Pallade Veneta - Rückholaktion für Deutsche in Israel: Erster Sonderflug in Tel Aviv gestartet

Rückholaktion für Deutsche in Israel: Erster Sonderflug in Tel Aviv gestartet


Rückholaktion für Deutsche in Israel: Erster Sonderflug in Tel Aviv gestartet
Rückholaktion für Deutsche in Israel: Erster Sonderflug in Tel Aviv gestartet / Foto: Christof STACHE - AFP

Fünf Tage nach Beginn des Großangriffs der Hamas ist die Rückholaktion für in Israel gestrandete Deutsche angelaufen. Eine erster Sonderflug mit Ziel Frankfurt sei am Donnerstag mit 372 Deutschen an Bord in Tel gestartet, hieß es aus dem Auswärtigen Amt. Im Laufe des Tages und am Freitag sind weitere Sonderflüge geplant. Auch anderer Länder arbeiteten unter Hochdruck daran, ihre Staatsbürger angesichts des Kriegs zwischen der Hamas und Israel in ihre Heimat zurückzubringen.

Textgröße ändern:

Am Donnerstag starteten je zwei Lufthansa-Maschinen von Frankfurt am Main und München nach Tel Aviv. Sie wurden ab dem Nachmittag wieder in Deutschland zurückerwartet. Für Freitag sind vier weitere Sonderflüge geplant.

Am Donnerstagnachmittag soll nach Angaben des Auswärtigen Amts außerdem eine Fähre bereitgestellt werden, um Deutsche nach Zypern zu bringen. Am Mittwoch waren bereits rund hundert Deutsche von Tel Aviv aus mit Bussen in die jordanische Hauptstadt Amman gebracht worden, wie der deutsch Botschafter in Israel, Steffen Seibert, im Onlinedienst X, ehemals Twitter, mitteilte.

Ein Sprecher des Außenministeriums sagte am Mittwoch, auf der Krisenliste der deutschen Botschaft in Israel hätten sich rund 5000 Menschen eingetragen. Er konnte aber nicht sagen, ob all diese Menschen ausreisen wollten.

Die "Süddeutsche Zeitung" berichtete über Probleme bei der Buchung der Sonderflüge. Die dafür eingerichtete Hotline sei nach der Freischaltung am Mittwoch überlastet gewesen. Die Callcenter arbeiteten "mit Hochdruck die vielen Anrufe ab", erklärte dazu die Lufthansa. "Trotz erhöhter Kapazitäten lassen sich Wartezeiten jedoch leider nicht vermeiden."

Die Lufthansa hatte ihre regulären Israel-Flüge wegen der Kämpfe im Nahen Osten bis einschließlich Samstag eingestellt. Die Fluggesellschaft prüft nun, ob lagebedingt ab Sonntag wieder Linienflüge möglich sind.

Die radikalislamische Hamas hatte am Samstag einen Großangriff gegen Israel gestartet. Sie schoss tausende Raketen auf Israel ab und drang mit hunderten Kämpfern in das Land ein. Die Angreifer nahmen rund 150 Geiseln, darunter offenbar auch mehrere Menschen mit deutscher und israelischer Staatsbürgerschaft.

"Wir arbeiten mit ganzer Kraft daran, dass alle Geiseln wieder freikommen", sagte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) am Donnerstag in seiner Regierungserklärung im Bundestag. Er befürchte, "dass die Hamas sie in den nächsten Wochen weiter als menschliche Schutzschilde missbrauchen wird".

Die israelische Armee hatte den Gazastreifen als Reaktion auf den Hamas-Angriff unter Dauerbeschuss genommen. In dem Palästinensergebiet wurden nach Angaben der örtlichen Behörden mehr als 1200 Menschen getötet.

Die ersten Länder hatten bereits unmittelbar nach Beginn des Hamas-Angriffes Rückholaktionen für gestrandete Staatsbürger gestartet. So landeten schon am Montag drei Militärflugzeuge mit aus Israel evakuierten polnischen Staatsbürgern in Warschau. Auch mehrere andere EU-Länder organisierten seitdem Sonderflüge und brachten hunderte Menschen in ihre Heimatländer zurück.

Die österreichische Regierung evakuierte nach eigenen Angaben am Mittwochabend 98 Menschen aus Tel Aviv. An Bord des Flugzeugs waren neben 83 Österreichern demnach auch Angehörige anderer Staaten, unter ihnen Deutsche.

Frankreich kündigte für Donnerstag den ersten Sonderflug an. Er soll am Abend aus Israel in Paris eintreffen. Weitere Flüge sind nach Angaben des Außenministeriums in Paris für Freitag und Samstag geplant.

P.Colombo--PV

Empfohlen

Papstreise nach Frankreich: Hunderttausende melden sich zu Gottesdiensten an

Einen Monat vor der Frankreichreise von Papst Leo XIV. haben sich bereits Hunderttausende zu den Gottesdiensten angemeldet. "Das Stade de France ist bereits ausgebucht, und für die Messe auf dem Place de la Concorde haben sich 400.000 Menschen angemeldet", sagte der Vorsitzende des Organisationskomitees, Bischof Benoît Bertrand, am Dienstag der Zeitung "La Tribune". Papst Leo wird vom 25. bis 28. September in Frankreich zu einem Staatsbesuch erwartet. Es ist der erste dieser Art seit dem Besuch von Papst Benedikt XVI. im Jahr 2008.

US-Medien: CIA-Chef Ratcliffe in geheimer Mission in Moskau

Der Chef des US-Geheimdienstes CIA, John Ratcliffe, ist Medienberichten zufolge in geheimer Mission nach Moskau gereist. Er wollte dort am Dienstag Gespräche führen, wie der Sender CBS News und die Plattform Axios berichteten. Ob es dabei um den Krieg in der Ukraine ging, um den Iran oder einen Gefangenenaustausch, war nicht bekannt.

Kabinett berät über Stärkung der Wirtschaft - Merz sieht "große Potenziale"

Bei ihrer Kabinettsklausur auf Schloss Neuhardenberg hat die Bundesregierung über Maßnahmen zur Stärkung der deutschen Wirtschaft beraten. "Unser Land hat große Potenziale und es gibt überhaupt keinen Grund, uns klein zu machen", sagte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) am Dienstag zum Auftakt des zweitägigen Treffens. Der Kanzler wies zugleich auf die großen Herausforderungen hin - die angespannte Wirtschaftslage, hybride Angriffe etwa mit Drohnen sowie die Klimakrise und deren Folgen.

US-Medien: Chef des Geheimdienstes CIA zu Gesprächen in Moskau

Der Chef des US-Geheimdienstes CIA, John Ratcliffe, ist Medienberichten zufolge in geheimer Mission nach Moskau gereist. Er wolle dort am Dienstag Gespräche führen, berichteten der Sender CBS News und die Plattform Axios. Zuvor war ein US-Militärflugzeug von Lettland in Richtung des Moskauer Flughafens Wnukowo geflogen, wie aus Daten des Flugbeobachtungsportals Flightradar 24 hervorging.

Textgröße ändern: