Pallade Veneta - Scholz sagt Israel volle Unterstützung zu und kritisiert Iran und Abbas

Scholz sagt Israel volle Unterstützung zu und kritisiert Iran und Abbas


Scholz sagt Israel volle Unterstützung zu und kritisiert Iran und Abbas
Scholz sagt Israel volle Unterstützung zu und kritisiert Iran und Abbas / Foto: Odd ANDERSEN - AFP

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat Israel nach dem Großangriff der radikalislamischen Hamas die volle Unterstützung Deutschlands zugesichert. "In diesem Moment gibt es für Deutschland nur einen Platz: Den Platz an der Seite Israels", sagte Scholz am Donnerstag im Bundestag. Er kritisierte dabei die Rolle Irans bei der Unterstützung der Hamas und nannte das Schweigen von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas zu dem Angriff "beschämend".

Textgröße ändern:

"Wir verdammen die Gewalt der Terroristen in aller Schärfe", sagte Scholz. Israel habe "das völkerrechtlich verbriefte Recht, sich und seine Bürgerinnen und Bürger gegen diesen barbarischen Angriff zu verteidigen". Israels Sicherheit sei "deutsche Staatsräson".

Deutschland werde Unterstützungsbitten Israels "unverzüglich prüfen und auch gewähren", sagte Scholz. Er nannte dabei die Versorgung Verwundeter, auf Rüstungsgüter ging Scholz nicht ein.

Für den Kampf gegen die radikalislamische Hamas hat Israel Deutschland inzwischen um Munition für Schiffe gebeten, wie Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) bei der Nato-Herbsttagung in Brüssel sagte. Zwei Kampfdrohnen vom Typ Heron TP hatte die Bundesregierung Israel bereits am Vorabend zugesagt.

Die Hamas hatte am Samstag vom Gazastreifen aus tausende Raketen auf Israel abgefeuert, gleichzeitig waren hunderte Kämpfer in den Süden Israels eingedrungen. Mehr als 1200 Menschen wurden in Israel getötet, bei Gegenangriffen Israels starben nach palästinensischen Angaben im Gazastreifen über 1350 Menschen.

Schon am Mittwoch hatte der Bundestag zum Auftakt seiner Plenarsitzung mit einer Schweigeminute der Opfer in Israel gedacht. Die Abgeordneten bedachten Israels Botschafter in Deutschland, Ron Prosor, der auch am Donnerstag anwesend war, mit langem Applaus.

Das Parlament stimmte am Ende der Debatte einstimmig für einen Entschließungsantrag, der fordert, Israel "volle Solidarität und jedwede Unterstützung zu gewähren". Er war von den Koalitionsfraktionen SPD, Grüne und FDP sowie CDU/CSU eingebracht worden.

CDU-Parteichef Friedrich Merz forderte in der Debatte ein entschiedenes Vorgehen gegen Antisemitismus. Er nannte ähnlich wie Scholz Bilder von Jubelfeiern zu dem Angriffes auf Israel "unerträglich". Hier müssten Demonstrationsverbote konsequent durchgesetzt werden. Scholz kündigte in seiner Rede ein Betätigungsverbot für die Hamas an und ein Verbot des Vereins Samidoun, dessen Mitglieder den Hamas-Angriff gefeiert hatten.

"Wer zu uns nach Deutschland kommt, um gegen Israel zu hetzen, ist in unserem Land nicht willkommen", sagte auch der Chef der FDP-Fraktion, Christian Dürr. Er verlangte auch eine klare Distanzierung der islamischen Verbände in Deutschland von dem Angriff auf Israel.

Der Kanzler warf dem Iran eine Mitverantwortung für den Hamas-Angriff vor. "Wir haben bisher zwar keine handfesten Belege dafür, dass Iran diesen feigen Angriff der Hamas konkret und operativ unterstützt hat", sagte Scholz. Aber "ohne iranische Unterstützung über die letzten Jahre wäre die Hamas zu diesen präzedenzlosen Angriffen auf israelisches Territorium nicht fähig gewesen".

Gegenüber Iran brauche es Härte, sagte die Grünen-Fraktionsvorsitzende Katharina Dröge. Gespräche mit Israels Nachbarstaaten und auch Saudi-Arabien müssten aber fortgesetzt werden. Es brauche "alle Facetten der Diplomatie", um einen Flächenbrand in der Region zu verhindern.

Scholz kritisierte auch das Verhalten der palästinensischen Autonomiebehörde im Westjordanland nach dem Angriff. "Wo bleibt die klare Verurteilung der terroristischen Gewalt durch die Autonomiebehörde und durch ihren Präsidenten, Mahmud Abbas?", sagte Scholz. "Ich sage: Ihr Schweigen ist beschämend."

Der Hamas-Angriff werde "Konsequenzen auch für unsere Zusammenarbeit mit den Palästinensern" haben, sagte Scholz. Er bekräftigte die Linie, die gesamte deutsche Entwicklungszusammenarbeit mit den palästinensischen Gebieten auf den Prüfstand zu stellen.

Der AfD-Politiker Alexander Gauland verlangte, alle Hilfen an die Palästinenser einzustellen, auch die humanitäre Hilfe für Nahrungsmittel- und Gesundheitsversorgung. Die Grünen-Politikerin Dröge lehnte dies ab. Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch, sagte, die Mehrheit der Bevölkerung im Gazastreifen bestehe aus Älteren und Kindern. "Es ist auch unsere Verantwortung, dass Zivilisten geschützt werden."

F.Abruzzese--PV

Empfohlen

Netanjahu: Israel bereitet nach Angriff "vollständige Abriegelung" von Westjordanland vor

Nach einem Schusswaffenvorfall mit fünf Verletzten in der Nähe von Hebron bereitet Israel nach den Worten von Regierungschef Benjamin Netanjahu eine "vollständige Abriegelung" des besetzten Westjordanlandes vor. Netanjahu erklärte am Freitag, Israel habe einen "schweren Terroranschlag" verhindert, nachdem Soldaten zwei mutmaßliche palästinensische Angreifer getötet hatten. Der Vorfall ereignete sich in einer Phase zunehmender Spannungen im Westjordanland sowie wenige Tage vor der Parlamentswahl in Israel.

"Extremismusklausel" in Länderfinanzausgleich: CSU-Generalsekretär verteidigt Idee

CSU-Generalsekretär Martin Huber hat die Idee einer "Extremismusklausel" im Länderfinanzausgleich gegen Kritik verteidigt. "Der Länderfinanzausgleich ist ja generell ungerecht. Er muss sowieso reformiert werden", sagte Huber am Freitag im ARD-"Morgenmagazin". Es wäre darüber hinaus "absurd", mit dem Geld aus dem Mechanismus Landesregierungen zu unterstützen, die "ganz klar gegen unsere Verfassung verstoßen".

Wadephul nimmt an Außenministertreffen in Istanbul teil

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) wird am Freitag nach Angaben aus Berliner Regierungsreisen zu einem Außenministertreffen in der türkischen Metropole Istanbul erwartet. Wadephul will dabei nach Angaben aus dem türkischen Außenministerium mit seinen Kollegen aus Großbritannien und Frankreich sowie mit den Außenministern der Türkei, Saudi-Arabiens, Pakistans und Ägyptens über die regionale Sicherheit beraten.

CSU-Parteitag mit Rede Söders - Besonderes Augenmerk auf Aigner

Unter dem Motto "Näher am Menschen - Für ein bürgernahes und bodenständiges Bayern" hält die CSU ab Freitag in München einen zweitägigen Parteitag ab (16.00 Uhr). Im Mittelpunkt der Beratungen steht eine Rede von CSU-Chef Markus Söder. Dieser hob im Vorfeld hervor, dass seine CSU nach jüngsten Umfragen weiter die mit Abstand stärkste Partei in Bayern ist.

Textgröße ändern: