Pallade Veneta - Frankreichs Senat verabschiedet Entwurf zu verschärftem Einwanderungsgesetz

Frankreichs Senat verabschiedet Entwurf zu verschärftem Einwanderungsgesetz


Frankreichs Senat verabschiedet Entwurf zu verschärftem Einwanderungsgesetz
Frankreichs Senat verabschiedet Entwurf zu verschärftem Einwanderungsgesetz / Foto: Geoffroy VAN DER HASSELT - AFP

Der französische Senat hat einen Entwurf für ein stark verschärftes Einwanderungsgesetz verabschiedet, der unter anderem die medizinische Versorgung von Migranten einschränkt. Die Senatoren stimmten am Dienstag mit 210 zu 115 Stimmen für den Gesetzentwurf, der vom 11. Dezember an in der Nationalversammlung debattiert wird.

Textgröße ändern:

Die nun verabschiedete Fassung hat mit dem von der Regierung eingebrachten Text nicht mehr viel zu tun. Präsident Emmanuel Macron hatte ein Gesetz angekündigt, das sowohl die Integration von Migranten fördern, als auch das Abschieben abgelehnter Asylbewerber erleichtern sollte.

Der mehrheitlich rechte Senat kippte jedoch den markantesten Artikel, nach dem Migranten, die in Branchen mit Personalmangel arbeiten, eine Aufenthaltsgenehmigung bekommen sollten. Die Senatoren stimmten außerdem dafür, dass in Frankreich geborene Kinder ausländischer Eltern nicht mehr automatisch mit 18 die französische Staatsangehörigkeit bekommen.

Auch die medizinische Versorgung von Migranten soll nach dem Entwurf der Senatoren auf Notfälle reduziert werden. Die Änderungen durch den Senat hatten heftige Kritik ausgelöst.

Menschenrechtsorganisationen warnten davor, die Rechte von Migranten zu beschneiden. So sollen künftig auch Menschen abgeschoben werden können, die bei ihrer Ankunft in Frankreich jünger als 13 waren, oder ausländische Eltern, deren Kinder die französische Nationalität haben. Das UN-Kinderhilfswerks Unicef verwies auf einen möglichen Konflikt mit der UN-Kinderrechtskonvention.

"Der Senat hat den Entwurf wieder kohärenter gemacht, indem er ihn verschärft hat", sagte der Fraktionsvorsitzende der Republikaner, Bruno Retailleau. Der aus dem rechten Lager kommende Innenminister Gérald Darmanin zeigte sich mit dem Ergebnis zufrieden.

Es ist der zweite Anlauf der Regierung, den Text zu verabschieden. Im März hatte Premierministerin Elisabeth Borne eingeräumt, dass sich keine Mehrheit abzeichne. Denkbar ist daher, dass sie einmal mehr den Verfassungsparagrafen 49.3 nutzen wird, mit dem das Gesetz ohne abschließende Abstimmung der Abgeordneten verabschiedet werden kann. Einen daran anschließenden Misstrauensantrag würde die Regierung wohl überstehen - dabei aber einen Imageschaden in Kauf nehmen.

Für Macron wäre es nach der Rentenreform das zweite große Reformprojekt. Darmanin, der in der Einwanderungsfrage einen harten Kurs fährt, gilt als möglicher Kandidat für Macrons Nachfolge, der bei der Präsidentschaftswahl 2027 nicht mehr antreten kann.

L.Barone--PV

Empfohlen

Tausende fordern in Venezuela Rückkehr von Oppositionspolitikerin Machado

In Venezuela haben am Donnerstag tausende Menschen auf einer Kundgebung die Rückkehr der Oppositionspolitikerin und Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado gefordert. In der Hauptstadt Caracas versammelten sich rund 2000 Demonstrierende auf der Plaza Venezuela und hielten Plakate in die Höhe, auf denen sie die Abhaltung von Wahlen verlangten. Auch im Bundesstaat Táchira an der Grenze zu Kolumbien fand eine Kundgebung statt.

Vor Parlamentswahl in Serbien: Zehntausende Anhänger der Opposition in Belgrad

Drei Tage vor der Parlamentswahl in Serbien haben zehntausende Anhänger der Opposition für ein Ende der Regierung von Präsident Aleksandar Vucic in dem Westbalkanstaat demonstriert. Die Anhänger der Studentenliste zogen am Donnerstagabend durch die Straßen von Belgrad und versammelten sich schließlich auf dem Salvija-Platz der Hauptstadt. Nach Angaben der unabhängigen Gruppe Archiv öffentlicher Versammlungen nahmen rund 150.000 Menschen an der Kundgebung teil.

Vor Parlamentswahl in Serbien: Zehntausende Anhänger der demonstrieren in Belgrad

Drei Tage vor der Parlamentswahl in Serbien haben in dem Balkanstaat zehntausende Anhänger der Opposition für ein Ende der Regierung von Präsident Aleksandar Vucic demonstriert. Die Anhänger der Studentenliste zogen am Donnerstagabend durch die Straßen von Belgrad und versammelten sich schließlich auf dem Salvija-Platz der Hauptstadt. Nach Angaben des unabhängigen Gruppe Archiv öffentlicher Versammlungen nahmen rund 150.000 Menschen an der Kundgebung teil.

Vor Gouverneurswahlen: Trump lobt Schmähvideo gegen Demokratin

Vor den Kongress- und Gouverneurswahlen in den USA am 3. November sorgt ein Schmähvideo der Republikaner für Empörung. US-Präsident Donald Trump sprang am Donnerstag dem Gouverneurskandidaten Vivek Ramaswamy im Bundesstaat Ohio bei, dem selbst Republikaner eine Schmutzkampagne gegen seine demokratische Konkurrentin Amy Acton vorwerfen. Sie war als Kind Opfer sexuellen Missbrauchs.

Textgröße ändern: