanzerte Fahrzeuge und 15 Wasserwerfer umfassen, sagte Innenminister Laurent Nuñez am Freitag bei einer Pressekonferenz.

Regierung hält am Ziel der Stromsteuersenkung fest - Merz spricht mit Klingbeil

Die Bundesregierung hält am Ziel einer Senkung der Stromsteuer für alle fest. Vize-Regierungssprecher Steffen Meyer verwies am Freitag in Berlin jedoch auf den Finanzierungsvorbehalt. Druck, das Versprechen aus dem Koalitonsvertrag nun schnell umzusetzen, kam weiter aus den Ländern und der Opposition im Bundestag. Von dort gab es auch Vorschläge zur Finanzierung.

Kurz vor der Wahl: Netanjahu ordnet nach Angriff "Abriegelung" von Westjordanland an

Wenige Tage vor der Parlamentswahl in Israel hat Regierungschef Benjamin Netanjahu nach einem bewaffneten Angriff mit fünf Verletzten nahe Hebron eine "vollständige Abriegelung" des besetzten Westjordanlandes angeordnet. Netanjahu erklärte am Freitag, Israel habe einen "schweren Terroranschlag" verhindert, nachdem Soldaten zwei mutmaßliche palästinensische Angreifer getötet hatten. Die israelische Armee startete daraufhin Anti-Terror-Einsätze. Netanjahu strebt bei der Wahl am Dienstag eine weitere Amtszeit an, Sicherheit ist ein zentrales Wahlkampfthema. Seine rechtsextremen Minister forderten nach dem Vorfall ein härteres Vorgehen im Westjordanland.

Kanzler Merz reist ab Montag nach Asien: Singapur, Japan und Südkorea Stationen

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) reist ab Montag zu Gesprächen über die Wirtschaft und Sicherheitspolitik nach Asien. Wie ein Regierungssprecher am Freitag mitteilte, wird er bis Ende der Woche Singapur, Japan und Südkorea besuchen. Merz wird dabei von einer Wirtschaftsdelegation begleitet.

Textgröße ändern: